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Opferbilanz der Flutwelle bereits auf über 80.000 angestiegen!

Südasien: ie verheerende Flutkatastrophe in Südasien hat nach offiziellen Angaben wahrscheinlich mehr als 80.000 Menschen getötet, die Hälfte davon in Indonesien. Auch drei Tage nach der Flutwelle stieg die Opferzahl unaufhörlich.

Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass sich die Zahl der Toten durch Seuchen noch verdoppeln könnte. In Indien begannen Impfungen, um Epidemien zu vermeiden. Allein auf den indischen Nikobaren-Inseln rechnete die Polizei mit bis zu 10.000 Toten – jeder fünfte Bewohner ist tot oder wird vermisst.

In den zerstörten Regionen wächst die Angst vor weiteren zehntausenden Toten. Neue Horrormeldungen werden unter anderem aus bisher abgeschnittenen Gebieten in Indonesien befürchtet. Indonesien schätzt, dass ein Wiederaufbau der betroffenen Regionen im Land bis Ende 2009 dauern werde. UNO-Generalsekretär Kofi Annan rechnete mit Kosten in Milliardenhöhe.

Den offiziellen Angaben zufolge kamen in Indonesien bis zu 40.000 Menschen ums Leben, in Sri Lanka fast 22.500. Indien meldete mehr als 10.500 Tote, Thailand rund 1.600 – darunter mehr als 700 Touristen. Im Süden Thailands wurden laut Innenministerium inzwischen fast 4.100 Menschen vermisst. In Indonesien gibt es weiter keinen Kontakt zu der Stadt Meulaboh auf der schwer getroffenen Insel Sumatra, wo Behörden mit weiteren 10.000 Toten rechnen. Ein hochrangiger Beamter auf den Andamanen-Inseln im Indischen Ozean sagte, von 30.000 Menschen gebe es dort bisher kein Lebenszeichen. Auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan sagte dem TV-Sender CNN, er befürchte „tausende, wenn nicht zehntausende“ weitere Tote. Das Wiener Außenministerium hat bisher den Tod von fünf österreichischen Urlaubern bestätigt, 16 Touristen gelten seit Mittwoch offiziell als vermisst.

Weiters kamen 20 Franzosen, 18 Briten, 13 Italiener, zwölf US-Bürger ums Leben. Schweden vermisst noch mindestens tausend Urlauber in Thailand. In dem verwüsteten Sofitel-Hotel in Khao Lak, das viele deutschsprachige Urlauber besuchten, stieg die Zahl der Vermissten auf 360. Beim Hotel seien bisher 35 Leichen entdeckt worden. Das deutsche und das Wiener Bundeskriminalamt schickten Experten nach Thailand, die in der Region von Phuket und Khao Lak Opfer suchen sollen.

Besonders schwierig gestalteten sich die Hilfsaktionen auf Sumatra, wo die meisten Menschen ums Leben kamen. Der Chef des Distrikts Aceh Jaya, Zulfian Achmad, sprach von einer „apokalyptischen Situation“; 60 bis 70 Prozent der Einwohner der Distrikt-Hauptstadt seien durch die bis zu 15 Meter hohen Fluten in den Tod gerissen worden. Da es nicht möglich sei, die Leichen zu transportieren, würden diese am Fundort begraben.

Eine UNO-Quelle schätzte die Anzahl der Toten allein in Aceh auf “50.000 bis 80.000“, berichtete Reuters. Nach Einschätzung Indonesiens wird der Ausnahmezustand im Land noch etwa ein Jahr lang anhalten. Der Wiederaufbau könne bis Ende 2009 dauern. Annan sagte, die Aufbauarbeiten der völlig zerstörten Teile Südasiens würden Milliarden Dollar kosten. Nach Angaben des UNO-Notfallkoordinators Jan Egeland sind bisher 100 Millionen Dollar (73,4 Mio. Euro) an Hilfsgeldern zusammengekommen. Großbritannien stellte am Mittwoch 21 Millionen Euro (15,4 Mio. Euro) zur Verfügung. Australien bewilligte weitere 25 Millionen australische Dollar (14,3 Millionen Euro) und damit insgesamt 35 Millionen (25,7 Mio. Euro). Indien wies allerdings ausländische Hilfen zurück. Das Land habe ausreichende Mittel und könne die Situation allein bewältigen, sagte ein Regierungsbeamter. Indien könne sogar noch Sri Lanka und den Malediven helfen.

Nach Einschätzung des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF sind in den Krisengebieten Millionen Menschen von ansteckenden Krankheiten bedroht. „Wenn die von der Flutwelle Betroffenen nicht sofort mit Trinkwasser versorgt werden, drohen sich Millionen Menschen mit Krankheiten zu infizieren, die über das Wasser übertragen werden“, erklärte UNICEF in Genf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor einer Verdoppelung der Zahl der Flutopfer durch Seuchen. Papst Johannes Paul II. rief die internationale Gemeinschaft erneut zu Hilfen für die Opfer auf. Die Organisation des Internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds bat um Spenden in Höhe von 32 Millionen Euro. Die USA erhöhten ihren Beitrag zur Soforthilfe auf 35 Millionen Dollar (25 Millionen Euro).

Oö. Rundschau

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