USA: Airbus-Notlandung mit quergestellten Rädern verlief reibungslos
Los Angeles (USA): Es war wie in einem spannenden Luftfahrt- Thriller: Passagiermaschine in Schwierigkeiten, Pilot bereitet Notlandung vor, Fernsehen überträgt live, glückliches Ende. So geschehen am Mittwochabend, 21. September 2005, in Los Angeles.
Mit defektem Bugrad und trotz brennender Reifen gelang dem Piloten eines Airbus A320 der US- Fluggesellschaft Jet Blue die dramatische Notlandung. Alle 139 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder konnten die Maschine kurz nach der Landung unverletzt verlassen. Fluggast Mike Miceli berichtete dem Lokalsender Channel 4 von „einer riesigen Erleichterung, lautem Rufen und Klatschen“, als die Maschine auf dem Rollfeld zum Stehen kam. US-Fernsehsender hatten das Geschehen auf der Piste und die Vorbereitungen auf die Notlandung live übertragen. Die Passagiere von Flug 292 hätten das Drama „etwa eine Stunde“ auf Bildschirmen mitverfolgt, teilte Miceli später mit. Jet Blue gehört zu den Fluggesellschaften, die Nachrichtensendungen direkt in die Kabine übertragen. Eine halbe Stunde vor der Landung sei die Übertragung der Fernsehbilder dann eingestellt worden. Während der „Zitterpartie“ an Bord sei keine Panik ausgebrochen, hieß es in Medienberichten.
Der Pilot hatte nach dem Start in Burbank ein defektes Bugrad gemeldet, das seitlich verdreht war und sich nicht einfahren ließ. Das voll getankte Passagierflugzeug war mit dem Ziel New York gestartet. US-Medien berichteten zunächst, dass der Pilot über dem Pazifik Treibstoff ablassen würde. Aus technischen Gründen war das aber nicht möglich. Stattdessen kreiste das Flugzeug drei Stunden lang über der Millionenmetropole Los Angeles, um so den Treibstoff zu verbrennen.
Mehr als 100 Feuerwehrleute und Sanitäter trafen unterdessen Vorbereitungen für die Notlandung. Flugexperten diskutierten zur besten Sendezeit am frühen Abend in Talk-Shows und Nachrichtensendungen die möglichen Gefahren der bevorstehenden Notlandung. „Es war eine sehr, sehr sichere Landung“, sagte Lou Roupoli, Einsatzleiter der Feuerwehr. Der Pilot sei so lange wie möglich auf dem hinteren Fahrwerk gerollt, bevor er das defekte Bugrad zu Boden brachte.
In den letzten Minuten vor dem Aufsetzen kam der Verkehr auf der Flughafenautobahn fast zum Stillstand, als Autofahrer und Schaulustige den Anflug verfolgten. Etwa 30 Sekunden lang schossen weißer Rauch und Flammen nach dem Aufsetzen aus dem vorderen Fahrwerk, bevor die Maschine stoppte.
