D: Historisches Reetdachhaus brennt nieder – Nachbar und Feuerwehrmann rettet Bewohner
SCHENEFELD (D): Ein Großbrand zerstörte in der Nacht zum Montag, dem 31. August 2026, ein historisches Reetdachhaus in Schenefeld (Kreis Pinneberg). Über 60 Einsatzkräfte zweier Feuerwehren standen im Großeinsatz. Dank des mutigen Eingreifens eines Anwohners und Feuerwehrkameraden konnten alle Bewohner rechtzeitig gerettet werden.
Um 2.39 Uhr wurde die Leitstelle über das Feuer am Dach des L-förmigen Gebäudes informiert, woraufhin die Feuerwehr Schenefeld alarmiert wurde. Ein direkt nebenan wohnendes Feuerwehrmitglied eilte umgehend zum Brandobjekt, weckte die schlafenden Bewohner und verhalf allen acht Personen noch vor dem Eintreffen der ersten Löschfahrzeuge ins Freie.

Da mehrere Gerettete über Atemwegsreizungen klagten, wurde das Einsatzstichwort erhöht und ein Großaufgebot des Rettungsdienstes nachalarmiert. Das Feuer breitete sich im Reetdach rasend schnell aus, weshalb um 03:05 Uhr die Feuerwehr Halstenbek dazualarmiert wurde. Insgesamt meldeten sich zehn Personen — darunter zwei leicht verletzte Einsatzkräfte — beim Rettungsdienst; ein Transport ins Krankenhaus war jedoch bei niemandem erforderlich.
Mit zwei Drehleitern und bis zu fünf C-Rohren bekämpften die Florianis die Flammen von allen Seiten. Ein Übergreifen auf die angrenzende Wohnbebauung konnte erfolgreich verhindert werden, das historische Reetdachhaus selbst war jedoch nicht mehr zu retten. Aufgrund der extremen Rauchentwicklung wurde eine großräumige MOWAS-Bevölkerungswarnung herausgegeben.

Um die tief sitzenden Glutnester im Reet zu erreichen, forderte die Einsatzleitung einen Greifarmbagger an, der am Morgen Teile des Daches und des Mauerwerks abtrug. Um 04:47 Uhr hieß es „Feuer unter Kontrolle“, die endgültige Meldung „Feuer aus“ konnte erst um 11:53 Uhr gegeben werden. Für das verpflegende DRK Rellingen und die Aufräumkräfte zog sich der Einsatz bis in den Tag hinein.
Das Gebäude ist unbewohnbar und wurde von der Kriminalpolizei zur Ermittlung der Brandursache beschlagnahmt. Insgesamt standen 68 Feuerwehrkräfte aus Schenefeld und Halstenbek mit 17 Fahrzeugen sowie der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg, das DRK, der Rettungsdienst und die Polizei im Einsatz.
