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Tödlicher Einsatz bei Hochhausbrand

Kairo – Ägypten: Beim Einsturz eines in Brand geratenen Hochhauses in einem Vorort der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind mindestens acht Menschen getötet worden. Rettungsteams suchten Dienstagfrüh noch nach Verschütteten.

Es seien vor allem Feuerwehrmänner und Polizisten darunter. Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 40 Menschen verletzt. Bei den Toten handle es sich um zwei Zivilisten und zwei Soldaten, sagte Kairos Sicherheitschef Nabil el Assabi. Die meisten der elf Verschütteten hätten bei der Evakuierung des brennenden Gebäudes geholfen.

Das Haus war nach dem Ausbruch des Feuers in einem der unteren Stockwerke eingestürzt. Von dem Hochhaus, in dem auch ein Restaurant untergebracht war, war nur noch ein Schutthaufen übrig. Sicherheitskräfte riegelten das Gelände ab. Die Bewohner von zwei Nachbarhäusern, an denen Risse entdeckt wurden, wurden in Sicherheit gebracht. Mit aller Vorsicht räumte eine Planierraupe Betonplatten des eingestürzten Gebäudes zur Seite. Rettungshelfer arbeiteten sich mit Pressluftbohrern an die Stelle voran, wo sie die Verschütteten vermuteten. Nach Angaben der Feuerwehr war das 20 Jahre alte Haus rund eineinhalb Stunden nach Ausbruch des Brandes aus bisher ungeklärter Ursache zusammengestürzt.
n der Nacht fuhren Krankenwagen im Minutentakt am Unglücksort vor. Das zerstörte Hochhaus liegt an einer belebten Geschäftsstraße von Nasr City, einem Viertel der Mittelschicht. Der Gouverneur von Kairo, Abdel Rahim Schihata, sagte, bereits 1992 sei der Abbruch des Gebäudes angeordnet worden. Der Baugenehmigung zufolge seien nur vier Stockwerke erlaubt gewesen, das Haus sei jedoch um sieben Etagen aufgestockt worden. In Ägypten ist es bereits des Öfteren zum Einsturz von größeren Gebäuden gekommen, da Bauvorschriften vielfach missachtet werden.

Bei Unglücken wie jetzt dem Gebäudeeinsturz in Kairo ist ein Überleben unter den Trümmern tagelang möglich. In der Regel können Menschen drei Tage ohne Wasser überstehen, dann wird das Gehirn mit Giftstoffen überschwemmt und schaltet ab. Immer wieder gibt es aber Fälle von Langzeitüberlebenden, sie gehören dem deutschen Katastrophenexperten Matthias Klebe zufolge in die Kategorie „medizinische Wunder“.
Die größte Gefahr, die einem Verschütteten droht, ist das Verdursten. Ein Erwachsener sollte täglich etwa 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, damit alle Körperfunktionen normal ablaufen können. Steht diese Menge nicht zur Verfügung, kommt es zu Austrocknungserscheinungen. Bei einem Verlust von fünf bis zwölf Prozent der Körperflüssigkeit entsteht bereits ein quälendes Durstgefühl und die Schleimhäute trocknen aus. Bei einem weiteren Verlust von etwa 20 Prozent tritt der Tod durch Verdursten ein. Zuvor wird der Betroffene allerdings bewusstlos: Weil die Nieren giftige Stoffwechselprodukte nicht mehr ausscheiden können, überschwemmen diese Gifte das Gehirn, das deshalb seine Arbeit einstellt.

Der Flüssigkeitsverlust und damit die Überlebenschance ist abhängig von der Umgebungstemperatur. In der Wüste verdurstet ein Mensch schneller als in einer kalten Umgebung. Als Rekord gilt der Fall eines 56-Jährigen, der nach dem verheerenden Beben von Bam im Iran nach 13 Tagen unter den Trümmern lebend geborgen wurde. Jugend oder Alter scheinen beim Überleben unter Trümmern aber keine Rolle zu spielen. Im September 1986 wurde eine 75-jährige Frau zehn Tage nach dem Erdbeben im südgriechischen Kalamata gerettet, nachdem ihre Hilferufe von einem Passanten gehört worden waren. Und bei dem Erdbeben im September 1985 in Mexiko-Stadt wurden noch sieben Tage nach der Katastrophe 41 neugeborene Säuglinge lebend gefunden. Diese „Wunderbabys“ hatten nur überlebt, weil ihr Stoffwechsel mit minimaler Leistung gearbeitet hatte und sie keiner allzu starken Auskühlung ausgesetzt waren.

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