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Südasien: Suche nach Bebenopfern geht weiter

Südasien: Zwei Tage nach dem jüngsten Seebeben im Indischen Ozean haben die Menschen auf den am stärksten betroffenen Inseln am Mittwoch, dem 30.3.2005, weiter nach Überlebenden in den Trümmern eingestürzter Häusern gesucht.

Trinkwasser und Lebensmittel wurden in der von Rettungskräften nur schwer zu erreichenden Region Indonesiens knapp. Jüngsten Schätzungen zufolge kamen bei dem Beben bis zu 2.000 Menschen ums Leben.

Die meisten Toten wurden auf der am schwersten getroffenen Surferinsel Nias gezählt. Aber auch auf den nördlicher gelegenen Banjak-Inseln kamen 200 bis 300 Menschen um Leben. Wie viele Opfer noch unter den Trümmern begraben sind, war am Mittwoch unklar. Gunungsitoli, die größte Stadt Nias mit rund 30.000 Einwohnern, ist weitgehend zerstört.

Aus Angst vor Nachbeben, die auch verbliebenen Gebäude zum Einsturz bringen könnten, verbrachten Tausende die Nacht trotz Regens im Freien. Nachdem die Rettungsarbeiten wegen schlechten Wetters und fehlenden Treibstoffs nur schleppend vorankamen, versuchten sich hungrige Überlebende selbst zu helfen. Sie stürmten ein mit Reis gefülltes Vorratslager.

Die Polizei sah dem Treiben hilflos zu und ließ die Menge schließlich gewähren. Durch das Beben sind die meisten Geschäfte zerstört und die Lebensmittelversorgung unterbrochen. Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes und Roten Halbmonds sollten jedoch noch am Mittwoch Hilfslieferungen die Inseln erreichen. Die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen, die noch seit dem Beben im Dezember in der Region tätig sind, entsendeten ebenfalls Helfer.

Das Beben vom Montag hatte eine Stärke von 8,7 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag nur rund 160 Kilometer vom Zentrum des Bebens vom Dezember. Damals hatten die Erdstöße mit einer Stärke von 9,0 gewaltige Flutwellen ausgelöst, die über die Küsten mehrerer Länder hereinbrachen und fast 300.000 Menschen in den Tod rissen. Diesmal blieben die gefürchteten Tsunamis jedoch aus.

Salzburger Nachrichten

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