Brand

Bayern: 300 Kräfte bei Katastrophenfall „Bergwaldbrand bei Oberwössen“

UNTERWÖSSEN (BAYERN): Die Lage beim am 29. Juli 2026 ausgebrochenem Bergwaldbrand im Bereich der Hochwand nahe der Lackenbergwand in Oberwössen (Gemeinde Unterwossen, Kreis Traunstein) hat sich in der Nacht zum Freitag, 31. Juli 2026, vorsichtig positiv entwickelt. Eine nennenswerte Ausbreitung des Brandes wurde nicht festgestellt. Der Katastrophenfall besteht weiterhin fort.

Die Brandbekämpfung wurde am Donnerstag bis zum Einbruch der Dunkelheit intensiv aus der Luft und am Boden fortgeführt. Mit Einsetzen der Dunkelheit wurde der Flugbetrieb planmäßig eingestellt und die Zahl der Einsatzkräfte im Brandgebiet deutlich reduziert. Während der Nacht kam es vereinzelt zu kleineren Glut- und Brandstellen. Diese wurden durch die eingesetzten Feuerwehrkräfte rasch erkannt und unmittelbar abgelöscht. Ein größeres Wiederaufflammen konnte verhindert werden.

Am Donnerstagabend zog sich ein Feuerwehrmann bei den anspruchsvollen Löscharbeiten im steilen Gelände eine leichte Verletzung am Sprunggelenk zu. Eine rettungsdienstliche Behandlung war nicht erforderlich. Der Einsatz am Freitagmorgen ist planmäßig angelaufen. Im Laufe des Tages werden rund 300 Einsatzkräfte an der Brandbekämpfung beteiligt sein. Seit den frühen Morgenstunden unterstützen drei Hubschrauber aus Österreich und zwei Hubschrauber der Bayerischen Polizei die Löscharbeiten aus der Luft. Im Laufe des Vormittags wird ein weiterer Polizeihubschrauber erwartet.

Die Wasserabwürfe werden eng mit den Maßnahmen am Boden abgestimmt. Bereits am Donnerstag konnten erste Bodentrupps mit handgeführten Strahlrohren und spezieller Ausrüstung zur Vegetationsbrandbekämpfung in das steile Brandgebiet vordringen. Diese gezielten Nachlöscharbeiten werden heute weiter ausgeweitet. Alpine Bergführer der Bergwacht Bayern und die Alpine Einsatzgruppe der Bayerischen Polizei sichern die Feuerwehrkräfte mit Seilsicherungen und weiteren Maßnahmen in den besonders schwer zugänglichen Bereichen.

„Die Entwicklung während der Nacht ist erfreulich. Die Lage bleibt dennoch anspruchsvoll“, erklärt der Örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christof Grundner. „Unser Ziel ist es, die Situation heute weiter zu stabilisieren und die verbliebenen Glutnester konsequent abzulöschen.“

Nach derzeitigem Stand besteht weiterhin keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Rauchentwicklung wird fortlaufend beobachtet und bewertet. Die über das Modulare Warnsystem MoWaS verbreitete Gefahreninformation wird auf den Bereich des Achentals begrenzt. Ihre Notwendigkeit wird anhand der aktuellen Wetterlage und der Ausbreitungsberechnungen kontinuierlich geprüft und bei Bedarf angepasst.

Lokal kann es weiterhin zu Geruchsbelästigungen durch Brandrauch kommen. Eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung besteht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht. Die Bundesstraße B 305 bleibt bis auf Weiteres für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Die Bevölkerung wird weiterhin dringend gebeten, den Einsatzbereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und die Zufahrtswege für die Rettungskräfte freizuhalten.

Die mit Allgemeinverfügung angeordneten Betretungs- und Befahrungsverbote für den Bereich der Lackenberg-Wand sowie den Bereich um den Wössener See gelten weiterhin. Die genauen Verbotsbereiche sind den Übersichtskarten im Sonderamtsblatt zu entnehmen.

Info vom 30. Juli

300 Einsatzkräfte und sechs Hubschrauber im Löscheinsatz

Aufgrund des Bergwaldbrands im Bereich der Lackenbergwand hat Landrat Andreas Danzer am Donnerstag, 30. Juli 2026, um 11.30 Uhr den Katastrophenfall festgestellt. Damit werden alle eingesetzten Kräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert. Zentrales Schutzziel ist der Schutz der Bevölkerung und des Schutzwaldes in Oberwössen. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Stand nicht. Vorsorglich wurden im talwärts gelegenen Bereich umfangreiche Riegelstellungen aufgebaut, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Nach dem aktuellen Lagebild sind rund 2,5 Hektar Waldfläche von dem Brand betroffen. Die Ausbreitung konnte bislang eingegrenzt werden. Die Lage bleibt jedoch dynamisch: Das steile und teilweise felsige Gelände erschwert die Löscharbeiten erheblich. Zudem können auffrischende Winde zu einer erneuten und raschen Ausbreitung des Feuers führen.

Derzeit sind etwa 300 Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz. Vier Hubschrauber der Bayerischen Polizei unterstützen die Löschmaßnahmen aus der Luft. Seit 15 Uhr sind zudem zwei aus Österreich angeforderte Hubschrauber im Einsatz. Ziel ist es, bis zum Abend möglichst große Mengen Löschwasser in die betroffenen Bereiche einzubringen und damit ein erneutes Aufflammen während der Nacht bestmöglich zu verhindern. „Die Feststellung des Katastrophenfalls ist notwendig, um alle verfügbaren Kräfte und Fachstellen zentral zu bündeln“, erklärt Landrat Andreas Danzer.

„Oberste Priorität haben der Schutz der Bevölkerung und des Schutzwaldes. Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften, die seit gestern Abend unter äußerst schwierigen Bedingungen arbeiten.“ Der Örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christof Grundner, betont: „Wir konnten die weitere Ausbreitung des Brandes bislang begrenzen. Aufgrund des Geländes und der möglichen Windentwicklung bleibt die Lage aber weiterhin anspruchsvoll. Entscheidend ist, die betroffenen Bereiche möglichst intensiv aus der Luft und vom Boden aus zu bewässern.“

Der Badesee in Unterwössen ist wegen der Löschwasserentnahme bis auf Weiteres für die Bevölkerung gesperrt. Auch die B 305 bleibt im betroffenen Bereich großräumig gesperrt. Anwohner und Lieferverkehr können nach Maßgabe der Einsatzkräfte passieren. Die Bevölkerung wird weiterhin dringend gebeten, den Einsatzbereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und sämtliche Zufahrtswege für die Rettungskräfte freizuhalten. Aufgrund der Rauchentwicklung wird empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Das Landratsamt Traunstein hat zudem eine Allgemeinverfügung mit einem Betretungs- und Befahrungsverbot für den Bereich der Lackenberg-Wand sowie den Bereich um den Wössener See erlassen. Das Verbot gilt ab sofort und bis auf Weiteres. Ausgenommen sind insbesondere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und beauftragte Unternehmen. Im Bereich des Wössener Sees sind Bewohner, die Übernachtungsgäste der betreffenden Ferienwohnungen, Beschäftigte und Lieferverkehr der betroffenen Unternehmen.

Siehe auch (1. Meldung): Bayern: Wieder Waldbrand im Kreis Traunstein → Bergwaldbrand bei Unterwössen

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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