Ktn: Feuerinferno im Baumarkt war eindeutig Brandstiftung
Klagenfurt (Ktn): Der Millionenbrand bei ÖBAU Egger am vergangenen Wochenende ist eindeutig auf Brandstiftung zurückzuführen. Jetzt wird befürchtet, dass in der Landeshauptstadt wieder ein Serienbrandstifter sein Unwesen treibt.
„Inzwischen steht es eindeutig fest, dass es Brandstiftung war“ – zu diesem Schluss kamen die Kriminalisten Montagabend nach einer Reihe von Zeugenbefragungen und genauen Untersuchungen des Brandherdes. Ihr Urteil: „Der Brandstifter weiß ganz genau, wo er das Feuer legen muss.“ Die äußerst rasche Ausbreitung des Feuers war – wir berichteten – schon der Klagenfurter Berufsfeuerwehr verdächtig vorgekommen.
Mehrere Zeugen hatten außerdem in ihren Aussagen festgehalten, dass beim Ausbruch des Feuers „ein maschinengewehrartiges Knattern“ zu hören gewesen sei. Firmenchef Siegfried Egger vermutet, dass es sich dabei um die mit Montageschaum gefüllten Dosen gehandelt habe, die in einem eigenen Raum gelagert waren und in der Hitze explodiert sind.
Jetzt wird befürchtet, dass in der Kärntner Landeshauptstadt wieder ein Serienbrandstifter sein Unwesen treibt. Die Polizei prüft deshalb einen möglichen Zusammenhang mit Großbränden bei der Transporttechnik-Firma Gesa vom 28. April und der Umwelttechnik-Firma Stoiser & Wolschner vom November vergangenen Jahres.
Es stelle sich die Frage, ob die drei Brände das Werk ein und desselben Täters waren, bestätigte der Klagenfurter Kripo-Chef Walter Fischer Ermittlungen in diese Richtung. „Bisher steht aber nur die Brandstiftung beim Baumarkt fest“, so Fischer. Zwei mutmaßliche Klagenfurter Brandstifter sitzen derzeit in U-Haft. Sie sollen für etliche Brandstiftungen in Kellerabteilen während der vergangenen Monate verantwortlich sein.
Vorangehender Bericht: Acht Millionen Euro Schaden
Der Schaden durch den Großbrand im Baumarkt ÖBAU Egger hat bis zu acht Millionen Euro Schaden verursacht. Trotzdem wurde am Montag in Zelten wieder mit dem Verkauf begonnen, die 130 Arbeitplätze sind gesichert. Am Gelände des Baumarktes liegt immer noch beißender Brandgeruch in der Luft, immer wieder muss die Feuerwehr aufflackernde Glutnester in der zerstörten Lagerhalle löschen. Daneben tummelt sich eine Abordnung der Feuerwehrschule, die aus den Folgen des Großbrandes Lehren für künftige Einsätze ziehen soll. 36 Stunden nach dem verheerenden Großbrand hat am Montag in der Früh am Firmengelände wieder der Verkauf begonnen: Was nicht ein Raub der Flammen geworden oder nur leicht beschädigt worden war, wird abverkauft. Schnäppchenjäger dürften Freude an den Sonderangeboten haben. Feuerwehrstadtrat Christian Scheider (BZÖ) sicherte am Montag Unterstützung für das Klagenfurter Unternehmen an:
„Wir können bei den Abbruch- und Entsorgungsarbeiten behilflich sein und mithelfen, die Behördenwege für den Wiederaufbau genau, aber möglichst schnell durchzuführen. Auch eine Zusammenarbeit mit unserem Tiefbauamt können wir anbieten, sollten Maschinen, Geräte oder Lkws gebraucht werden“.
