Griechenland: Spenden-Aufruf für das Waldbrandcamp 2005
DIE E.S.E.P.A. sucht für das diesjährige Waldbrandcamp noch Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände und richtet sich in diesem Aufruf an alle Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste!
Ich möchte Euch herzlich um Eure Mithilfe bei der Suche nach Einsatzfahrzeugen für das internationale E.S.E.P.A.-Waldbrandeinsatzcamp in Rizomata / Griechenland und die neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr-Stützpunkte der E.S.E.P.A. bitten.
Mein Name ist Jürgen Sprengel. Ich bin Mitglied des E.S.E.P.A. Orga-Teams und ehrenamtlicher E.S.E.P.A. Manager für Ausrüstung und Sponsoring der E.S.E.P.A..
Die E.S.E.P.A. (Körperschaft der griechischen Freiwilligen Feuerwehr und Aufforstung) wurde 1999 von Nikos Sachinidis mit dem Ziel gegründet, die bis dahin in Griechenland fast unbekannte Idee der Freiwilligen Feuerwehr nach deutschem Vorbild zu verbreiten und Stützpunkte von Freiwilligen Feuerwehren zu gründen. In Griechenland kennt man fast ausschließlich Berufsfeuerwehren. Die kleinen Gemeinden und Dörfer, vor allem auf den Inseln, aber auch in den ländlichen Gebieten im Landesinneren, haben oftmals überhaupt keine organisierten Feuerwehren. Die Bevölkerung ist hier den regelmäßig auftretenden Buschfeuern weitestgehend hilflos ausgeliefert bis überörtliche Hilfe eintrifft. Diese Hilfe ist zudem oftmals nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Auch bei ganz alltäglichen Einsätzen wie Wohnhausbränden, Verkehrsunfällen und medizinischen Notfällen ist häufig nicht mehr viel zu retten, wenn die überörtliche Hilfe eintrifft.
Um einerseits den Aufbau der Freiwilligen Feuerwehren in Griechenland voranzutreiben, auch und vor allem, was die Ausbildung örtlicher Helfer anbelangt, und andererseits eine dringend benötigte regionale Eingreiftruppe für Waldbrände und andere größere Notfälle (z.B. Überschwemmungen, Erdbeben) zur Verfügung zu stellen, führt die E.S.E.P.A. in den Sommermonaten während der Hauptwaldbrandsaison ein Waldbrandeinsatzcamp in Nordgriechenland durch, das in diesem Jahr zum bereits fünften Mal stattfinden wird. An unserem Waldbrandeinsatzcamp nehmen freiwillige Helferinnen und Helfer (ausgebildete Feuerwehrleute, Katastrophenschutzpersonal (z.B. THW) und Rettungsdienstpersonal) aus vielen Ländern Europas teil. So konnten wir in den vergangenen Jahren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Griechenland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein, Holland, Südtirol und aus Deutschland begrüßen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leisten ihren Einsatz während ihres Urlaubs und tragen die Reisekosten aus eigener Tasche.
Standort des Camps ist die Ortschaft Rizomata, ca. 25 km nördlich des Olymp und zwei Fahrtstunden von Thessaloniki entfernt in den Bergen gelegen. Während des Campbetriebes wird Ausbildung betrieben, die Infrastruktur des Camps und der Stützpunkte wird weiter ausgebaut, und es werden Arbeiten an den Fahrzeugen und der Ausrüstung geleistet. Aber natürlich werden vor allem Einsätze gefahren, sowohl auf lokaler Ebene („normale“ Feuerwehreinsätze, technische Rettung, medizinischer Rettungsdienst), als auch auf regionaler und überregionaler Ebene (Waldbrände oder andere Großschadenslagen). Die Campbesatzung rückt bei größeren Einsätzen bis zu einem Radius von 400 km um unser Camp aus, bei Bedarf auch über weitere Strecken. Die Abwicklung der Einsatzanforderung erfolgt über die Dienststellen der Berufsfeuerwehr oder direkt über die Leitstelle des Katastrophenschutzes in Athen. Die E.S.E.P.A. ist eine der größten freiwilligen Hilfsorganisationen Griechenlands und agiert staatlich voll anerkannt (aber leider finanziell kaum unterstützt) unter dem Dach des griechischen Zivilschutzes „Politiki Prostasia“.
Im letzten Jahr konnten wir sehr große Fortschritte erzielen, vor allem bei der Ausbildung einheimischer Helferinnen und Helfer und der Einrichtung neuer freiwilliger Stützpunkte der E.S.E.P.A. in Agios Georgios und Tsagarada Pylion. Die Eingreifzeit der griechischen Berufsfeuerwehr in diesen ländlichen Gemeinden in der Region Volos / Pylion lag bisher bei deutlich über einer Stunde.
Trotz dieser Fortschritte, die wir unter großen Mühen erzielen konnten, sehen wir uns nach wie vor großen Problemen bei der Ausrüstung gegenüber: Unsere Einsatzfahrzeuge sind im Schnitt ca. 30 Jahre alt, und es stehen vor allem viel zu wenige Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Diese Situation wird noch dadurch verschärft, daß im Zuge der Gründung der neuen freiwilligen Feuerwehrstützpunkte Fahrzeuge dauerhaft für diese Stützpunkte abgestellt werden mußten, die nun nicht mehr für das Waldbrandeinsatzcamp zur Verfügung stehen werden.
Ich möchte Euch alle daher um Eure tätige Mithilfe bitten: Wenn Ihr von einem alten Fahrzeug bei Eurer Wehr / Eurem Ortsverband oder einer Nachbarwehr / einem Nachbar-Ortsverband wißt, das in der kommenden Zeit ausgemustert wird, und das entweder als Spende oder zu einem Freundschaftspreis an die E.S.E.P.A. abgegeben werden kann, so setzt Euch bitte mit mir in Verbindung. Wir verfügen leider nur über sehr begrenzte Finanzmittel für Fahrzeugbeschaffungen und sind daher nicht in der Lage, Fahrzeuge bei professionellen Händlern zu erwerben.
Die folgenden Fahrzeugtypen werden benötigt:
– Tanklöschfahrzeuge aller Art, vor allem aber geländegängige TLFs. Ideal wären TLF 8/18 oder 8/18 W auf Unimog oder andere „kleine“ TLFs, auch mit Straßenfahrgestell (z.B. TLF 8/24 Niedersachsen). Auch TLFs mit großem Wassertank werden dringend benötigt, z.B. Tatra GTLF. Hintergrund ist die oft katastrophale Wasserversorgung in den ländlichen Gebieten Griechenlands, so daß bei Buschfeuern ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet werden muß. Oft müssen Wald- und Feldwege befahren werden, dies ist nur mit allradgetriebenen Fahrzeugen möglich.
– Ein oder zwei Rüstwagen, nach Möglichkeit RW 1 auf Unimog oder MAN, aber auch RW 2 mit Magirus-Fahrgestell oder Rundhauber oder was auch immer. Hintergrund ist, daß wir von unserem Camp aus auch Einsätze zur technischen Hilfeleistung fahren. Aus großzügigen Spenden, u.a. der Firmen Vetter und Weber Hydraulik, ist bereits ein Grundstock an Ausrüstung hierfür vorhanden. Es mangelt aber an einem geeigneten Fahrzeug mit Seilwinde und Generator. Solch ein Fahrzeug wird dringend benötigt, vor allem unter dem Hintergrund der latenten Erdbebengefahr. Ein weiteres Fahrzeug wird für einen neuen freiwilligen Feuerwehrstützpunkt in unmittelbarer Nähe der Autobahn Athen-Thessaloniki benötigt, um bei Verkehrsunfällen wirksam helfen zu können.
– VW-Busse oder ähnliche Kleintransporter, als MTW, ELW oder Doppelkabiner mit Pritsche. Diese Fahrzeuge werden für den Mannschaftstransport benötigt, aber auch für den Umbau zu wendigen und schnellen Voraus-TLFs mit kleinen Tanks und Hochdruckpumpe. Die E.S.E.P.A. verfügt über ein Eigenbau-Voraus-TLF auf Basis eines ehemaligen VW LT TSF, das sich im Einsatz exzellent bewährt hat. Material für den Ausbau weiterer Fahrzeuge ist bereits vorhanden, aber es mangelt leider an den Fahrzeugen selbst.
– Ein oder zwei Geländewagen für Patrouillenfahrten, z.B. Land Rover, Mercedes G oder Nissan Terrano, gerne auch zivile Fahrzeuge. Hintergrund: Wir führen auf Anforderung der Berufsfeuerwehr Patrouillenfahrten in gefährdeten Wald-und Buschgebieten durch, oftmals über enge Feldwege. Hierfür suchen wir dringend ein oder zwei geeignete Fahrzeuge.
– Ein oder zwei RTW / KTW, komplett mit notfallmedizinischer Ausstattung. Hintergrund: Wir fahren von unserem Camp aus auch Rettungsdiensteinsätze für die örtliche Bevölkerung, da der nächstgelegene RTW des staatlichen Rettungsdienstes 45 Minuten bis Rizomata benötigt, in die umliegenden Dörfer noch länger. Ausgebildetes Personal steht zur Verfügung (Rettungssanitäter, Rettungsassistenten), jedoch steht bisher für diesen Sommer nur ein KTW zur Verfügung. Nicht genug, um sowohl den Eigenschutz der Camp-Besatzung bei Einsätzen, als auch die Abwicklung von Rettungsdiensteinsätzen zu gewährleisten.
– Zivile geländegängige Fahrzeuge aller Art, z.B. Geländewagen, Unimog 1300 aus Kommunalbeständen. Hintergrund: Wir haben ein ganzes Heer von genialen Bastlern in unseren Reihen, die beim Umbau von Fahrzeugen bereits mehr als einmal echte „Mc-Gyver-Qualitäten“ bewiesen haben.
Das / die Fahrzeuge sollten nach Möglichkeit voll fahrbereit und zumindest bedingt einsatzbereit sein (Tank, Pumpe) und Lkw ab 7,49 Tonnen sollten nach Möglichkeit über eine eingebaute Motorbremse verfügen.
Außerhalb unseres Campbetriebes kommen die Fahrzeuge des Waldbrandeinsatzcamps bei Freiwilligen Feuerwehrstützpunkten der E.S.E.P.A. zum Einsatz – nicht nur bei Waldbränden, sondern auch bei „normalen“ Feuerwehreinsätzen und bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdbeben, von denen Griechenland leider immer wieder heimgesucht wird.
Wir suchen auch ständig nach feuerwehrtechnischer Ausrüstung aller Art. Vor allem benötigen wir die folgenden Dinge:
– Alte, aber funktionstüchtige Sondersignalanlagen, gerne auch einzelne Bauelemente wie Folgetonschalter, einzelne Hörner, um zivile Spendenfahrzeuge umrüsten zu können.
– Tragkraftspritzen TS 8/8, vor allem aber TS 2/5. Letztere haben sich im schweren Gelände sehr gut bewährt.
– Mehrere alte Gerätehaus-Sirenen für die Alarmierung der neu gegründeten Stützpunkte der E.S.E.P.A.
– Eine alte Handsirene auf Dreibeinstativ für die Alarmierung im Nahbereich des Camps
– Notstromaggregate aller Arten und Größen
– Schlauchmaterial und Armaturen aller Größen, vor allem größere Mengen D-Schlauch und
D-Armaturen
– Technisches Rettungsgerät aller Art
– Beleuchtungsgerät aller Art
– Wasserrucksäcke mit Stockspritzen
Dringend benötigt wird auch notfallmedizinische Ausrüstung aller Art, wie Schaufeltrage, Vakuummatratze, EKG/Defi, Oxylog, Verbrauchsmaterial für Infusion und Intubation, alte Notfallkoffer etc.
Da unsere Finanzlage eine alles andere als rosige ist – wir sind eine reine Freiwilligenorganisation -, sind wir bei Fahrzeugen und Ausrüstung leider weitestgehend auf Spenden angewiesen.
Dafür ist aber gewährleistet, daß Euer altes Fahrzeug bei einem international einmaligen Feuerwehrhilfsprojekt zum Einsatz käme, das von einer ausgesprochenen Nachhaltigkeit geprägt ist. Schon wenige zusätzliche Tanklöschfahrzeuge kämen für die E.S.E.P.A. einem wirklichen Quantensprung bei unserem Fuhrpark gleich. Ihr würdet uns internationale Helfer damit in die Lage versetzen, deutlich schneller, besser und professioneller helfen zu können, als dies bisher der Fall ist.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr bzw. Eure Gemeinde eine Möglichkeit sehen würdet, das ehrenamtliche Engagement von uns deutschen E.S.E.P.A.-Mitgliedern zu unterstützen, und mit mir alle internationalen E.S.E.P.A.-Kameradinnen und -Kameraden.
Nichts ist schlimmer für uns ausgebildete Helfer, als eine Person nicht retten zu können, weil Rettungsgerät, das bei unseren deutschen Feuerwehren selbstverständlich ist, vor Ort nicht zur Verfügung steht, oder mitzuerleben, wie ein Olivenhain, der die Lebensgrundlage für ein ganzes Dorf darstellt, verbrennt, derweil man mit nichts als einer Hacke und einer Schaufel in der Hand versucht, das Schlimmste abzuwenden, Tränen der Hilflosigkeit in den Augen. Dies habe ich selber im Einsatz bei einem riesigen Waldbrand in der Nähe von Metamorfossi / Chalkidiki im Sommer 2001 erlebt.
Bitte helft uns zu helfen!
Selbstverständlich läge die Abwicklung einer Fahrzeugüberführung nach Griechenland in den Händen der E.S.E.P.A., so daß Eurer Feuerwehr / Eurer Gemeinde hieraus keinerlei weiterer Aufwand entstehen würde. Wir haben exzellente Kontakte zur deutschen Botschaft in Rom und zu den schweizerischen Behörden (kostenlose Autobahnnutzung in der Schweiz und in Italien), sowie zu den griechischen Fährgesellschaften Minoan und ANEK, die unsere Fahrzeugüberführungen in der Vergangenheit großzügig unterstützt haben. Ich selber habe in den vergangenen drei Jahren bereits drei alte Feuerwehrfahrzeuge auf eigener Achse nach Griechenland überführt.
Die E.S.E.P.A. arbeitet vor Ort in Griechenland mit mehreren Fachwerkstätten zusammen und legt großen Wert auf die Erhaltung ihrer alten Einsatzfahrzeuge. Es wäre also gewährleistet, daß Euer Fahrzeug noch viele lange Jahre zum Schutz der griechischen Bevölkerung und der einmalig schönen Natur Griechenlands eingesetzt werden könnte.
Wir wären selbstverständlich gerne dazu bereit, uns für eine Unterstützung durch Eure Feuerwehr oder Gemeinde in Form von Werbung zu bedanken – zum Beispiel in Form von Aufklebern auf dem Fahrzeug, ausführliche Berichterstattung in Eurer Lokalpresse, Schaltung eines Links auf unserer Website, etc. . Auch planen wir für das kommende Camp eine Berichterstattung in den Medien.
Ausführliche Informationen zur E.S.E.P.A. und zum E.S.E.P.A.-Waldbrandeinsatzcamp findet Ihr auf der Website der E.S.E.P.A., http://www.esepa.net. Unter anderem gibt es dort eine große Gallerie mit Bildern vom Camp, von den Übungen und Einsätzen und der Ausbildung der örtlichen Feuerwehrleute.
Selbstverständlich möchten wir Euch auch herzlich zur Teilnahme an unserem Waldbrandcamp einladen. Vielleicht finden sich ja auch in Euren Reihen ein paar „Verrückte“, die sich vorstellen können, in ihrem Urlaub in Griechenland zu helfen. Wir sind wirklich auf Eure Hilfe angewiesen, denn für diesen Sommer rechnen wir aufgrund der Tatsache,daß es mehrere Jahre lang nur wenig gebrannt hat, mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Waldbrände.
Alle Infos zu einer Teilnahme am Camp findet ihr auf http://www.esepa.net.
Ich freue mich auf jeden Hinweis zu geeigneten alten Fahrzeugen und Spendenausrüstung. Bitte zögert nicht, mich zu kontaktieren, wenn Ihr von einem Fahrzeug wißt, das ausgemustert wird und eventuell als Spende an die E.S.E.P.A. abgegeben werden könnte.
Mit kameradschaftlichem Gruß,
Jürgen Sprengel, E.S.E.P.A. Orga-Team
E.S.E.P.A.-Beauftragter für Ausrüstung und Sponsoring
Tel. (Abends,privat): +49 / 231 / 4270804 (AB, rufe zurück)
Email: farmer112@arcor.de
Internet: http://www.esepa.net
