Nö: Großer Wirbel wegen „unangekündigter“ Übung in Behindertenheim
Bruck/Leitha (Nö): Ein angeblicher Brand in einem Behindertenheim in Bruck an der Leitha entpuppte sich als unangekündigte Übung. Weder Rettung noch Feuerwehr wussten davon und dachten, zahlreiche Behinderte seien in den Flammen gefangen.
Wir sind fassungslos“, betonten sowohl der Sprecher des Roten Kreuzes, Ralph Schüller, als auch der Feuerwehr, Jörg Würzelberger. Demnach haben sich Berichte über einen Löscheinsatz und die Bergung von mehreren Eingeschlossenen als falsch erwiesen. Das Rote Kreuz war über die Landeswarnzentrale alarmiert worden. Schüller: „Das einzig Gute an der Sache: Wir haben schnell reagiert.“ Acht Rettungsautos und zwei Hubschrauber waren zum Einsatzort gekommen. Warum die Übung bei den Behörden nicht bekannt gegeben worden war, blieb vorerst unklar.
Unterdessen kündigte Feuerwehrsprecher Jörg Würzelberger rechtliche „Konsequenzen für die Heimleitung“ an. „Die Sache wird bestimmt gerichtsanhängig“, sagte Würzelberger der APA. Dem Sprecher zufolge liegen Vergehen nach mehreren Paragrafen vor. „Dass man die Einsatzorganisationen von einer Übung nicht informiert, ist einzigartig. Niemand kann sich an einen ähnlichen Fall erinnern“, betonte Würzelberger.“
Verkettung unglücklicher Umstände
Der vermeintliche „Brand“ im Behindertenheim von Bruck an der Leitha dürfte auf eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ zurückzuführen sein. Es hätte, so die Gendarmerie, eine „Stille Alarmierung“ geben sollen. Ausgelöst wurde aber ein Großalarm. Eigentlich hätten die Pager piepsen sollen, stattdessen heulten die Sirenen. Aus der stillen Alarmierung wurde ein Großalarm. Ein Kommunikationsfehler sei schuld an der Misere, heißt es seitens der ermittelnden Gendarmen.
Der Kommandant der Feuerwehr Bruck an der Leitha, Klaus Wimmer, hat mittlerweile gegenüber der APA eingeräumt, er hätte von der Übung gewusst. „Es ist unbestritten, dass etwas schief gegangen ist“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur.
Auch die Heimleiterin erklärte, die Übung sei kein Alleingang von ihr gewesen. Was genau schief gegangen war, wird zurzeit untersucht. Es soll aber keine gerichtlichen Vorerhebungen gegeben, so die Gendarmerie. Als positiv strichen sowohl Heimleitung als auch die Feuerwehr hervor, dass die Übung als solche sehr gut funktioniert habe. Seitens der Lebenshilfe Niederösterreich, dem Betreiber des Behindertenheimes, bedauere man die entstandene Situation.
