D: Starke Regenfälle sorgen für Großeinsatz an der Ruhr-Sieg-Strecke in Lennestadt
LENNESTADT (DEUTSCHLAND): Ein zunächst überschaubar wirkender Einsatz entwickelte sich am Sonntag, 25. Oktober, zu einem umfangreichen und langwierigen Großeinsatz infolge der starken Regenfälle der vergangenen Nacht in Lennestadt-Altenhundem (Kreis Olpe im Sauerland).
Gegen kurz vor 13 Uhr wurde die Feuerwehr zu einer Baustelle an der Olper Straße alarmiert. Im weiteren Verlauf waren mehr als 160 Einsatzkräfte und Helferinnen und Helfer verschiedener Organisationen vor Ort. An der Baustelle zur Hangsicherung der Ruhr-Sieg-Strecke unmittelbar am Bach „Hundem“ hatten insbesondere die starken Niederschläge der vergangenen Nacht für erhebliche Probleme gesorgt. Rohre, über die das Wasser während der Bauarbeiten umgeleitet wird, hatten sich vermutlich infolge des Sturms durch Bäume, Äste und weiteres Treibgut zugesetzt. Das Wasser konnte dadurch nicht mehr wie vorgesehen abfließen und strömte über die Umleitung hinweg in die Baustelle.

Die Leitung des umfangreichen Einsatzes übernahm der Leiter der Feuerwehr Lennestadt, Benjamin Heinert. Aufgrund der zunehmend komplexen Lage wurden frühzeitig weitere Fachkräfte und Organisationen nachgefordert und in die Maßnahmen eingebunden. Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützte mit umfangreichen Kräften und Material. Vor Ort kamen unter anderem ein Fachberater des THW, ein Baufachberater sowie ein Fachberater Deich zum Einsatz. Darüber hinaus waren die Technischen Züge aus Olpe und Lennestadt mit zahlreichen Einsatzkräften und technischem Gerät an der Einsatzstelle tätig.
Die Fachberater unterstützten insbesondere bei der Beurteilung der Standsicherheit der betroffenen Mauer, der Auswirkungen des Wasserdrucks sowie bei der Festlegung weiterer Sicherungsmaßnahmen. Parallel dazu arbeiteten die Kräfte der Technischen Züge gemeinsam mit Feuerwehr und weiteren beteiligten Organisationen über mehrere Stunden an der Stabilisierung und Sicherung des betroffenen Bereichs. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Einsatzes war die Unterstützung durch die DLRG. Deren Strömungsretter kamen unmittelbar im Bereich der Hundem zum Einsatz und arbeiteten dort unter schwierigen Bedingungen im und am Wasser. Gemeinsam mit dem ausführenden Bauunternehmen wurde versucht, die zugesetzten Umleitungsrohre mit Unterstützung eines Teleskopstaplers und eines Baggers soweit wie möglich von Treibgut und Ablagerungen freizulegen.

Darüber hinaus bargen die Strömungsretter Teile eines Baugerüstes, die durch die Wassermassen aus der Baustelle gerissen worden waren. Weitere Gerüstteile wurden mithilfe einer Drohne der DLRG flussabwärts lokalisiert. Nach gemeinsamer Bewertung stellten diese zunächst keine unmittelbare Gefahr dar, sodass dort keine weiteren Maßnahmen durch die Feuerwehr erforderlich waren. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf umfangreichen Sandsackarbeiten. Auf der Bachseite wurden Sandsäcke in Stellung gebracht, um die Mauer zusätzlich zu sichern und dem Wasserdruck entgegenzuwirken. Im Laufe des Einsatzes wurden mehr als 1.000 Sandsäcke verbaut.
Gleichzeitig machte sich das Wasser auch auf der gegenüberliegenden Seite der Bahngleise bemerkbar. Es drang unterhalb der Gleisanlagen hindurch bis in die Poststraße. Dort wurden Hochwasserbarrieren aufgebaut und Sandsäcke eingesetzt, um das Wasser gezielt in vorhandene Straßenabläufe und Gullys zu leiten. Zudem musste ein Stromkasten gegen das eindringende Wasser gesichert werden. Ein Wassereintritt in eine angrenzende Tiefgarage konnte durch die Maßnahmen verhindert werden.

Neben den bereits auf der Baustelle vorhandenen Pumpen setzte die Feuerwehr mehrere Tauchpumpen ein, um kontinuierlich Wasser aus dem Baustellenbereich abzupumpen. Die verschiedenen Maßnahmen von Feuerwehr, THW, DLRG und Bauunternehmen zeigten im Verlauf des Einsatzes Wirkung. Dennoch waren über Stunden hinweg erhebliche personelle und technische Ressourcen erforderlich, um die Situation schrittweise zu stabilisieren.
Aufgrund der langen Einsatzdauer wurden die eingesetzten Feuerwehrkräfte im weiteren Verlauf nach und nach durch weitere Löschgruppen abgelöst und ausgetauscht. Dies war insbesondere deshalb notwendig, weil zahlreiche Einsatzkräfte aus Altenhundem und Meggen bereits in der Nacht zuvor bei mehreren wetterbedingten Einsätzen gefordert waren. Durch den schrittweisen Kräftewechsel konnte die Einsatzbereitschaft über den gesamten Nachmittag und Abend hinweg sichergestellt und die Belastung der einzelnen Einsatzkräfte reduziert werden.
Mit Einbruch der Dunkelheit wurde die Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet. Für Einsatzkräfte, die teilweise über längere Zeit im oder unmittelbar am kalten Wasser arbeiteten, wurden zusätzlich beheizte Zelte eingerichtet, in denen sie sich aufwärmen konnten. Auch die Versorgung der zahlreichen Einsatzkräfte musste organisiert werden. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Verpflegung der Helferinnen und Helfer vor Ort.

Insgesamt waren im Verlauf des Einsatzes mehr als 160 Einsatzkräfte und Helferinnen und Helfer verschiedener Organisationen beteiligt. Einen wesentlichen Anteil an den umfangreichen Sicherungsmaßnahmen hatten insbesondere das Technische Hilfswerk mit Fachberatung, Baufachberatung, Fachberatung Deich sowie den Technischen Zügen aus Olpe und Lennestadt und die DLRG mit Strömungsrettern und Drohneneinheit. Ebenfalls beteiligt waren die Feuerwehr Lennestadt, das Deutsche Rote Kreuz, der Notfallmanager der Deutschen Bahn, die Polizei, der Bauhof der Stadt Lennestadt sowie die Stadtwerke. Darüber hinaus unterstützte die Feuerwehr der Gemeinde Kirchhundem die Maßnahmen.
Was zunächst mit einem kleinen Einsatzstichwort begann, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Großeinsatz, bei dem zahlreiche Organisationen eng zusammenarbeiteten. Durch das koordinierte Vorgehen und den hohen personellen sowie technischen Einsatz konnte die Situation im Laufe des Nachmittags und Abends zunehmend stabilisiert werden. Gegen 21:30 Uhr konnten die letzten Maßnahmen abgeschlossen und der Einsatz nach rund achteinhalb Stunden beendet werden.


