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Griechenland: Mysteriöser Flugzeugabsturz forderte 121 Menschenleben

Griechenland: Eine Boeing 737-300 mit 121 Menschen an Bord ist am Sonntag, dem 14. August 2005, nordöstlich der griechischen Hauptstadt Athen in unbewohntem Gebiet abgestürzt. Über die Ursache herrschte Rätselraten:

Ein Gewaltakt wurde nicht ausgeschlossen, auch von einem Zusammenbruch der Sauerstoffversorgung war jedoch die Rede. Zwei Militärmaschinen waren zur Aufklärung losgeschickt worden, nachdem die Lotsen beim Landeanflug den Kontakt zu dem Flugzeug verloren hatten. Sie sollen den Kopiloten regungslos im Cockpit gesehen haben, der Pilot soll nicht zu sehen gewesen sein.

Die Piloten der F-16-Militärjets hätten den Kopiloten „zusammengesackt in der Kabine“ gesehen, bestätigte das griechische Verteidigungsministerium. Der Pilot der Maschine sei offenbar nicht im Cockpit gewesen, hieß es weiter. Es könne sich um einen „Akt von Luftpiraterie“ gehandelt haben, sagte ein Militärsprecher. Die Piloten der F-16 hätten eine „ungewöhnliche Situation im Cockpit“ vorgefunden. Die griechischen Behörden erklärten jedoch, es gebe keine Anzeichen für eine Entführung.

Laut Militärangaben ist die Absturzstelle 30 Kilometer nördlich von Athen. Vor dem Crash soll die Maschine ein Notsignal gesendet haben. Rettungsmannschaften, ein Löschflugzeug und Helikopter wurden zur Absturzstelle, die in unwegsamem Gelände liegt, geschickt. Die Hubschrauberpiloten berichteten davon, dass sie rauchende Trümmer gesehen hätten, jedoch keine Lebenszeichen. Der griechische Premierminister Kostas Karamanlis brach seinen Urlaub auf der griechischen Insel Tinos ab und eilte nach Athen.

Die Chancen, Überlebende zu finden, waren gering. Das Flugzeug der zypriotischen Fluggesellschaft Ilios/Helios war in der Stadt Larnaka auf Zypern gestartet und hatte neben 115 Fluggästen sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Laut der zypriotischen Luftkontrolle war die Maschine auf dem Weg nach Thessaloniki. Laut griechischen Medienberichten war die Maschine jedoch auf dem Weg nach Prag und hätte in Athen zwischenlanden sollen. 100 der 115 Passagiere stammen angeblich aus Zypern.

Update per 18.05 Uhr:
Nach dem Absturz einer Passagiermaschine vor der griechischen Hauptstadt Athen herrschte Rätselraten über die Ursache der Katastrophe. Die Behörden wollten einen Gewaltakt nicht ausschließen – eine SMS eines Passagiers deutet jedoch auf technische Probleme hin. Ein Passagier soll demnach seinem Cousin in den Augenblicken vor dem Absturz eine Botschaft auf dessen Mobiltelefon geschickt haben. „Der Pilot ist blau angelaufen. Cousin lebe wohl wir erfrieren“, wurde die Botschaft im griechischen Fernsehen wiedergegeben.

Angeblich ist vor der Katastrophe die Sauerstoffversorgung in der Boeing 737 ausgefallen. Auch die Augenzeugenberichte eines Kampfjet-Piloten, die die Maschine nach Abbruch des Funkkontakts begleiteten, stützen diese These. Laut den Angaben des Piloten war der Pilot der Passagiermaschine im Cockpit nicht zu sehen. Der andere habe eine Sauerstoffmaske aufgehabt, sei aber bewusstlos gewesen. Seitens der zypriotischen Luftfahrtbehörde hieß es, es sei zu einem Druckabfall in der Kabine gekommen.

Laut zypriotischen TV-Berichten hatte die Maschine vor dem Abflug ein Problem mit der Klimaanlage gehabt, das repariert worden sei. Bereits zwei Mal in den vergangenen Monaten soll es Probleme mit der Klimaanlage und mit dem Luftdruck-Ausgleichsystem gegeben haben.

Während eines Fluges der nun abgestürzten Maschine sollen wegen Sauerstoffmangels sogar Passagiere bewusstlos geworden sein. Angeblich soll die Fluglinie Techniker gekündigt haben, weil sie sich weigerten, der Maschine Flugtauglichkeit zu bescheinigen.

Die Piloten der F-16-Militärjets hätten den Kopiloten „zusammengesackt in der Kabine“ gesehen, hatte das griechische Verteidigungsministerium zuvor bestätigt. Der Pilot der Maschine sei offenbar nicht im Cockpit gewesen.

Es könne sich um einen „Akt von Luftpiraterie“ gehandelt haben, hatte indes zuvor ein Sprecher des griechischen Generalstabs erklärt. Die Piloten der F-16 hätten eine „ungewöhnliche Situation im Cockpit“ vorgefunden, erklärte er gegenüber der Presse.

Auch von der Möglichkeit eines Feuers oder einer Explosion in der Pilotenkanzel war die Rede gewesen. Die griechische Polizei erklärte jedoch, es gebe keine Anzeichen für eine Entführung. Zugleich wurde mitgeteilt, es gebe keine Anzeichen, dass jemand überlebt habe.

Österreichischer Rundfunk

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