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Ktn: Explosionen bei Feuerinferno bei Baumarktvollbrand

Klagenfurt (Ktn): Dichte Rauchwolken über Klagenfurt: Ein Großbaumarkt in der Nähe des Südrings steht am 21. Mai 2005 im Vollbrand. Es besteht akute Explosionsgefahr wegen einer Tankstelle, die Lackiererei der Firma ist am frühen Abend explodiert.

Dramatischer Großbrand in Klagenfurt: Das Feuer war um 16.25 Uhr in der Lagerhalle des erst kürzlich umgebauten ÖBAU Egger noch während der Geschäftszeit ausgebrochen. Das Geschäft wurde sofort geräumt, wenig später griffen die Flammen auch auf die Verkaufsräume des Baumarktes über.

Mehr als 30 Feuerwehren aus dem Gebiet rund um Klagenfurt stehen mit rund 500 Männern im Einsatz, das gesamte Gebiet um den Baumarkt musste großräumig abgesperrt werden, da akute Explosionsgefahr bestand – unmittelbar neben dem Baumarkt befindet sich eine betriebseigene Tankstelle. Zahlreiche brennbare Materialen in den Hallen waren bereits in der ersten Phase des Brandes verpufft, zahllose Explosionen waren im gesamten Großraum von Klagenfurt zu hören.

Am frühen Abend war zuerst ein Lager mit Feuerwerkskörpern, anschließend die zur Firma gehörende Lackiererei explodiert. Daraufhin stürzte das Dach ein. Nach Angaben der Rettungskräfte wurde dabei ein Lagerarbeiter verletzt, er musste mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden.

In dem Baumarkt waren neben großen Mengen an Lacken und Verdünnungsmitteln auch zahlreiche Gasflaschen gelagert. Landeschemiker Erich Polzer warnte vor dem gefährlichen Gemisch: „Es brennt eine ganz Reihe von Chemikalien, die einen gefährlichen Cocktail ergeben. Gasflaschen, Lacke, Lösungsmittel, Düngestoffe und Pflanzenschutzmittel sind in den Flammen aufgegangen. Die Stoffe werden dabei nicht vollständig verbrannt, daher sind sicherlich Schadstoffe in die Luft gelangt. Die Anrainer wurden daher aufgefordert, die Fenster zu schließen und nicht ins Freie zu gehen, bis abgeklärt ist, ob Schadstoffe freigesetzt wurden.“

Zwei Feuerwehrleute und ein Staplerfahrer wurden nach ersten Meldungen bei dem Einsatz verletzt. Man sei auf alles vorbereitet, sagte Helmuth Sagerschnig vom Roten Kreuz:
„Als wir eintrafen, stand die Halle bereits in Vollbrand. Wir wussten nicht, ob noch Personen in der Halle oder in den Verkaufsräumen waren. Wir haben drei Rettungswägen und zwei Notärzte vor Ort im Einsatz, acht stehen in Bereitschaft. Wir haben eine Sanitäts-Hilfstelle errichtet. Derzeit besteht unsere Hauptaufgabe darin, die Feuerwehrleute mit Getränken zu versorgen.“

Die Arbeit der Feuerwehrleute gestaltete sich auf Grund der extremen Hitzeentwicklung äußerst schwierig. Josef Pobegen, stellvertretender Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Klagenfurt, schilderte in einem Gespräch mit dem ORF Kärnten die dramatischsten Minuten: „Zurzeit fliegen im Hintergrund gerade das Feuerwerkslager und das Gaslager in die Luft. Es ist für uns ein Riesenproblem, den Brand bei dieser Intensität unter Kontrolle zu bringen. Wir haben auch versucht, von einem Kranwagen aus das Löschwasser näher an den Brandherd zu bringen. Wir waren bemüht, ein weiteres Übergreifen des Brandes auf die Geschäftsflächen zu verhindern. Kurz vor 19.00 Uhr standen etwa 4.000 Quadratmeter des Areals und tausende Tonnen an verschiedensten Baumaterialien in Vollbrand.“

Auf Grund der raschen Ausbreitung des Feuers und des Wassermangels wurde der Wasserdruck im Süden Klagenfurts verstärkt. Josef Strieder von der Einsatzzentrale der Berufsfeuerwehr Klagenfurt musste feststellen, dass es im Bereich um den Brandherd lediglich drei Hydranten gibt. Daher wurden über die Landeswarnzentrale sofort die umliegenden Feuerwehren alarmiert. Von allen Wehren aus dem Bezirk wurden Tanklöschfahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Die Polizei musste die Zufahrten zu dem im Industriegebiet im Süden der Stadt gelegenen Areal absperren. Binnen kürzester Zeit kam es zu einem Verkehrschaos, da hunderte Schaulustige „Feuer schauen“ gehen wollten. Das gesamte Baustofflager der Firma in der Kirchengasse in Klagenfurt umfasst ein Areal von 20.000 Quadratmeter.

Erst vor drei Wochen hatte ein Großbrand die Hallen der Firma Gesa am Südring in Klagenfurt eingeäschert.

ORF Kärnten

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