Bayern: Drei neue Fahrzeuge (MLF, MZF, ATV) bei der Feuerwehr Traunstein
TRAUNSTEIN (OÖ): „So schnell werden aus zwei neuen Fahrzeugen drei“, betonte Stadtpfarrer Konrad Roider mit einem Augenzwinkern, als er im Februar 2026 gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Peter Bertram die Segnung dreier neuer Einsatzfahrzeuge in der Feuerwehr Traunstein vornahm. In einem feierlichen Rahmen wurden ein von der Stadt beschafftes Mittleres Löschfahrzeug (MLF) sowie ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) offiziell in Dienst gestellt. Darüber hinaus konnte der Traunsteiner Feuerwehrverein aus Spendenmitteln ein sogenanntes All-Terrain-Vehicle (ATV) finanzieren, das ebenfalls den kirchlichen Segen erhielt.
Sauber herausgeputzt und mit Blumenschmuck versehen standen die drei Fahrzeuge in der Fahrzeughalle bereit für ihren „ersten großen Auftritt“. Kommandant Christian Schulz sprach von einem in seiner Laufbahn wohl einmaligen Ereignis: „Dass wir gleich drei neue Fahrzeuge gleichzeitig in Dienst stellen dürfen, ist etwas ganz Besonderes.“ Sein Dank galt insbesondere der aktiven Mannschaft, die die Technik künftig bedienen und zum Schutz der Stadt Traunstein einsetzen wird.

Die Stadt kommt ihrer Pflichtaufgabe nach
Auch Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer zeigte sich erfreut über die Neuanschaffungen. „Mit einem Mehrzweckfahrzeug und einem Mittleren Löschfahrzeug konnte ich etwas anfangen“, sagte er schmunzelnd, „aber was genau ein ATV ist, musste ich mir zunächst erklären lassen.“ Dennoch zeigte er sich sehr erfreut darüber, dass man mit den drei Fahrzeugen die Ausrüstung modernisieren und auf den Stand der Technik bringen konnte.
Zugleich würdigte er das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehren, die „Tag und Nacht zur Stelle sind, wenn Hilfe gebraucht wird“, und betonte, dass die Stadt alles daransetze, ihre fünf Feuerwehren bestmöglich auszustatten. „Derzeit liege der Investitionsbedarf eher bei den Feuerwehrhäusern als bei der Ausrüstung“, informierte Christian Hümmer. Aktuell liefen Planungen für Sanierungs- beziehungsweise Baumaßnahmen an den Gerätehäusern in Wolkersdorf und Traunstein; mittelfristig bestehe auch in Kammer Handlungsbedarf.

Im Rahmen der symbolischen Schlüsselübergabe überreichten der Oberbürgermeister sowie Markus Pletsch als Vertreter der Firma Rosenbauer die Fahrzeugschlüssel an die Kommandanten Christian Schulz, Andreas Zaiser und Dany Paris sowie an den Vereinsvorsitzenden Florian Scholz. Anschließend segneten die Geistlichen Peter Bertram und Konrad Roider das neue „Fahrzeugtrio“. Unterstützt wurden sie dabei von Manfred Stenger, der sich nicht nur seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich in der Feuerwehr engagiert, sondern auch großes ehrenamtliches Engagement in der Pfarrei Heilig Kreuz an den Tag legt.

Pfarrer Bertram mahnt zu mehr Respekt
In seiner Ansprache betonte Pfarrer Peter Bertram, moderne Technik wirke sich zwar positiv auf die Motivation aus, „doch ohne die Mannschaft, die sie bedient, ist sie wertlos“. Mit Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen mahnte er zu mehr gegenseitigem Respekt – insbesondere gegenüber Einsatzkräften, die im Dienst für den Nächsten immer wieder Kritik und Anfeindungen ausgesetzt seien.
Stellvertretend für den Kreisfeuerwehrverband überbrachte die Glückwünsche der Feuerwehren des Landkreises Traunstein Kreisbrandinspektor Martin Schupfner, der gemeinsam mit Kreisbrandmeister Albert Rieder an der Feierstunde teilnahm. Er dankte den Städten und Gemeinden für die Ausstattung und den Unterhalt der Feuerwehren und wünschte den Aktiven stets eine gesunde Rückkehr von Einsätzen und Übungen. Als kleines Zeichen der Wertschätzung überreichte er „Floriansmedaillen“ als Glücksbringer für die neuen Fahrzeuge.

Zum Abschluss stellte Kommandant Christian Schulz die Fahrzeuge und ihre Funktionen vor. Weiter informierte er darüber, „zum Zeitpunkt der Einladung war noch nicht klar, ob das ATV rechtzeitig ausgeliefert wird. Dies ist jetzt gelungen und daher durften wir heute drei anstelle von zwei Fahrzeugen ihrer Bestimmung übergeben“.
Vorstellung der neuen Fahrzeuge
Das neue MLF wurde auf einem Iveco Daily-Straßenfahrgestell mit 7,2 Tonnen Gesamtgewicht aufgebaut. Der Aufbau erfolgte durch Rosenbauer in Zusammenarbeit mit Neidling Feuerwehrtechnik, die Beladung stammt von BAS; die Ausschreibung begleitete IBG Wattenbach.

Das Fahrzeug ist für eine Staffelbesatzung (sechs Einsatzkräfte) ausgelegt, verfügt über vier Atemschutzgeräte, einen 1.000-Liter-Löschwassertank sowie eine Pumpe mit einer Leistung von 2.000 Litern pro Minute. Ein Wechselschlittensystem ermöglicht die flexible Anpassung der Beladung, etwa für Tragkraftspritze oder Ölspurbeseitigung.
Gemeinsam mit dem TLF 4000 ersetzt das MLF das frühere Löschgruppenfahrzeug LF 20 und kompensiert Löschwassermenge sowie Mannschaftsstärke vollwertig, teils sogar in höherem Umfang. Das Löschgruppenfahrzeug wurde bereits vor einigen Jahren bei der Feuerwehr Kammer stationiert. Durch seine kompakte und wendige Bauweise eignet sich das MLF besonders für Brandeinsätze und Technische Hilfeleistungen im Innenstadtbereich und kann mit dem sogenannten Helferführerschein gefahren werden.

Ergänzt wird die Flotte durch ein MZF auf einem Mercedes-Benz Sprinter-Allradfahrgestell mit 4,1 Tonnen Gesamtgewicht. Aufbau und Beladung erfolgten ebenfalls durch Rosenbauer, Neidling Feuerwehrtechnik und BAS; die Ausschreibung begleitete erneut IBG Wattenbach.
Das Fahrzeug entspricht mit seiner Führungs- und Kommunikationstechnik dem Einsatzkonzept für Führungsfahrzeuge im Landkreis Traunstein und ersetzt den bisherigen Mannschaftsbus nach rund 130.000 Kilometern Laufleistung. In enger Zusammenarbeit mit dem vorhandenen Einsatzleitwagen (ELW 1) ermöglicht es die strukturierte Abarbeitung komplexer Einsatzlagen. Allradantrieb und erhöhte Watttiefe erweitern das Einsatzspektrum insbesondere bei Unwettern und in schwierigem Gelände deutlich.
Als drittes Fahrzeug wurde ein ATV/UTV vom Typ TGB Landmax 1000 mit einem Leergewicht von rund einer Tonne in Dienst gestellt. Es ist für einen Trupp (drei Einsatzkräfte) ausgelegt und dient dem schnellen Materialtransport auf kurzen Strecken. „Mit Blick auf die geplante Außerdienststellung des bisherigen Versorgungs-Lkw im kommenden Jahr schließt das kompakte Fahrzeug eine wichtige Lücke in der Logistik“, betonte Christian Schulz.

Die offene Ladefläche gewährleistet eine sichere Schwarz-Weiß-Trennung kontaminierter Einsatzmittel und verbessert damit die Einsatzhygiene. Vorgesehen ist der Einsatz bei Veranstaltungen im Stadtgebiet sowie auf Wander- und Radwegen entlang der Traun, wo die geringe Breite und hohe Geländegängigkeit klare Vorteile bieten.
Finanziert wurde das ATV vollständig aus Spendenmitteln durch den Feuerwehrverein. Im Anschluss an den offiziellen Teil kamen die Gäste zu einem gemeinsamen Abendessen zusammen. Neben den Aktiven der Feuerwehr Traunstein nahmen Abordnungen der Feuerwehren Haslach, Hochberg, Kammer und Wolkersdorf sowie der Patenfeuerwehr aus Siegsdorf teil. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, die neuen Fahrzeuge aus nächster Nähe zu besichtigen und einen Blick hinter die Rollläden zu werfen.


