Italien: Notstand wegen zahlreicher Brände
Sardinien (Italien): Im Norden Sardiniens herrscht derzeit Notstand wegen ausgedehnter Feuer. Vier Großbrände hielten die Behörden in der Nacht auf Donnerstag in Atem. Mehrere Wohnungen in der Gemeinde Tortoli wurden geräumt.
Die Bevölkerung beteiligte sich am Löscheinsatz. Hunderte Hektar Wald wurden trotzdem zerstört. Die Polizei suchte nach Brandstiftern. Schwierig war die Lage auch in Palermo. Etliche Hektar Buschwälder wurden in der Nähe von Monreale zerstört. Mehrere von den Flammen bedrohte Gebäuden mussten geräumt werden. Die Behörden vermuteten auch hier, dass Brandstifter am Werk waren.
Jährlich werden im Mittelmeerraum rund 50.000 Brände gemeldet. Seit den sechziger Jahren sei die jedes Jahr durch Feuer zerstörten Waldfläche auf das Vierfache gestiegen, hieß es in einer in Rom veröffentlichten Studie des WWF. 95 Prozent der Brände würden vorsätzlich gelegt. In Italien seien die Täter oft Arbeitslose, die hofften, bei der Feuerwehr Geld zu verdienen, meinen die Umweltschützer. Aber auch die anhaltende Hitze und der starke Wind seien eine explosive Mischung, die zur Entstehung von Bränden beitragen.
Viele Feuer würden in Zonen gelegt, die in Baugebiete umgewidmet werden sollen: „Die Schäden sind gar nicht bezifferbar. In den Mittelmeer-Wäldern gibt es 25.000 verschiedene Blumenarten. Auch die Folgen für die Tiere sind katastrophal. Bei Bränden spricht man immer über die zerstörten Hektar Wald, aber nicht über die Tausenden von Insekten, Vögel und Reptilien, die in den Flammen oder aus Nahrungsmangel nach dem Brand sterben“, sagte ein italienischer WWF-Sprecher, Antonio Canu.
