Technisch

Oö: Lkw-Überschlag auf schneeglatter Fahrbahn → aufwendiger Bergungseinsatz auf der L501

HOCHBURG (OÖ: Am Donnerstag, dem 29. Jänner 2026, kam es in den frühen Morgenstunden auf der L501 bei Hochburg-Ach im Bezirk Braunau zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Sattelschlepper. Starke Schneefälle in der Nacht hatten zu einer hohen Schneedecke und extrem rutschigen Fahrbahnverhältnissen geführt, die letztlich zum Unfallgeschehen beitrugen.

Um 05:33 Uhr wurden die Freiwillige Feuerwehr Hochburg sowie die Freiwillige Feuerwehr Ach an der Salzach zum Einsatz „Lkw-Bergung – Lkw-Überschlag“ alarmiert. Ein mit Holz-Dreischichtplatten beladener Sattelzug war ins Schleudern geraten und seitlich mit der Fahrerseite gegen einen Baum geprallt.

Durch die Wucht des Aufpralls löste sich das Fahrerhaus von der Zugmaschine und blieb nach vorne geneigt in bis zu zwei Metern Höhe über der Fahrbahn hängen. Der Sattelauflieger kippte im hinteren Bereich um, blieb jedoch mit der Zugmaschine verbunden und blockierte beide Fahrbahnen vollständig. Zusätzlich riss der Dieseltank ab, wodurch der gesamte Kraftstoff austrat und eine erhebliche Umweltgefährdung entstand.

Die beiden Feuerwehren sicherten die Einsatzstelle umgehend, sperrten die L501 an mehreren Kreuzungsbereichen und leuchteten den Unfallort aus. Da eine Bergung mit den technischen Mitteln der Feuerwehr nicht möglich war, wurde in Abstimmung mit der Polizeiinspektion Hochburg-Ach ein spezialisiertes Bergeunternehmen hinzugezogen.

Zur Entladung der Ladung kamen zwei Teleskoplader örtlicher Landwirte zum Einsatz; zudem stellte die Spedition einen Ersatz-Lkw bereit. Aufgrund der starken Verwindung des Aufliegers mussten die Dachplane aufgeschnitten und Aluminium-Verstrebungen mit einer Säbelsäge entfernt werden. Die Entladung der schweren und teilweise stark verschobenen Ladung erfolgte schrittweise und unter erhöhten Sicherheitsanforderungen.

Nach dem Eintreffen des Bergeunternehmens wurden die weiteren Maßnahmen koordiniert. Zunächst wurde der Anhänger mithilfe des Bergefahrzeugs sowie der Einbauseilwinde des Tanklöschfahrzeugs der FF Ach an der Salzach weitgehend aufgerichtet. Um die Zugmaschine wieder auf die Fahrbahn zu bringen, war schließlich der gleichzeitige Einsatz mehrerer Seilwinden des Bergefahrzeugs sowie der Seilwinde des Löschfahrzeugs der FF Hochburg erforderlich. Erst dadurch konnte der LKW kontrolliert und langsam zurück auf die Straße gezogen werden.

Aufgrund des ausgelaufenen Dieselkraftstoffs informierte die Polizeiinspektion Hochburg-Ach die Bezirkshauptmannschaft Braunau, die einen Sachverständigen des Landes Oberösterreich zur Einsatzstelle entsandte. In weiterer Folge mussten kontaminiertes Erdreich ausgehoben sowie mehrere Bäume von der Feuerwehr gefällt werden, um die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen durchführen zu können. Ein Fachunternehmen unterstützte diese Arbeiten mit schwerem Gerät. Parallel dazu beseitigte die Feuerwehr Wrackteile, Äste und kleinere Ölverunreinigungen von der Fahrbahn.

Auch die Straßenmeisterei Ostermiething unterstütze den Einsatz vor Ort und übernahm insbesondere die Absicherungsarbeiten während der Grabungsarbeiten und die letztendliche Reinigung der Einsatzstelle und der Fahrbahn. Nach Abschluss der Bergungs-, Reinigungs- und Aufräumarbeiten konnte der Einsatz gegen 13:45 Uhr beendet werden.

Serie mehrerer Unfälle

Der Einsatz reihte sich in eine Serie mehrerer Verkehrsunfälle ein, mit denen die Feuerwehr Hochburg innerhalb weniger Tage konfrontiert war. Bereits am 26. Jänner wurde die FF Hochburg gemeinsam mit der Feuerwehr Ach an der Salzach und der Feuerwehr Burghausen zu einem Verkehrsunfall zwischen einem LKW und einem PKW alarmiert. Dabei musste ein eingeschlossener PKW-Lenker mithilfe hydraulischer Rettungsgeräte schonend aus dem Fahrzeug befreit werden. Am 27. Jänner folgte ein weiterer Einsatz zur Unterstützung der Polizeiinspektion Hochburg-Ach nach einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge. Dabei handelte es sich für die Feuerwehr Hochburg um den ersten Einsatz mit einem verunfallten Elektrofahrzeug, das nach entsprechenden Sicherungsmaßnahmen dem Abschleppdienst übergeben wurde. Außerdem musste noch zwei weitere, kleinere Einsätze abgearbeitet werden.

Der nunmehrige Lkw-Überschlag stellte somit den fünften Einsatz innerhalb weniger Tage dar und erforderte erneut umfangreiche technische Maßnahmen unter schwierigen äußeren Bedingungen. Die sichere und strukturierte Abwicklung aller Einsätze war nur durch das koordinierte Zusammenwirken aller beteiligten Einsatzorganisationen möglich. Allen eingesetzten Kräften gilt dafür Dank.

Freiw. Feuerwehr Hochburg

Pressefoto Scharinger

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