Vertrag für Behördenfunk nun neu vergeben!
Österreich: Das Innenministerium hat überraschend rasch einen neuen Errichter und Betreiber für das österreichweite Behördenfunknetz ‚Digitalfunk BOS Austria‘ (ehedem: ‚ADONIS‘) ausgewählt.
Wie das Ressort am Dienstag mitteilte, hat ein Konsortium aus Alcatel und Motorola den Auftrag erhalten. Alcatel/Motorola habe sich in der Neuausschreibung als Best- und Billigstanbieter erwiesen. Technische Tests seien bereits absolviert worden, die nun ausgewählte Technik sei auch in verschiedenen EU-Ländern bereits im Einsatz, hieß es aus dem Ministerium. Nach langen Streitereien hatte das Innenministerium den Auftrag für das Behördenfunknetz an das Konsortium master-talk im Sommer 2003 wieder zurückgezogen. Der Beschluss zur Klage des Konsortiums gegen das Ministerium soll nach Medienberichten nur noch eine Frage der Zeit sein und dieser Tage fallen. Die Rede ist, dass die Konsortialmitglieder [Siemens Österreich und Wiener Stadtwerke halten je 32,45 Prozent, der RZB gehören 25,1 Prozent, zehn Prozent dem Verbund] mindestens 100 Millionen Euro Schadenersatz verlangen wollen.
Durch die Neuvergabe ist das Projekt laut Ministerium nun deutlich billiger geworden. Hatte master-talk die Kosten noch mit 310 Mio. Euro beziffert, sollen die Investitionskosten bei Alcatel/Motorola nur noch bei 133 Mio. Euro liegen – also eine Gesamtkostenreduktion von mindestens 55 Prozent, betonte das Innenministerium. Allerdings soll das System nach der Neuvergabe statt ursprünglich 2005 nun erst 2009 in Betrieb gehen.
Zwischen Siemens und Innenminister Ernst Strasser [ÖVP] hatte es rund um den Entzug des Auftrags heftige verbale Schlagabtäusche gegeben.
