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Meilenstein in der Fahrzeugbeschaffung → Oberösterreich liefert erste Einheitsfahrzeuge (Stangenfahrzeuge) aus

OBERÖSTERREICH: Der Oö. Landes-Feuerwehrverband setzt gemeinsam mit dem Land Oberösterreich einen wichtigen Schritt zur wirtschaftlichen und nachhaltigen Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren in Oberösterreich. Mit der Auslieferung der ersten Fahrzeuge des „Modells OÖ“ (vormals auch als Stangenfahrzeug tituliert) wird Anfang 2026 ein zentraler Meilenstein eines Beschaffungsprojekts erreicht, das 2024 gestartet wurde.

Warum eine Gesamtbeschaffung?

Auslöser für das Projekt waren massive Preissteigerungen bei Feuerwehrfahrzeugen. Analysen zeigten Preisunterschiede von bis zu 160.000 Euro bei baugleichen Fahrzeugtypen. Diese Entwicklung stellte Gemeinden und Feuerwehren vor große finanzielle Herausforderungen und machte neue Wege in der Beschaffung notwendig.

Der Oö. Landes-Feuerwehrverband reagierte darauf mit einem Pilotprojekt zur Gesamtbeschaffung standardisierter, vollständig ausgerüsteter Feuerwehrfahrzeuge. Die Fahrzeuge entsprechen den gültigen Baurichtlinien, werden vorkonfiguriert bestellt und zu einem fixen, planbaren Preis geliefert. Durch die Bündelung der Bestellungen können Produktionskosten gesenkt und lange Planungs- und Ausschreibungsprozesse vermieden werden. Bis zu 1.000 Arbeitsstunden, die bisher dafür notwendig waren, entfallen künftig.

„Das Kommando der FF St. Florian am Inn hat sich ganz bewusst für das Oberösterreich-Modell unseres neuen Rüstlöschfahrzeugs entschieden, da es weniger Planungsaufwand, komplett neue Geräte und Material sowie keine Außerdienststellung während der Übergangszeit erfordert. Zudem gibt es weniger Zeitdruck bei der Einschulung. Dass wir keine individuelle Gestaltung und Planungen am Fahrzeug vornehmen konnten war uns bewusst. Die Vorteile überwiegen hier schließlich bei weitem.“ ABI Christian Selker, Feuerwehrkommandant St. Florian am Inn.

Großer Zuspruch

Bereits im ersten Jahr haben sich 28 Feuerwehren für ein Fahrzeug des Modell OÖ entschieden. Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg bei großen Fahrzeugtypen: Beim Rüstlöschfahrzeug (RLF) und Tanklöschfahrzeug mit Bergeausrüstung (TLF-B) haben sich alle 7 Feuerwehren für das Modell OÖ entschieden.

Am 19. Jänner 2026 konnten die ersten beiden Feuerwehren – FF Kematen und FF St. Florian am Inn – ihre neuen Fahrzeuge (RLF) übernehmen. Zusätzlich wird ein TLF 2000 ab April als Ausbildungsfahrzeug an der Oö. Landes-Feuerwehrschule zur Verfügung stehen, um die Schulungspraxis weiter zu stärken.
Die Bestellungen verteilen sich auf mehrere Hersteller: 1 Fahrzeug wurde bei der Firma Lagermax (Kommandofahrzeug KDOF) bestellt, 11 Fahrzeuge der Firma Rosenbauer (RLF, TLF-B, TLF) werden bis April 2026 ausgeliefert. Weitere 17 Fahrzeuge (KLF, KLF-L, KRF-L, LF, GLF-L-B, DLK) der Firma Magirus folgen im 3. und 4. Quartal 2026.

Fazit

Mit dem Modell OÖ schafft der Oö. Landes-Feuerwehrverband die Möglichkeit Kosten für die Fahrzeuganschaffungen für Gemeinden und Feuerwehren mit modernen, wirtschaftlichen Lösungen deutlich zu reduzieren – ohne dabei Einbußen im Bereich Sicherheit zu machen.

LRin Michaela Langer-Weninger: „Unsere Feuerwehren bilden das Rückgrat der Sicherheit in Oberösterreich. Der stetige Anspruch, immer besser, effizienter und nachhaltiger zu arbeiten – ohne den Blick fürs Wesentliche zu verlieren – gehört zu den Erfolgsfaktoren des Oö. Feuerwehrwesens. Mit der Auslieferung der ersten Fahrzeuge im Rahmen des Pilotprojekts „Feuerwehr Gesamtbeschaffung“ setzen wir neue Maßstäbe: modernste Ausrüstung, höhere Effizienz und nachhaltige Strukturen unterstützt unsere Kameradinnen und Kameraden, entlasten die Gemeinden und tragen dazu bei, unseren Standort Oberösterreich langfristig zu stärken. So bleiben wir den wachsenden Herausforderungen stets einen Schritt voraus.“

Feuerwehrpräsident Robert Mayer, Landes-Feuerwehrkommandant betont: „Mit dem Modell OÖ stärken wir unsere Verhandlungsposition gegenüber den Herstellern, entlasten Gemeinden und Feuerwehren und sorgen für einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln.“

Landes-Feuerwehrinspektor Karl Kraml erklärt: „Die neue Gesamtbeschaffung der Feuerwehrfahrzeuge konnte dank der Zusatzfinanzierung durch das Land Oberösterreich umgesetzt werden. Gemeinden profitieren von fixen Kosten und Planungssicherheit, Feuerwehren erhalten vollständig ausgestattete Einsatzfahrzeuge.“

Hintergrundstory zu den „Stangenfahrzeugen“ auf der Webseite des Feuerwehrmagazins BRENNPUNKT hier: Stangenfahrzeuge für Oberösterreich – Cover-Story 4 / 2024

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