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Bayern: Fitness-Test für mehr als 1.500 heimische Feuerwehrleute aus dem Kreis Traunstein

TRAUNSTEIN | TROSTBERG (BAYERN): Der Atemschutzeinsatz zählt zu den körperlich und psychisch anspruchsvollsten Aufgaben im Feuerwehrdienst. Um im Ernstfall unter schwerem Atemschutz sicher helfen zu können, sind neben taktischem Können vor allem körperliche Fitness, Ausdauer und Kraft unverzichtbar.

Genau diese Fähigkeiten werden derzeit bei den Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehren im Landkreis Traunstein intensiv gefordert. Mehr als 1.500 Einsatzkräfte absolvieren aktuell ihre gesetzlich vorgeschriebene jährliche Belastungsübung.

Seit mehreren Wochen durchlaufen die Feuerwehrfrauen und -männer an einer der beiden Atemschutzübungsstrecken des Landkreises in Traunstein oder Trostberg den anspruchsvollen Parcours – vollständig ausgerüstet und unter realitätsnahen Bedingungen. Rund 25 ehrenamtliche Ausbilderinnen und Ausbilder des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein begleiten die Übungen, überwachen die Abläufe und stellen die Sicherheit der Teilnehmer jederzeit sicher.

Feuerwehrkräfte mit der Zusatzqualifikation „Atemschutzgeräteträger“ tragen während des Belastungstests ein Pressluftatmergerät sowie die komplette persönliche Schutzausrüstung. Damit starten sie mit mehr als 20 Kilogramm zusätzlichem Gewicht in die Übung. „Im Einsatz kommen häufig noch weitere Ausrüstungsgegenstände wie Wärmebildkameras oder Brechwerkzeug hinzu, was die körperliche Belastung nochmals deutlich erhöht“, erklärt Stefan Thurner, Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz.

Regelmäßige und realistische Übungen seien daher unverzichtbar, um im Ernstfall sicher und effektiv handeln zu können. Der Atemschutzdienst ist längst keine Männerdomäne mehr. „Unsere Feuerwehrfrauen stehen den männlichen Kollegen in nichts nach und erfüllen die hohen Anforderungen mit großer Professionalität“, betont Stefan Thurner.

Der Belastungstest beginnt mit einer Ausdauerprüfung – wahlweise 15 Meter Leitersteigen oder 150 Meter zügiges Gehen auf dem Laufband. Anschließend geht es in die abgedunkelte Belastungsstrecke: ein Stahlgitterlabyrinth mit Treppen, Türen, engen Durchstiegen und Hindernissen. In Zweier- oder Dreiertrupps arbeiten sich die Teilnehmer durch den Parcours und bewältigen die Aufgaben gemeinsam unter Atemschutz. Den Abschluss bildet erneut eine Belastung auf dem Laufband oder der sogenannten Endlosleiter.

Grundlage für den Test ist die Feuerwehr-Dienstvorschrift FwDV 7, die eine körperliche Mindestleistung von 80 Kilojoule vorsieht. Für eine Einsatzkraft mit rund 100 Kilogramm Einsatzgewicht entspricht dies bildlich gesprochen dem Erklimmen eines 80 Meter hohen Gebäudes. „Anschaulich erklärt wäre das der Aufstieg vom Boden bis zur Spitze des Salzburger Doms – in voller Schutzausrüstung und innerhalb von etwa 20 Minuten“, erläutert Stefan Thurner.

Krankheitsbedingte Ausfälle und enge Terminfenster stellen die Feuerwehren vor Herausforderungen. Dennoch zeigen sich die Ausbilder sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Dank der guten Vorbereitung und des hohen Engagements in den Feuerwehren können die Termine bislang weitgehend planmäßig durchgeführt werden“, informiert Josef Edlmann, stellvertretender Übungsstreckenleiter in Trostberg, im Gespräch mit Hubert Hobmaier von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein. Einig sind sich alle Verantwortlichen schon jetzt: Auch wenn die Belastungsübungen den Einsatzkräften körperlich alles abverlangen, zeigen sie eindrucksvoll, wie wichtig gut ausgebildete und leistungsfähige Atemschutzgeräteträger für die Sicherheit der Bevölkerung sind.

„Die Menschen in unseren Dörfern und Städten können sich auch zukünftig auf eine professionelle und zielstrebige Arbeit der Feuerwehren im Landkreis Traunstein verlassen“, zeigt sich Stefan Thurner zufrieden. Er selbst aber auch sein Stellvertreter Alexander Erber sind bei den Übungen mit gutem Beispiel voran gegangen und haben den Belastungstest für dieses Jahr ebenfalls absolviert – mit einem positiven Ergebnis.

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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