Backdraft bei Wohnhausbrand
Bezirk Mödling (Nö): Samstag Abend kam es im Bezirk Mödling innerhalb weniger Stunden zu zwei gefährlichen Wohnhausbränden. In Maria Enzersdorf-Südstadt stand ein Bungalow in Flammen, dort hatte sich ein so genannter ‚Backdraft‘, das heißt eine explosionsartige Durchzündung der Rauchgase mit großer Zerstörungskraft, ereignet. In Wiener Neudorf kämpfte die Feuerwehr gegen einen Saunabrand im Keller eines Einfamilienhauses. Nur durch Zufall gab es keine Personenschäden.
Mehrere aufgeregte Anrufer wählten um 17.23 Uhr den Feuerwehrnotruf 122. Massiver Rauch drang aus dem Bungalow in der Dobrastrasse in der Südstadt.
Die Feuerwehr-Bezirksalarmzentrale Mödling alarmierte die örtlich zuständige Feuerwehr Maria Enzersdorf. Die Einsatzkräfte verschafften sich über die Gartenmauer Zugang zum Objekt. Im Inneren des Bungalows schlugen dem Angriffstrupp (siehe Bilder), der unter schwerem Atemschutz vorging, Flammen und dichter Qualm entgegen.

Aufgrund der guten Zugangsmöglichkeiten über den Garten des ebenerdigen Objektes gelang es rasch, den Brand mit einem Hochdruckstrahlrohr unter Kontrolle zu bringen. Da befürchtet wurde, dass sich Personen im Gebäude befinden, wurde das Haus von Atemschutztrupps durchsucht.
Wie sich herausstellte, haben die betagten Besitzer des Bungalows offensichtlich mehrere Schutzengel gehabt:
Erst kurz vor dem Brand waren sie von einer mehrtägigen Reise in das Haus zurückgekehrt, stellten ihr Gepäck aber nur im Vorzimmer ab und fuhren mit dem Taxi zum Abendessen. Leichter Brandgeruch im Haus veranlasste das Ehepaar zwar zu kurzer Nachschau im Keller, das Wohnzimmer betraten sie nicht. Schließlich kam man zum Schluss, der stürmische Wind könnte für den Geruch verantwortlich sein.
Gegen 17 Uhr verließ das Ehepaar den Bungalow. In den nächsten Minuten entwickelte sich im Haus ein äußerst gefährlicher Brand – vermutlich ausgehend von einer Stereoanlage im Wohnzimmer. Es entwickelten sich große Mengen brennbarer Rauchgase, die schließlich mit einer Verpuffung schlagartig durchzündeten. Durch den dabei entstehenden Druck wurde ein mehrere Quadratmeter großes Fenster zum Wintergarten mitsamt dem Rahmen aus der Mauerverankerung gerissen, auch die Verbundglasscheiben des Wintergartens zerbarsten, Einrichtungsgegenstände wurden weggeschleudert.
Kurz danach schlugen die Nachbarn Alarm.
Durch den Brand wurde der Bungalows durch Flammen und Hitze, vor allem aber durch Qualm- und Russeinwirkung schwer in Mitleidenschaft gezogen und unbewohnbar. Die Feuerwehr Maria Enzersdorf organisierte für das betagte Ehepaar eine Hotelunterkunft.

Der Feuerwehreinsatz dauerte bis gegen 21 Uhr. Die Einsatzstelle musste für die Brandermittlungen der Gendarmerie beleuchtet und das zerstörte Großflächenfenster mit Holztafeln verschlossen werden. Eingesetzt waren 20 Mann mit 6 Fahrzeugen.
Saunabrand in Wiener Neudorf: Um 18.40 wurde die Feuerwehr Wiener Neudorf von der Bezirksalarmzentrale Mödling zu einem Wohnhausbrand in die Laxenburgerstrasse 29 alarmiert. Ein Ehepaar hatte den Saunaofen im Keller eingeschaltet und war dann spazieren gegangen. Währenddessen geriet die Sauna in Brand. Die Feuerwehr Wiener Neudorf bekämpfte das Feuer mit vier Atemschutztrupps die zwei Hochdruck- und ein C-Rohr einsetzten. Mittels Überdruckbelüfter wurde das Haus rauchfrei gemacht. Die Wärmebildkamera der Feuerwehr Wiener Neudorf leistete bei dem Einsatz gute Dienste.
Nur durch glückliche Zufälle ist es beim Brand in der Südstadt zu keinem Personenschaden gekommen. Besonders gefährlich sind Brände, die sich in den Nachtstunden entwickeln. Um vor dem hochgiftigen Qualm zu flüchten, bleiben nur wenige Minuten Zeit. Ohne Heim-Rauchmelder, der rechtzeitig warnt, läuft man Gefahr, diese kurze Überlebenschance zu verschlafen und nie wieder aufzuwachen.
Qualitäts-Heimrauchmelder kosten um die 25 Euro. Erkennbar sind diese hochwertigen Produkte am VdS-Prüfzeichen (Verband der Sachversicherer, BRD). Billigst-Melder, wie sie schon um 10 Euro angeboten werden, erfüllen kaum die erforderlichen Sicherheitskriterien. Beratung gibt es bei den Feuerwehren bzw. bei der Servicestelle der Bezirksalarmzentrale Mödling, 02236/41 5 10-0.
Grundsätzlich kann jedes mit dem Stromnetz verbundene Elektrogerät einen Brand auslösen. Meist sind es jedoch Geräte im Standby-Modus (wie Fernseher, Videorecorder oder Stereoanlagen), die zur Zündquelle werden. Der Grund ist, dass diese Geräte im Bereitschaftsmodus eben nicht völlig abgeschaltet sind und daher Wärme produzieren. Dadurch kann sich Staub, der sich mit der Zeit unbemerkt im Inneren von Elektrogeräten ablagert, entzünden. Jedes Elektrogerät sollte daher in regelmäßigen Abständen von einem Fachmann einer Innenreinigung unterzogen werden. Ebenso sollten die Geräte möglichst immer mit dem Hauptschalter ausgeschaltet werden. Der Verzicht auf den Standby-Modus bringt nicht nur mehr Sicherheit, er spart auch Stromkosten. Verlässt man seine Wohnung für längere Zeit (z.B. Urlaub) empfiehlt es sich, die Geräte durch Ziehen des Steckers vom Netz zu trennen – das bewahrt zum Beispiel auch vor indirekten Blitzschäden.
