Puff-KI soll Rauchern das Aufhören erleichtern

Forscher der University of East Anglia (UEA) setzen auf eine “Puff-Technologie”, um mehr über das Verhalten von E-Zigaretten-Nutzern zu lernen. Statt nur Züge zu zählen, erstellt diese ein detailliertes Puff-Profil. In einer Studie befassen sie sich nun insbesondere mit Usern, die sowohl vapen als auch klassisch rauchen.

Ziel ist es, mithilfe dieser Daten die KI des Systems “Level” weiterzuentwickeln, um Nutzern ihre Gewohnheiten besser vor Augen zu führen. Das könnte letztlich bei der Rauchentwöhnung helfen.

Bessere Ausstiegshilfe

“Die Doppelnutzung von E-Zigaretten und Tabak ist weitverbreitet”, sagt Forschungsleiterin Emma Ward. In Großbritannien raucht mehr als ein Drittel der E-Zigaretten-Nutzer weiter auch normale Zigaretten, in den USA liegt der Anteil laut einer aktuellen Studie der Boston University School of Public Health gar bei 68 Prozent. Dabei ist Vapen oft ein Ansatz zur Rauchentwöhnung, indem zunächst Nikotin auf unschädlichere Weise konsumiert wird. Also ist interessant, was den Umstieg erleichtert oder behindert. Die mit dem Level-Hersteller entwickelte VaipIO Paff-Technologie soll dies in der Studie klären, indem sie Raucher beobachtet, die erst vor Kurzem mit dem Vapen angefangen haben.

“Die neue Technologie, die wir nutzen, ist zuverlässiger und ausgereifter als die in vielen E-Zigaretten verbauten Puff-Zähler”, betont Ward. Sie misst bei jedem Zug andauernd die an den Verdampfer angelegte Spannung. “Sie misst die Puff-Topografie, um ein personalisiertes Profil der Vape-Gewohnheiten des Nutzers zu erstellen.” Dieses Monitoring soll dann helfen, die KI von Level zu verbessern. Denn wenn diese wirklich gut vorhersagen kann, wann Nutzer Heißhunger auf Nikotin bekommen, wäre es eher möglich, die Dosierung in der E-Zigarette zu optimieren und den Griff zu klassischen Zigaretten möglichst zu verhindern.

Neuland für die Forschung

Das UEA-Team betont, dass die Puff-Technologie in der nun startenden 90-tägigen Studie erstmals in einer Forschungsarbeit zum Einsatz kommt, deren Resultate der Entwicklung jener KI dienen, die E-Zigaretten-Nutzer über ihr Verhalten aufklärt. Zusätzlich zur Puff-Profilerstellung werden Probanden dazu auch täglich zu Faktoren wie Rauchen, Vapen, Stress, Stimmung und sozialer Unterstützung befragt. Ward gibt sich überzeugt, dass die Ergebnisse und die folgende KI-Weiterentwicklung letztlich helfen werden, Doppelnutzer ganz von echtem Tabak wegzubringen.

University of East Anglia (UEA) 
Boston University School of Public Health 

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