Übungen

Bayern: Großübung am Waginger See → Pkw-Unfall und Betriebsmittel in Gewässer

WAGING AM SEE (BAYERN): „Verkehrsunfall mit Lkw und Pkw – Personen eingeklemmt“, lautete am Freitag, dem 24. Juli 2026, gegen 18 Uhr die ursprüngliche Einsatzmeldung einer Feuerwehr-Großübung am Waginger See.

Einsatzörtlichkeit war die Staatsstraße 2104 zwischen Waging und Petting auf Höhe Buchwinkel. „Aufgrund der derzeitigen Straßensperrung wegen der Brückenbauarbeiten bei Gaden war der Zeitpunkt für eine Einsatzübung in dieser Größenordnung geradezu ideal“, so Einsatzleiter Anton Praxenthaler von der örtlich zuständigen Feuerwehr Gaden. Nähere Informationen, sowie das Einsatzbild, das sich den anrückenden Kräften bieten sollte, war bis zu diesem Zeitpunkt den Übungsteilnehmern noch nicht bekannt.

Den ersten eintreffenden Einsatzkräften aus Gaden bot sich dann folgendes Szenario: Ein Heizöltransporter und ein Pkw waren frontal kollidiert und zwei Personen waren im Pkw eingeklemmt. Diese wurden nach der Erkundung der Einsatzstelle von der FF Petting mit hydraulischem Rettungsgerät befreit. Die Fahrerin des Lkw klagte über starke Schmerzen und konnte sich selbst nicht befreien.

Diese Personenrettung fand durch die Feuerwehr Waging am See statt. Da angenommenes Heizöl aus dem Lkw auslief, galt es durch die Waginger Kräfte auch die umliegenden Kanalschächte abzudichten und das Leck mit speziellem Dichtmaterial zu verschließen. Hier kam die umfangreiche Ausstattung des Umweltschutzanhängers, welcher speziell für Gefahrguteinsätze vorgehalten wird, zum Einsatz. Zusätzliche Ausrüstung wie Mineralölpumpen und Auffangbehälter wurden vorbereitet. Auch musste der Brandschutz sichergestellt werden.

Da im Laufe der weiteren Erkundungen an der Einsatzstelle festgestellt wurde, dass angenommenes Gefahrgut wegen der unmittelbaren Nähe auch in Waginger See gelangt war, kam es zu einer unmittelbaren Nachalarmierung weiterer Feuerwehren und Spezialausrüstungen. Um eine weitere Ausbreitung des Gefahrguts auf dem Waginger See zu verhindern, wurden spezielle schwimmende Ölsperren mit dem Mehrzweckboot der Feuerwehr Waging eingezogen und so eine Ausbreitung im Uferbereich begrenzt. Des Weiteren kam das Schlauchboot der Feuerwehr Petting und das Rettungsboot der Waginger Wasserwacht unterstützend hinzu.

Ebenfalls nachalarmiert wurde der Ölwehrzug aus Traunstein mit dem Mopmatic Wringer, dem Ölsanimat und weiteren 120 Meter Ölsperren. Da diese Ölsperren dasselbe System wie die Ölsperren der Waginger Feuerwehr haben, sind diese im Einsatz kompatibel. Mit diesem sogenannten Mopmatic-Wringer – einem Gerät zur Ölaufnahme von Wasseroberflächen – konnte das durch die Ölsperren gesammelte Öl- und Wassergemisch aufgenommen werden und von dort zum Ölsanimat gepumpt werden. Hier wurde das Öl vom Wasser abgeschieden und in Entsorgungsbehälter gefüllt.

Zur weiteren Unterstützung wurde die Feuerwehr Tacherting angefordert. Diese verfügt über 200 Meter landkreiseigene Ölsperren. Diese wurden zur weiteren Absicherung zusätzlich im See positioniert. Die Ausbreitung des imaginären Ölfilms wurde laufend überprüft und an definierten Stellen Proben entnommen. Die örtlich langgezogene Übungsstelle wurde von der Einsatzleitung in drei Abschnitte aufgeteilt: „Personenrettung, Abdichten und Auffangen“, „Ölsperren/Boote/Probenahme“ und „Separation“.

Nach rund drei Stunden war die Übung beendet. Trotz der Straßensperre konnte die Zufahrt für Anwohner und zu einem anliegenden Campingplatz aufrechterhalten werden. Beteiligt waren knapp 90 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Gaden, Petting, Tacherting, Traunstein, Waging am See und der Waginger Wasserwacht, mit 14 Fahrzeugen und vier Booten. Ebenfalls vor Ort waren als Vertreter der Kreisbrandinspektion Traunstein Kreisbrandrat Christof Grundner, Kreisbrandinspektor Günter Wambach und Kreisbrandmeister Georg Fleischer.

„Die Übung hat gezeigt, wie wichtig das Teamwork der eingesetzten Kräfte war“, äußerte sich der Kreisbrandrat in der Nachbesprechung zufrieden. Neue Erkenntnisse zum Schutze des heimischen Gewässers werden in einer Nachbearbeitung der Übung eingebracht werden. Einsatzleiter Anton Praxenthaler bedankte sich für die große Teilnahme der ausschließlich ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Besonders erwähnte er den Gefahrgut-Fachberater Martin Pöllner von der Feuerwehr Waging, welcher die Übung federführend ausarbeitete.

Freiw. Feuerwehr Waging am See

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert