USA: Feinstaub aus Waldbränden viel schädlicher als aus anderen Quellen

SAN DIEGO (USA): Feinstaub aus Waldbränden ist schädlicher als jener aus anderen Quellen. Das zeigt eine Studie von Forschern der Scripps Institution of Oceanography und der University of California San Diego.

Sie haben Daten über Spitalsaufnahmen aus 14 Jahren analysiert und festgestellt, dass Feinstaub aus Bränden bis zu zehn Mal mehr Patienten mit Atemwegsbeschwerden in südkalifornische Krankenhäuser treibt. Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Konzentrationen sollten das berücksichtigen.

Real höheres Risiko

Feinstaub mit Partikelgrößen von bis zu 2,5 Mikrometern (PM2,5) ist ein wesentlicher Bestandteil des Rauchs bei Waldbränden. Laborexperimente haben in der Vergangenheit gezeigt, dass dieser die Atemwege stärker belastet als PM2,5-Feinstaub aus anderen Quellen. Eben dieser Unterschied macht sich der aktuell in “Nature Communications” erschienenen Analyse zufolge bei der Bevölkerung ganz real bemerkbar. Zehn Mikrogramm PM2,5-Feinstaub führen normalerweise zu einem Prozent mehr Spitalsaufnahmen wegen Atembeschwerden. Bei Feinstaub aus Waldbrand-Rauch sind es dagegen 1,3 bis zehn Prozent mehr.

Das stellt die Frage, ob die in den USA und vielen anderen Ländern üblichen Feinstaub-Grenzwerte in ihrer aktuellen Form ausreichen. “Das Problem ist, dass sie nicht die unterschiedlichen Quellen von PM2,5 berücksichtigen”, erklärt Scripps-Postdoc Rosana Aguilera. Dabei scheint sich der Feinstaub aus Waldbränden stärker auf den Menschen auszuwirken als jener aus Quellen wie Abgasen und ist somit ein größeres Problem für die öffentliche Gesundheit.

Besonders in Regionen wie Kalifornien, wo der Klimawandel zu häufigeren Waldbränden führt, wäre eine differenzierte Betrachtung der Quelle im öffentlichen Umgang mit Feinstaub daher sinnvoll, heißt es.

Unklare Ursachen

Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, warum genau PM2,5-Feinstaub aus Waldbränden für die menschliche Lunge schädlicher scheint. Dass dem so ist, scheint aber mit der aktuellen Studie relativ sicher. Denn um Feinstaub aus Waldbränden von jenem aus anderen Quellen zu unterscheiden, konnten die Forscher ein südkalifornisches Wetterphänomen nutzen. Dann, wenn sogenannte Santa-Ana-Winde den Rauch von Waldbränden im Landesinneren Richtung Ballungszentren an der Küsten treiben, ist eine erhöhte Feinstaubbelastung in den Städten wohl auf die Lauffeuer zurückzuführen. Aufzeichnungen über Rauchwolken stützen diese These ebenfalls.

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