‚Todestunnel‘ – Drehstart in Österreich für internat. Film
Ein dramatisches Thema, filmisch umgesetzt als topbesetzte europäische Großproduktion, die seit Mittwoch, dem 22. September 2004, in der Steiermark gedreht wird: ‚Todestunnel‘ ist der Titel des vom ORF koproduzierten TV-Dramas, das als Kooperation der Länder Österreich, Deutschland, Italien, Slowakei Ungarn und Rumänien entsteht.
Der Film wird zur Gänze in der Steiermark gedreht, wobei das Unglück in einem fiktiven Tunnel zwischen Österreich und Italien spielt. Das Hauptmotiv ist die noch nicht in Betrieb genommene zweite Röhre des Herzogbergtunnels bei Modriach, weiters wird in Graz und Umgebung gefilmt. ‚Todestunnel‘ erzählt die Geschichte einer jungen Staatsanwältin, der die Anklage in einer großen Tunnelkatastrophe übertragen wird. Als sie beginnt, den an sich klaren Fall aufzurollen, entdeckt sie Dinge, die offenbar vertuscht werden sollten. Die gebürtige Grazerin Aglaia Szyszkowitz, die für den ORF zuletzt die Schwarzenberger-Komödie ‚Zuckeroma‘ drehte, spielt die ambitionierte Juristin, die fest entschlossen ist, die Wahrheit hinter dem Unglück zu finden, das 47 Menschen das Leben kostete. Der ORF zeigt das bewegende Event-Movie, das der Schweizer Regisseur Dominique Othenin-Girard (‚Der Venusmörder‘, ‚Die Kreuzritter‘) nach einem Drehbuch von Holger-Karsten Schmidt (‚BBA – Der Briefbomber‘) in Szene setzt, voraussichtlich 2005.
Nicht nur finanziell sondern auch in der Besetzung ist ‚Todestunnel‘ eine europäische Kooperation: In der österreichischen Schauspielerriege finden sich an der Seite von Aglaia Szyszkowitz, die hier erstmals gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Roswitha Szyszkowitz (als Unfallopfer) vor der Kamera steht, u. a.: Gunther Gillian als Mitglied des österreichischen Rettungsteams (drehte für den ORF zuletzt ‚D’Artagnan und die drei Musketiere‘), Alexander Lutz als weiteres Unfallopfer, Christoph Moosbrugger als Tunnelarchitekt (im Herbst in der Historienverfilmung ‚Marie Bonaparte‘ als Filmehemann von Catherine Deneuve im ORF sehen), Serge Falck als Tunnelbetreiber, Peter Faerber als Augenzeuge und – nach einer längeren Pause wieder in seiner ersten Filmrolle – Karlheinz Hackl als skrupelloser Politiker. Von deutscher Seite spielen u. a.: August Zirner den Oberstaatsanwalt, der Berliner ‚Tatort‘-Kommissar Dominic Raacke den Einsatzleiter, Ex-‚Rex‘-Herrl Gedeon Burkhard einen mutigen Motorradfahrer, der 17 Menschen aus dem Tunnel rettet, und Götz Otto (derzeit im NS-Epos ‚Der Untergang‘ im Kino zu sehen) den Lkw-Lenker, der den Unfall verursacht. Auch eine Reihe italienischer Schauspieler ist mit von der Partie, so u. a.: Ettore Bassi, der Sabine Finks Amtskollegen gibt, Flavio Insinna als weiteres Unfallopfer und Rosalinda Celentano, die Tochter des Entertainers Adriano Celentano, die bisher u. a. in Mel Gibsons ‚Passion Christi‘ zu sehen war und in ‚Todestunnel‘ eine couragierte italienische Feuerwehrfrau spielt.
Schwierige Arbeitsbedingungen für 100-köpfiges Filmteam
Als Filmtunnel dient die noch nicht in Betrieb genommene Südröhre des Herzogbergtunnels auf dem steirischen Pack-Abschnitt der Südautobahn A 2 im Bereich Mooskirchen – Modriach, die den Straßenverkehr künftig auf einer Länge von rund zwei Kilometern durch den Herzogberg Richtung Klagenfurt führen soll. Da die Röhre baulich zwar fertig gestellt ist, jedoch Technik und Infrastruktur noch fehlen, mussten eigens für die Dreharbeiten unter
anderem Elektrizität und Beleuchtung, Straßenmarkierungen und Wasserzufuhr organisierten werden. Ebenso wurde die Basis für zeitweise bis zu 100 Filmteam-Mitglieder im und um den Tunnelbau errichtet. Um die schwierigen Luftströmungsverhältnisse im Tunnel regulieren zu können, wurden eigens große Gebläse und Rotoren eingesetzt. Die Arbeitsbedingungen in der Röhre sind auf Grund des beschränkten Raums grundsätzlich bedeutend schwieriger:
Ist zum Beispiel der Einsatz von Feuer oder von Stunts mit Fahrzeugen bereits im Freien eine komplexe Sache, gestaltet sich dies im Tunnel um einiges aufwendiger.
James Bond und Gladiator im Tunnel
Für Special Effects und Stunts zeichnet beim ‚Todestunnel‘ ein international agierendes Team verantwortlich: Willy Neuner, der seit Jahrzehnten erfolgreiche und u. a. James-Bond-erfahrene Tiroler Experte für alles, was effektvoll explodiert, kracht und aus waghalsigen Höhen zu Boden stürzt, leitet hier das rund zehnköpfige Special-Effects-Team. Dieses hat im Tunnel alle Hände voll zu tun, denn schließlich gibt es zahlreiche Lkw- und Auto-Crashs, Explosionen und Rettungsaktionen, die glaubwürdig über die Bühne gehen müssen. Die rund 18-köpfige Stuntgruppe steht unter der Leitung des Tschechen Ladislav Lahoda, der bisher bei einer Vielzahl an Hollywood-Movies mitwirkte, so zum Beispiel bei ‚Titanic‘, ‚Gladiator‘ und ‚Die Rückkehr der Mumie‘ oder zuletzt bei ‚Troja‘ und ‚King Arthur‘. Seine jüngste Arbeit bei einer ORF-Koproduktion war der Einsatz im Mantel-und-Degen-Remake ‚D’Artagnan und die drei Musketiere‘, das erst kürzlich abgedreht wurde. Beratende Unterstützung erhält das Filmteam dabei auch von Tunnel-Experten des ÖAMTC, von technischen Konsulenten der steirischen Landesregierung sowie von der Feuerwehr. So beeindruckend die Stunt- und SFX-Teams auch arbeiten – nicht alles kann real gedreht werden. So wird zum Beispiel die lebensbedrohliche Rauchwolke, die nach der
Brandkatastrophe den gesamten Tunnel ausfüllt und viele Menschen ersticken lässt, komplett am Computer generiert.
Doch nur rund die Hälfte der Filmhandlung spielt im Tunnel: Weitere Szenen werden in Graz gedreht, unter anderem in der Universität, die als Staatsanwaltschaft fungiert, im Landesgericht für Strafsachen und im Landeskrankenhaus. Orte an der südsteirischen Weinstraße dienen als italienische Schauplätze. Die Dreharbeiten zum ‚Todestunnel‘ sind noch bis 3. November geplant.
Mehr zum Inhalt des Films:
Die Staatsanwältin Sabine Fink (Aglaia Szyszkowitz) übernimmt die Anklage im Fall des Brandunglücks im Sellertunnel, das 47 Menschen das Leben kostete. Für den scheidenden Oberstaatsanwalt Grabowski (August Zirner) sind die Recherchen abgeschlossen, der Fall eindeutig: Der Lkw-Lenker Roman Sikorski (Götz Otto), der übermüdet am Steuer eingeschlafen und in die wartende Autoschlange vor der Tunnelbaustelle gerast ist, hat das Unglück verursacht. Doch Sabine macht sich selbst ein Bild und stößt beim Studium der Akten auf Fotos und Zeugenaussagen, die darauf hinweisen, dass die Schuldfrage wesentlich komplexer ist als bisher dargestellt. Skrupellose Baufirmen, mediengeile Politiker, laxe Behörden, schlampige Wartung – jeder, der mit dem Tunnel zu tun hatte, scheint Dreck am Stecken zu haben. Nur dem Heldenmut Einzelner ist es zu verdanken, dass die Katastrophe nicht noch mehr Opfer forderte.
‚Todestunnel‘ ist eine Koproduktion von Bavaria Film, RTI, Satel Film und Bavaria Media für SAT.1, ORF, den slowakischen Sender TV Markiza, Magyar RTL, und den rumänischen Sender sc ABC, hergestellt mit Unterstützung von FFF Bayern, RTR, Cine Styria und Filmcommission & Fonds Stadt Graz.
