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Bayern: 450 Weihnachtspakete der Feuerwehr Ungarnhilfe – Computer fürs Krankenhaus

TRAUNSTEIN | SURBERG (BAYERN): Seit vielen Jahren unterstützen einige Mitglieder der Feuerwehren Surberg und Traunstein mit der Ungarnhilfe die Deutsche Minderheitenverwaltung in der ungarischen Region Veszprem. 2025 machten sich die heimischen Feuerwehrleute kurz vor Weihnachten und „zwischen den Jahren“ auf den etwa 550 kilometerlangen Weg, um vor Ort für eine Weihnachtsüberraschung zu sorgen. Darüber hinaus waren die drei Busse mit Laptops, Spielwahren und Kleidung „bis unters Dach beladen“. Um eine dauerhafte Hilfsmöglichkeit zu schaffen, laufen derzeit die Vorbereitungen für eine eigene Vereinsgründung.

„Mit einer erneut derart großen Hilfsbereitschaft aus der Region hätten wir im Leben nicht gerechnet“, sagt Stefan Burghartswieser auch mit Blick auf die diesjährige Weihnachtsaktion der „Feuerwehr“-Ungarnhilfe aus Traunstein und Surberg. Nach der Busspende der Gemeinde Surberg an die Deutsche Minderheitenverwaltung in der ungarischen Region Veszprém im vergangenen Jahr sowie zahlreichen weiteren Fahrzeugspenden setzte sich das außergewöhnliche Engagement aus dem Chiemgau weiter fort.

In diesem Jahr machten sich sechs Helfer für insgesamt drei Tage auf den Weg nach Ungarn. Mit drei voll beladenen Fahrzeugen transportierten sie 450 Weihnachtspakete sowie eine große Menge an Kleidung, Spielsachen und technischer Ausstattung. Als Nikolaus hatten die Ungarnhelfer in diesem Jahr Franz Reitschuh jun. „im Gepäck“. Dieser hatte seinen großen Auftritt im Rahmen einer großen Weihnachtsfeier mit rund 400 anwesenden Kindern in einem Nebenraum der Basilika. „Zusammen mit den Eltern, Großeltern und Verwandten waren an dem Nachmittag sicherlich 1.000 Menschen zusammengekommen“, schätzt Franz Reitschuh

Jedes der anwesenden Kinder hat ein eigenes Weihnachtspacket mit Naschereien erhalten. In stundenlanger Arbeit wurden diese zuvor in Traunstein zusammengestellt und gepackt. „Weil wir Streitereien vermeiden möchten haben wir in jedes Packet exakt die gleichen Dinge gepackt“, informiert Stefan Burghartswieser. Die Zeremonie selbst hat mehrere Stunden gedauert und für „leuchtende Kinderaugen“ gesorgt. Der Nikolaus und das Engerl Antonia Gnadl nahmen sich für jedes Kind einzeln Zeit und überreichten ihnen im Anschluss an das „offizielle Foto“ jeweils ihre Geschenke.

Heimische Helfer der Deutschen Minderheitenverwaltung hatten zur Feier des Tages ein umfangreiches Buffet mit Essen und Getränken aufgebaut. Angeboten wurden unter anderem Punsch, Glühwein und verschiedene Brotzeiten sowie Weihnachtsgebäck. Die Traunsteiner Bäckerei Kotter unterstützte die Aktion zusätzlich mit einer Brotspende. „Damit wurde die diesjährige Weihnachtsaktion ein großes Fest, bei dem viele Menschen für ein paar Stunden ihre Sorgen vergessen konnten“, so das Fazit von Franz Reitschuh.

Die übrigen Weihnachtspäckchen wurden im Anschluss an ein Krankenhaus sowie an ein Kinderheim übergeben. Viele Stunden Arbeiten steckten die Ungarnhelfer in die Vorbereitung. „Dank zahlreicher Spenden ist es gelungen, dass wir wieder tolle Säckchen zusammenstellen konnten“, berichtet Stefan Burghartswieser und informiert, „viele Kinder haben ansonsten kaum die Chance, an Weihnachten Schokolade zu bekommen, weil in vielen Familien häufig das Geld nur für das Nötigste wie Lebensmittel oder Brennstoffe reicht“.

Bereits wenige Tage nach der Weihnachtsfeier war vor Ort ein eigener Spielzeug- und Kleidungsmarkt organisiert worden. Dort wurden alle Kleider- und Spielzeugspenden des gesamten Jahres an die Menschen verteilt. Innerhalb von nur zwanzig Minuten waren sämtliche Kleidungsstücke und Spielsachen vergriffen – ein deutliches Zeichen für den großen Bedarf. „Wenn man sieht, wie dankbar die Menschen jede einzelne Spende annehmen, weiß man, warum sich dieser Einsatz lohnt“, so Franz Reitschuh.

Ein besonderer Schwerpunkt der jüngsten Reise lag zudem auf die Unterstützung mit gebrauchter EDV Ausstattung. Eine Großspende machte es möglich, insgesamt 270 voll ausgestattete Laptops samt der nötigen Software mitzuführen, die die unteranderem im örtlichen Krankenhaus zum Einsatz kommen werden. Aktuell ist darüber hinaus nochmals eine kleine Mannschaft nach Ungarn aufgebrochen, um weitere Bildschirme sowie Dockingstationen zu liefern.

Stefan Burghartswieser betont, dass dieser Erfolg nur durch die breite Unterstützung aus der Region möglich war. Zahlreiche Firmen, Vereine, Feuerwehrkameraden und viele Privatpersonen beteiligten sich an der Aktion. „Die Spender wissen, dass jeder Euro und jede Sachspende genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden – und genau das schafft Vertrauen“, so Stefan Burghartswieser.

Auch von ungarischer Seite kam erneut große Wertschätzung. Vertreter der Deutschen Minderheitenverwaltung bedankten sich ausdrücklich für die anhaltende Hilfe aus dem Chiemgau. „Bitte gebt unseren tief empfundenen Dank an alle Helfer und Spender weiter. Jeder Beitrag hilft, unsere schwierige Situation zu verbessern und den Menschen hier vor Ort Freude zu schenken“, lautete die Botschaft bei der Verabschiedung der Chiemgauer Delegation. Damit setzt die Feuerwehr-Ungarnhilfe aus Traunstein und Surberg ihren erfolgreichen und von Menschlichkeit geprägten Weg fort – getragen von einer beeindruckenden Solidarität aus der Region. Da die beiden Hauptorganisatoren eine dauerhafte Hilfe anbieten wollen, laufen derzeit die Vorbereitungen für eine eigene Vereinsgründung. „Damit wollen wir die nötigen Strukturen für eine langfristige Hilfe in der Region Veszprém schaffen“, betont Stefan Burghartswieser und zeigt sich zuversichtlich, „dass die Vereinsgründung vermutlich Mitte des Jahres erfolgen kann“.

Fotos: Stefan Burghartswieser, Feuerwehr Surberg / Franz Reitschuh, Feuerwehr Traunstein

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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