Oö: Drei Feuerwehren fusionieren zu einer Wehr!
Eberstalzell (Oö): Woran sich einzige Bürgermeister im Land ob der Enns schon die Zähne ausgebissen haben, ist nun in der Wels-Land-Gemeinde Eberstalzell gelungen: Drei Feuerwehren haben sich zu einer zusammengeschlossen.
Mit einer Zustimmung von 86,29 Prozent sprachen sich die Mitglieder der Wehren Hallwang, Hermannsdorf und Eberstalzell Donnerstagabend für die Zusammenlegung zu einer aus. Das Abstimmungsergebnis ist eine kleine Sensation. Noch nie ging in Oberösterreich eine Feuerwehrfusion derart reibungslos über die Bühne.
Aus Angst um Wählerstimmen wollen viele Ortschefs das „heiße Eisen“ Feuerwehrzusammenlegung gar nicht erst angreifen. Einige, die es doch wagten, kostete das brisante Thema schon den Bürgermeistersessel. So auch in Eberstalzell. Ex-Ortschef Franz Krumphuber (VP) biss sich an der Feuerwehrfusion bereits die Zähne aus. Sein Nachfolger Franz Gimplinger (VP) wählte nun einen „sanften Weg“.
Ins Rollen kam der Stein 2003. Bei drei der vier Eberstalzeller Wehren war ein Neubau des Feuerwehrhauses notwendig geworden. Alle drei Bauprojekte zu finanzieren, schien für die Gemeinde ein unmögliches Unterfangen. Erste Gespräche über eine Zusammenlegung folgte. 2004 sprang eine der vier Feuerwehren ab. Die drei übrigen setzten auf Anraten der Gemeinde auf externe Hilfe. In mehrtägigen Klausuren wurde unter Anleitung von zwei Mediatoren ein Konzept „Feuerwehr neu“ ausgearbeitet. Mit Erfolg – wie das Abstimmungsergebnis zeigt.
„Die Gemeinde hat nie Druck auf die Feuerwehren ausgeübt. Wir haben immer klar gemacht, dass wir jede Entscheidung akzeptieren“, erläutert Ortschef Gimplinger den erfolgreichen „Eberstalzeller Weg“.
Der für Feuerwehren zuständige Landesrat Josef Stockinger (VP) zeigte sich gestern in einer ersten Reaktion über den Entschluss der Eberstalzeller Florianijünger erfreut. Stockinger bekräftigt aber: „Eine Verschmelzung von Wehren ist dann zu begrüßen, wenn sie von den betroffenen Feuerwehrleuten selbst ausgeht. Keineswegs wollen wir in Oberösterreich eigenständige Feuerwehren von oben herab zusammenlegen.“
Landes-Feuerwehrkommandant Johann Huber sagt: „Wenn eine Zusammenlegung so wie in der Gemeinde Eberstalzell über die Bühne geht, ist das in Ordnung. Grundsätzlich stehen wir Fusionen aber skeptisch gegenüber, weil sie unserer Erfahrung nach fast immer mit einer Reduktion von Mitgliedern verbunden sind“, so Huber.
