„Zu viele Rettungsstellen in NÖ“
Niederösterreich: NÖ hat zu viele Rettungstellen, das besagt eine Studie der Universität München. Statt mit bisher 161 Rettungsstellen, könnte auch mit 54 eine ausreichende Versorgung gewährleistet werden. Es sollte auch mehr hauptberufliche Helfer geben, so die Studie.
Bei einem runden Tisch, zu dem der ORF NÖ am Dienstag geladen hatte, wurde heftig über die deutsche Studie diskutiert. Vertreter der Politik, der Rettungsorganisationen und der Krankenkasse beteiligten sich daran. Einigkeit herrschte dabei über die künftig entscheidende Rolle der 14.000 ehrenamtlichen Mitarbeiter im Rettungswesen, die jährlich Leistungen im Wert von 77 Millionen Euro erbringen. „Ich sage klar und deutlich: Hände weg von der Freiwilligkeit. Wir wissen, dass es durch Strukturveränderungen aber Finanzbedarf gibt“, so SPÖ-Gesundheitslandesrat Emil Schabl.
Der Finanzierungsbedarf sei groß, betonte Carl-Heinz Langer, Landesgeschäftsführer des Roten Kreuzes. Denn acht Millionen würden schon jetzt fehlen, und er prognostizierte für 2006 ein Minus von 12,2 Millionen Euro, falls sich bei der Finanzierung nichts ändern würde. Der Obmann der Gebietskrankenkasse NÖ, Gerhard Hutter, sah jedenfalls Einsparungspotenzial durch weniger Rettungswägen in Niederösterreich: „Wir haben in NÖ pro 1.000 Einwohner etwa 40 Rettungsautos, in Oberösterreich sind das 20 Autos.“
Hutter möchte künftig auch weniger zahlen als bisher, „das Land beziehungsweise die Gemeinden müssen mehr in dieses System hineinzahlen“. ÖVP-Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka konterte: „Ich glaube, wenn wir die Beiträge des Landes innerhalb der letzen vier Jahre um das Dreifache erhöht haben, dann hat das Land NÖ bisher einen gewaltigen Beitrag dazu geleistet.“
Alle Diskussionsteilnehmer betonten jedenfalls die Bereitschaft für weitere Gespräche und Verhandlungen.
