Ktn: Berufsausfallversicherung für Freiwillige Feuerwehrleute?
Kärnten: Katastrophenschutzreferent Jörg Haider (FPÖ) hat am Dienstag, dem 22. Februar 2005, angekündigt, eine Berufsausfalls-Versicherung für Freiwillige Feuerwehrleute einführen zu wollen.
Zahlreiche freiwillige Helfer mussten nämlich bisher ihre Urlaubstage verbrauchen, wenn sie wegen eines Löscheinsatzes dem Dienst fernbleiben. Für ihre Dienstgeber gab es bislang dafür keinen Ersatz. Bei manchen Unternehmen seien Feuerwehrleute aus diesem Grund sogar nicht erwünscht.
Die von Landeshauptmann Haider vorgeschlagene Betreibsausfalls-Versicherung für Feuerwehrleute soll in Zukunft Probleme wie diese vermeiden. Haider: „Als Katastrophenreferent sehe ich mich dazu veranlasst, eine dauerhafte Regelung zu etablieren, um den tausenden freiwilligen Helfern die Sicherheit bieten zu können, nicht ihre Urlaubstage opfern zu müssen, wenn sie zu Löscheinsätzen gerufen werden.“
Die Betriebsausfalls-Versicherung soll künftig für den dem Betrieb entstandenen Schaden durch die Nicht-Anwesenheit des Mitarbeiters aufkommen. Haider hat am Dienstagvormittag in dieser Angelegenheit ein Gespräch mit dem Landesfeuerwehrkommandaten geführt.
Das Land will auch die Kosten für die Versicherungsprämien übernehmen. Man erwarte sich jedoch gleichzeitig ein Entgegenkommen von den Versicherungen, da diese sich durch den Löscheinsatz der Feuerwehren viel Geld bei der Schadensabdeckung ersparen. Der nächster Schritt sei nun eine Konferenz im Landesfeuerwehrverband, bei der die Versicherungen und die freiwilligen Feuerwehren über die weitere Vorgansweise beraten, so Haider.
Zu diesem Thema hat am Dienstag auch LHstv. Peter Ambrozy (SPÖ) in einer Aussendung Stellung bezogen. „“Ich bin absolut dafür, dass den vielen Freiwilligen Feuerwehrleuten geholfen wird und sie keine betrieblichen Nachteile hinnehmen müssen, daher fordere ich von der Bundesregierung die Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds,
der diese Absicherung gewährleistet.“
Den Vorschlag Haiders eine neue Versicherung auf den Tisch zu bringen, bezeichnet Ambrozy als reine
Kostenüberwälzung auf das Land Kärnten nach dem Versagen von FPÖ und ÖVP auf Bundesebene, die wenig nachhaltig, sondern zweifelhaft in der Umsetzung sei.
„Die Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds
hingegen bringt Sicherheit, daher dürfen sich FPÖ und ÖVP in dieser Frage nicht länger gegen die Bevölkerung stellen“, so Ambrozy. Er fordere, dass alle Nachteile, die Freiwilligen Helfern aus ihrer Bereitschaft anderen zu helfen entsteht, umgehend beseitig werden müssen.
„Der angekündigte Vorschlag von LH Haider, eine Berufsausfalls-Versicherung für Feuerwehrleute einführen zu wollen, wird von meiner Seite zu 100 Prozent unterstützt“, sagte der freiheitliche Feuerwehrreferent Christian Scheider am Dienstagnachmittag. Das Klagenfurter Modell mit einer hervorragend ausgebildeten Berufsfeuerwehr und einer ebenso gut funktionierenden Freiwilligen Feuerwehr, mit 10 Ortsfeuerwehren, könne nur dann bestehen bleiben, wenn es für die Zukunft eine klare Regelung für die Einsätze gibt. Die allgemeine Sicherheit komme letztlich jedem Bürger zugute, so Scheider.
