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Flutwelle: Bereits 280.000 Todesopfer befürchtet

Südasien: Genau einen Monat ist es her, dass die gewaltige Flutwelle Tausende Menschen in Südostasien in den Tod riss. 280.000 Tote werden nun befürchtet, nachdem Indonesien seine Opferzahl erneut um Zehntausende nach oben korrigiert hat.

Noch immer sind die Folgen der Katastrophe vom 26. Dezember nicht endgültig absehbar. Das Schicksal vieler ist weiter ungewiss, das Bangen der Angehörigen geht weiter – auch wenn es kaum noch Hoffnung gibt. Die internationalen Spenden entfalten vielerorts ihre Wirksamkeit, nach wie vor aber sind Regionen unterversorgt.

Unter den elf direkt von dem Tsunami betroffenen Ländern hat Indonesien mit mittlerweile 228.429 Toten oder Vermissten die meisten Opfer zu beklagen. 96.232 seien bestätigte Todesopfer, während das Schicksal von 132.197 Menschen noch unklar sei, hieß es in einer Mitteilung vom 25. Jänner 2005. Bisher hatte das Ministerium immer eine Gesamtzahl der Todesopfer veröffentlich, die am 23.1.2005 noch bei knapp 174.000 gelegen war.

Sri Lanka geht von 30.957 Toten und 5.565 Vermissten aus. Mindestens 10.744 Menschen starben in Indien, das Schicksal weiterer 5.669 ist dort ungeklärt. Thailand zählte bisher 5.384 Tote, für 3.134 Vermisste gibt es kaum noch Chancen.
298 Menschen starben in Somalia, 82 auf den Malediven. Insgesamt waren Staatsbürger aus 50 Ländern, darunter aus 20 europäischen Staaten, unter den Toten.

Mit 280.000 Toten gehört die Katastrophe bereits zu den zehn fatalsten Erdbeben der Geschichte – auch wenn die Angaben von Opferzahlen bei früheren, zum Teil Jahrhunderte zurückliegenden Beben schwierig zu rekonstruieren sind.

In einer Rekord-Spendenbereitschaft sagten Regierungen weltweit insgesamt mehr als vier Milliarden Dollar an Hilfsgeldern zu. Die UNO bezifferte den Sofortbedarf in der Region auf 977 Millionen Dollar. Bis Ende vergangener Woche waren davon knapp 740 Millionen Dollar tatsächlich überwiesen worden. Bei den Staaten führen Australien, Deutschland und Japan die Spendenrangliste an. Zusätzlich zu den Regierungsgeldern führte die Katastrophe in vielen Teilen der Welt auch bei Privatleuten zu einer beispiellosen Zahlungsbereitschaft.

Mit Hilfe des Militärs und ziviler Organisationen aus zahlreichen Ländern laufen in den betroffenen Gebieten die konkreten Hilfen inzwischen verhältnismäßig reibungslos.
An Grenzen stoßen die Helfer jedoch, weil die Verkehrsinfrastruktur, wie in Indonesien und Sri Lanka, teils schwer zerstört wurde. In Thailand waren an einigen Küsten die Aufräumarbeiten schon nach wenigen Tagen abgeschlossen, sodass der Tourismus teilweise bereits wieder anläuft.

Im Chaos nach der Flut tauchten Berichte über Menschenhändler auf, welche die Katastrophe für den Handel mit Kindern genutzt haben sollen. Auch wurden vereinzelt Fälle von Missbrauch und Vergewaltigung bekannt. Die Regierungen in der Region haben ihre Kontrollen daher verstärkt.

Österreichischer Rundfunk

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