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Spanien: Zugsunglück von Urda fordert bereits 69 Todesopfer – Hunderte Einsatzkräfte suchen weiter

URDA (SPANIEN) Nach der schweren Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge bei Urda in der Provinz Toledo ist die Zahl der Todesopfer am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, auf 69 gestiegen. Rund 50 Verletzte befinden sich weiterhin in Krankenhäusern. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten wurden auch während der Nacht ohne Unterbrechung fortgesetzt. Mehrere Hundert Einsatzkräfte, darunter Feuerwehrleute, Angehörige der militärischen Katastrophenschutzeinheit UME und der Guardia Civil, arbeiten weiterhin an der Unfallstelle. Mit schwerem Gerät werden die zerstörten Waggons angehoben und die Trümmerbereiche nach weiteren Opfern durchsucht.

UME mit 250 Kräften im Einsatz

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums und des Verteidigungsministeriums wurde das Aufgebot der UME inzwischen auf 250 Einsatzkräfte erhöht. Die Guardia Civil stellte 422 Angehörige und 123 Einsatzmittel bereit. Dazu kamen unter anderem drei Hubschrauber, Drohnen, Suchhunde und weitere Spezialkräfte. Der Zivilschutz war mit 102 Angehörigen vertreten, die Nationalpolizei mit 53 Kräften. Bereits während der Nacht waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, Teile der zerstörten Züge zu zerschneiden und Waggons mit Schwerlastkränen anzuheben. Ein über die Böschung gestürzter Waggon konnte bewegt werden. Die UME berichtete am Donnerstagmorgen ausdrücklich über die Arbeiten zum Zerschneiden und Anheben eines der beschädigten Waggons.

Die Guardia Civil setzte zusätzlich Drohnen mit Wärmebildtechnik ein. Polizeikräfte durchsuchten auch das umliegende Gelände. Der unmittelbare Unfallbereich wurde großräumig abgesperrt, um die Bergungsarbeiten und gleichzeitig die kriminaltechnische Untersuchung zu ermöglichen.

Video der militärischen Katastrophenschutzeinheit UME

50 Verletzte weiterhin im Krankenhaus

Der Präsident der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, bestätigte am Donnerstagvormittag die Erhöhung der Opferzahl auf 69. Ein weiterer Verletzter war während der Nacht in einem Krankenhaus verstorben. Von 110 in Krankenhäusern der Region behandelten Personen konnten inzwischen 60 wieder entlassen werden. 50 befanden sich weiterhin in stationärer Behandlung. 15 Patienten waren als besonders schwer verletzt eingestuft worden. Bei vier von ihnen wurde inzwischen eine positive Entwicklung ihres Gesundheitszustands gemeldet.

Parallel zu den Bergungsarbeiten läuft die Identifizierung der Todesopfer. Dabei kommen Rechtsmediziner und Spezialisten der Guardia Civil zum Einsatz. Angehörige werden gebeten, gegebenenfalls DNA-Proben für die Identifizierung zur Verfügung zu stellen.

Zugsicherung ausgefallen – Ermittlungen konzentrieren sich auf die Leitstelle

Auch zur Unfallursache liegen inzwischen konkretere Erkenntnisse vor. Nach bisherigen Angaben des spanischen Verkehrsministeriums fiel am Mittwoch gegen 8.30 Uhr das elektronische Zugsicherungssystem LZB auf einem längeren Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke aus. Dadurch wurden sechs Züge automatisch angehalten. Wenige Minuten später erhielt der nachfolgende AVE-Zug von der Bahnverkehrsleitstelle Adif in Madrid die Anweisung, seine Fahrt mit normaler Geschwindigkeit fortzusetzen. Nach Angaben des Verkehrsministeriums hätte unter diesen Umständen jedoch nur eine Weiterfahrt unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen und mit entsprechend reduzierter Geschwindigkeit erlaubt werden dürfen.

Video der militärischen Katastrophenschutzeinheit UME

Der AVE setzte seine Fahrt fort und kollidierte gegen 8.53 Uhr mit dem weiterhin auf der Strecke stehenden Iryo-Zug. Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete die erteilte Fahrfreigabe als nicht nachvollziehbar. Die Untersuchungen konzentrieren sich nun insbesondere auf die Abläufe in der Leitstelle, die Kommunikation mit den Lokführern und die Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften. Die endgültige Unfallursache ist noch nicht festgestellt.

Bahnverkehr weiterhin unterbrochen

Die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Madrid und Andalusien bleibt unterbrochen. Renfe kündigte einen Ersatzverkehr über konventionelle Bahnstrecken an. Ab Freitag, dem 30. Oktober, soll ein erweitertes alternatives Transportkonzept angeboten werden. Die spanische Regierung hat für den Zeitraum vom 29. bis 31. Oktober eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

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