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Bayern: Großbrand am Kehlsteinhaus in Berchtesgaden → „Eagles Nest“ in Flammen

BERCHTESGADEN (BAYERN): Ein Großbrand hat am Freitagabend, 23. Oktober 2026, das bekannte Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden erfasst und weitgehend zerstört. Rund 200 Einsatz- und Rettungskräfte standen bei dem außergewöhnlichen Brandeinsatz in 1.834 Metern Seehöhe im Einsatz. Die schwierige Zufahrt, die Wasserversorgung und die starke Rauchentwicklung stellten die Feuerwehren vor erhebliche Herausforderungen. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.

Gegen 21.15 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ein Brandalarm aus dem Kehlsteinhaus ein. Die umgehend alarmierten Feuerwehren konnten bereits während der Anfahrt deutlich sichtbare Flammen im Bereich des Gebäudes erkennen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte gegen 21.52 Uhr stand die historische Berggaststätte bereits in Vollbrand.

Die Flammen schlugen weithin sichtbar aus dem Gebäude. Aufgrund der exponierten Lage auf dem Kehlstein gestaltete sich die Zufahrt für die Löschfahrzeuge äußerst schwierig. Das Kehlsteinhaus befindet sich in 1.834 Metern Seehöhe und ist normalerweise über eine eigens angelegte Bergstraße mit mehreren Tunneln sowie einen Aufzug erreichbar.

Schwierige Brandbekämpfung und zweite Wasserversorgung

Neben der schwierigen Erreichbarkeit stellte insbesondere die Wasserversorgung eine Herausforderung dar. Wie Kreisbrandmeister Sebastian Walch gegenüber dem Regionalmedium BGLand24 erklärte, waren zunächst die Feuerwehren Berchtesgaden, Marktschellenberg, Königssee und Schönau alarmiert worden. Im weiteren Einsatzverlauf wurden auch die Feuerwehren Ramsau und Bischofswiesen nachalarmiert.

Gegen Mitternacht waren bereits mehr als 100 Feuerwehrkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt wurde nach Angaben des Kreisbrandmeisters eine zweite Wasserversorgung hergestellt. Erschwerend kamen die starke Rauchentwicklung und die Bedingungen im unmittelbaren Bereich des brennenden Gebäudes hinzu. Nach Polizeiangaben konnten sowohl das Kehlsteinhaus selbst als auch dessen nähere Umgebung nur mit schwerem Atemschutz betreten werden.

Die Brandbekämpfung erstreckte sich über die gesamte Nacht. Auch am Samstagmorgen, 24. Oktober 2026, waren noch Flammen und Glutnester vorhanden. Die Einsatzkräfte setzten ihre Löschmaßnahmen unter Atemschutz fort. Zudem wurde der Gebäudebereich weiterhin auf möglicherweise anwesende Personen kontrolliert. Insgesamt standen rund 200 Einsatz- und Rettungskräfte von Feuerwehren aus sechs Gemeinden, der Kreisbrandinspektion, dem Bayerischen Roten Kreuz, der Bergwacht und der Polizei im Einsatz.

Gebäude weitgehend zerstört

Mit Tagesanbruch wurde das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa wurde das Kehlsteinhaus durch die Flammen weitgehend zerstört. Auch ein Sprecher der Polizei bestätigte am Samstagvormittag, dass das Gebäude größtenteils abgebrannt sei. Die Löscharbeiten waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Wie groß der entstandene Sachschaden ist und welche Teile des denkmalgeschützten Gebäudes erhalten werden können, stand zunächst nicht fest. Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs keine Personen im Kehlsteinhaus. Die Polizei geht daher davon aus, dass durch den Großbrand niemand verletzt wurde.

Kriminalpolizei ermittelt wegen möglicher Brandstiftung

Noch in der Nacht übernahm die Kriminalpolizei Traunstein unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein die Ermittlungen zur Brandursache. Kurz nach dem Brandausbruch war eine verdächtige Person in den Fokus der Ermittler geraten und vorläufig festgenommen worden. Inzwischen bestätigte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, dass der Verdacht eines Brandstiftungsdelikts geprüft wird. Ob die festgenommene Person tatsächlich mit dem Feuer in Zusammenhang steht, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Eine gesicherte Brandursache liegt bislang nicht vor.

Bedeutung des Gebäudes

Das Kehlsteinhaus zählt zu den bekanntesten Ausflugszielen im Berchtesgadener Land. Es wurde 1937/1938 während der nationalsozialistischen Herrschaft als Repräsentationsgebäude errichtet und gehörte zum damaligen Sperrgebiet am Obersalzberg. Seit 1952 wurde das Gebäude als Berggaststätte genutzt. Eine Ausstellung beschäftigte sich mit seiner historischen Bedeutung. Für die laufende Besuchersaison war ursprünglich noch ein Betrieb bis zum 8. November 2026 vorgesehen. Nach dem Großbrand ist die weitere Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes vorerst ungewiss.

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