Neues von TETRA (ADONIS)
Österreich: Am 1. Oktober nimmt die Firma Tetron offiziell ihre Geschäfte auf. Deren Gesellschafter sind Motorola (80,1 Prozent) und Alcatel (19,9). Tetron soll im Auftrag des Innenministeriums ein österreichweites Funknetz für Exekutive, Hilfsorganisationen und Heer aufbauen.
133 Mill. Euro lässt sich der Bund das Projekt kosten. Ebenfalls eine dreistellige Millionensumme sollen die Länder beitragen. Dass so ein Vorhaben, bei dem die Bedürfnisse von Ministerien, Ländern, Rettung oder Feuerwehr unter einen Hut gebracht werden müssen, kein Honiglecken ist, zeigte sich im Vorjahr. Nach massiven Funkstörungen zwischen Innenministerium und dem damaligen Betreiber Master-talk wurde das Projekt gestoppt und neu ausgeschrieben. Diese Ausschreibung gewann das Konsortium Motorola, Alcatel und Telekom Austria. Zurück zu Tetron: Dort hat sich Haupteigentümer Motorola nun gegen etwaige Funkstörungen zur Politik abgesichert. Einer der beiden Tetron-Geschäftsführer ist nämlich Bernhard Krumpel. Und Krumpel hat beste Kontakte zum Auftraggeber Innenministerium. Er war stellvertretender Kabinettschef von Innenminister Ernst Strasser. Als rechte Hand Strassers war er an vorderster Front, als es darum ging, das rote Ministerium politisch umzufärben.
Und: Er war im Kabinett für den Behördenfunk zuständig. Danach trat Krumpel ins Infrastrukturministerium über, leitete das Kabinett von Staatssekretär Helmut Kukacka, verließ diesen Posten wenige Tage bevor ein ÖVP-Mitglied zum neuen ÖBB-Chef gekürt wurde. Der zweite Tetron-Geschäftsführer, Hans Joachim Wirth, kommt von Motorola Deutschland. Wirth ist Tetra-Experte. Er soll sich in Österreich Meriten verdienen, um später den Sicherheitsfunk in Deutschland einzuführen, heißt es.
Übrigens: Ihre erste knifflige Aufgabe haben die Geschäftsführer von Tetron mit Bravour gemeistert. Ursprünglich sollte die Betreibergesellschaft nämlich nicht Tetron, sondern ALMO heißen. AL steht für Alcatel, MO für Motorola. Zum Leidwesen der Funk-Experten gibt es den Markennamen ALMO schon. Steirische Bauern vermarkten unter ALMO ihr köstliches Alm-Ochsenfleisch.
