Ktn: Güterzug entgleist – Tausende Liter Öl ausgeflossen
Villach (Ktn): Auf dem Bahnhof Villach Süd in Fürnitz sind in der Nacht zum Samstag, dem 2.4.2005, drei Waggons eines Güterzuges entgleist. Zwei mit Heizöl beladene Wagen wurden aufgerissen. Es entstand Schaden in Millionenhöhe.
Kurz nach 2.00 Uhr war der Güterzug bei der Einfahrtsgruppe Villach Süd in Fürnitz eingefahren. Vermutlich auf Grund eines technischen Defektes sprangen plötzlich drei Kesselwaggons aus den Geleisen.
Ein mit „Heizöl leicht“ beladener Waggon kippte um und prallte gegen einen Strommasten. Durch den Zusammenstoß wurde der Tank längsseitig aufgerissen und cirka 70.000 Liter Heizöl flossen in das Schotterbett der Gleise.
Menschliches Versagen werde als Ursache des Unglücks ausgeschlossen, sagte ÖBB-Pressesprecher Christian Posch:“Derzeit konzentrieren sich unsere Erhebungen in Richtung eines technischen Gebrechens“
Die Bergungsarbeiten liefen am Nachmittag auf Hochtouren. Im Anschluss daran sollen die Gleisanlagen im Unfallbereich entfernt werden, so Posch.
„In Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten, der Bezirkshauptmannschaft und den Landeschemikern starten dann die Bodensanierungs-Arbeiten. Wir haben auch die Feuerwehren aus dem betroffenen Bereich erneut um Unterstützung gebeten, es geht uns um die Sicherung der Umwelt und die Minimierung einer möglichen Gefahr. Ein Expertenteam hat sich am Vormittag zum ersten Mal beraten. Im Gebiet werden auch Kernbohrungen durchgeführt, um die Abgrenzung dieses Heizöl-Austrittes eingrenzen zu können“, sagte Posch am Nachmittag.
Die 70.000 Liter Heizöl seien direkt in den Boden eingedrungen, stellte Bernd Sengseis vom Amt der Kärntner Landesregierung fest. Man müsse jetzt schauen, wo sich Einlauf- oder Abwasserschächte befinden, um zu verhindern, dass dieses Öl in einen Kanal oder ein öffentliches Gewässer gelangt.
Das kontaminierte Material wird ausgetauscht und auf einer Sondermülldeponie abgelagert. Größte Sorge von Landeschemiker Gernot Wurm ist, dass an der Gail eine Einsickerung stattfinden könnte: „Wir werden daher den Grundwasser-Zufluss zur Gail genau kontrollieren, damit wir sofort eingreifen können, falls eine Abdrift von Heizöl in diesem Bereich stattfinden sollte.“
Personen wurden nicht verletzt. Der Schaden lässt sich derzeit nicht beziffern, dürfte allerdings die Grenze von einer Million Euro überschreiten. Ob und wie weit Umweltschäden durch das ausgetretene Öl eingetreten sind, kann derzeit nicht angegeben werden. Die freiwilligen Feuerwehren Villach, Gödersdorf und Fürnitz standen den ganzen Tag über mit fünf Fahrzeugen und ca. 50 Mann im Einsatz.
