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Sbg: Zwei Tote und 34 Verletzte bei schwerem Zugsunfall auf der Pinzgau-Bahn

Bramberg (Sbg): Der Zusammenstoß zweier Züge auf der Schmalspurbahn im Oberpinzgau hat Samstagmittag, 2. Juli 2005, zwei Tote und 34 Verletzte gefordert. Das Unglück passierte vermutlich in einer unübersichtlichen Kurve.

Kurz nach zwölf Uhr stießen zwei Garnituren der Pinzgaubahn bei Bramberg und Mühlbach im Oberpinzgau frontal zusammen. Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rotem Kreuz unterstützt von Besatzungen einiger Notarzthubschrauber half den zum Teil schwer verletzten Fahrgästen. Acht waren eingeklemmt und mussten mit Bergescheren befreit werden. Mittlerweile sind alle Verletzten in Krankenhäuser gebracht worden. Die schwersten Fälle seien mit Hubschraubern ins Unfallkrankenhaus sowie die Chirurgie West des St. Johanns-Spitals in der Landeshauptstadt geflogen worden, teilte Rotkreuz-Direktor Gerhard Huber mit.

Entgegen ersten Meldungen der Behörden gibt es definitiv zwei Tote. Zuerst war von dreien die Rede gewesen – ein Opfer soll einer der beiden Lokführer sein. Ein Mitarbeiter der Bezirksbehörde teilte dem ORF mit, ein Leichnam sei zuerst doppelt gezählt worden. Behördlich bestätigt sind nun insgesamt 34 Verletzte, von denen drei schwerst und vier weitere schwer verletzt sein sollen. Gesamtzahlen waren lange widersprüchlich und schwankten nach diversen Meldungen der Behörden weiter. Sechs Menschen sollen das Unglück unverletzt überstanden haben.

Das Szenario an der Unfallstelle sei selbst für erfahrene Helfer alles andere als ermutigend gewesen, sagt Klaus Rainer, Stützpunktleiter und Captain des Notarzthubschraubers Alpin Heli 6 vom Stützpunkt Zell am See (ÖAMTC & Schider Helikopter). Es seien Fahrrad- und Rucksack-Touristen aus Deutschland bzw. Italien unter den Opfern, aber auch Einheimische. Die Feuerwehrleute hätten zuerst mit Motorsägen durch Gebüsch und Bäume eine Schneise zur Unfallstelle an einer Böschung der Schmalspurbahn schneiden müssen. Einem Opfer sei durch den Zusammenstoß ein Bein abgetrennt worden. Die betroffenen Fahrzeuge der Pinzgaubahn seien älterer Bauart. Bleche und Fahrgestelle seien ziemlich verkeilt. Mittlerweile seien die beiden Toten geborgen und alle Verletzten in Krankenhäuser gebracht worden. Drei Menschen würde er als schwerstverletzt bezeichnen, sagt Rainer. Die meisten Opfer hätten leichte Verletzungen erlitten. Namenslisten seien für Angehörige verfügbar.

Das Pinzgauer Rote Kreuz sei mit allen Katastrophenzügen der Region ausgerückt. Das betrifft Einheiten aus Bruck an der Glocknerstraße und Rauris. Insgesamt acht Rettungshubschrauber seien von der Einsatzleitung unter dem Pinzgauer Katastrophen-Referenten Kurt Reiter angefordert worden, berichtet Rettungspilot Rainer – darunter auch die Maschine vom Stützpunkt Traunstein in Oberbayern.

„Insgesamt ist es Glück im Unglück gewesen, dass trotz der labilen Wetterbedingungen die Notarzthubschrauber eingesetzt werden konnten, so Pilot Rainer: „Die Untergrenze der dichten Bewölkung erlaubte Sichtflüge gerade noch.“ Wenn es viel Nebel gegeben und so stark geregnet hätte wie am Freitag, dann wäre der schnellstmögliche Abtransport für Verletzte zu Krankenhäusern über das teils enge Straßennetz bis Mittersill, Zell am See, Schwarzach, die Landeshauptstadt Salzburg, Lienz und Innsbruck nicht so schnell verlaufen, sagt Captain Rainer vom Team des Notarzthubschraubers Alpin Heli 6.

Das Rote Kreuz hatte vorsorglich alle Spitäler in Salzburg vorgewarnt. Offen ist nach wie vor, wie es auf der eingleisigen Strecke zu dem Unglück kommen konnte, bei dem die Garnituren durch die Wucht des Zusammenpralls aus den Gleisen gesprungen sind und sich ineinander verkeilt haben.

Einer der beiden Toten ist der Lokführer einer der beiden Züge. Das zweite Opfer, eine Frau, konnte noch nicht identifiziert werden. Die mehr aus 30 Verletzten wurden in die Spitäler nach Salzburg, Zell am See, Schwarzach, Mittersill, Innsbruck und Lienz gebracht worden.

Nach wie vor unklar ist, wie es auf der eingleisigen Strecke zu dem Unglück gekommen ist. Ein technisches Problem ist nicht auszuschließen. Aufgrund des Unglücksorts liegt es auf der Hand, dass sich die beiden Lokführer erst im allerletzten Moment sehen konnten und vermutlich mit rund 50 Km/h aufeinander zufuhren.

Österreichischer Rundfunk
FF Mittersill

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