D: Velberter Maschinisten absolvieren Fahrsicherheitstraining

VELBERT (DEUTSCHLAND): Ein Einsatzfahrzeug unter Alarmbedingungen – also mit Blaulicht und Martinshorn – durch den Verkehr zu manövrieren stellt an die Fahrerinnen und Fahrer besondere Anforderungen. Unerwartetes Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer muß immer einkalkuliert werden, ungünstige Wetterbedingungen können die Fahrt zusätzlich erschweren:

Wichtig ist, das Fahrzeug zu kennen und auch in extremen Situationen sicher zu beherrschen. Eine Gruppe von Maschinisten hat daher jetzt ein Fahrsicherheitstraining auf dem ehemaligen Militärflughafen Gütersloh absolviert. Zustande kam diese Sonderausbildung durch einen Kameraden des Einsatzbereichs Velbert-Mitte, der beruflich bei der Bundeswehr beschäftigt ist. Als Ausbilder fungierte ein Fahrlehrer der Bundeswehr, der auch für die Verkehrswacht Fahrsicherheitstrainings ausrichtet.

Start in Velbert war bereits am frühen Morgen um 5.30 Uhr. Der kleine Verband bestand aus einem Löschfahrzeug, einem Schlauchwagen, dem Gerätewagen Logistik, einem Mannschaftstransportfahrzug (VW-Bus) und einem Kommandowagen (BMW). Nach dem Eintreffen in Gütersloh gegen acht Uhr stand zunächst eine Unterrichtseinheit Theorie auf dem Programm, dann ging es auf dem Flugplatzgelände an die praktischen Übungen. Die begannen mit ein paar ganz profanen Vorbereitungen wie der richtigen Einstellung des Fahrersitzes, bevor mit den ersten Bremsübungen aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten bis zur Vollbremsung ein Gefühl für die Reaktion des Fahrzeuges vermittelt wurde.

Im Laufe des Vormittags wurden die Übungen mit Bremsen und Ausweichen, Umfahren von Pylonen und Bremsen auf verschiedenen Untergründen komplexer. Mit Hilfe einer Gleitplatte konnte sogar das Bremsen auf schneebedeckter Fahrbahn simuliert werden. Anhand des sogenannten Kamm’schen Kreises, der den (idealisierten) Zusammenhang zwischen Längs- und Seitenführungskraft am Rad eines Fahrzeuges darstellt, wurde erläutert, wie Geschwindigkeit und Lenkung zusammenwirken und wie man mit dieser Erkenntnis sicherer um Kurven kommt. Ebenfalls ein wichtiges Thema war der Tote Winkel, der sich bei Lkw an verschiedenen Stellen findet.


Nach der Mittagspause standen dann noch einmal Bremsübungen unter erschwerten Bedingungen auf dem Programm, zum Beispiel mit dem Fahrzeug halb auf trockenem Untergrund, halb auf (mittels Gleitplatte simuliertem) Schnee. Dabei stellten die Fahrzeugführer unter anderem fest, wie groß der Einfluss der Geschwindigkeit auf die Reaktion des Fahrzeugs ist. So machte es schon einen erheblichen Unterschied, ob das Fahrzeug mit 30 oder 35 km/h unterwegs war. Schließlich absolvierten die Teilnehmer noch ein Restgeschwindigkeitsmessung, um zu sehen, wie lang ein Bremsweg unter Einbeziehung der Reaktionszeit tatsächlich ausfällt.

Am späten Nachmittag ging es schließlich vom Flughafengelände zur Kaserne nach Augustdorf, wo die Gruppe übernachtete. Nach der ganztägigen Übung legten die Teilnehmer zunächst eine Pause ein, bevor sie am nächsten Tag nach dem Frühstück in der Kaserne wieder nach Velbert zurückkehrten.

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