Medien / Fotografen

Indien: Zug kippte in hochwasserführenden Fluss – über 100 Tote!

Indien: Beim schweren Zugunglück im südindischen Bundesstaat Andrha Pradesh sind am 28.10.2005 über 100 Menschen ums Leben gekommen. Ein Schnellzug entgleiste am frühen Samstagmorgen auf einem überfluteten Gleisabschnitt, zwei Waggons versanken in den Fluten.

Nach Angaben eines indischen Regierungsvertreters wurden mehr als hundert Leichen geborgen. Er befürchte, dass 30 bis 40 weitere Passagiere von den Fluten mitgerissen worden seien. Nach tagelangen heftigen Regenstürmen war kurz vor dem Unglück etwa 70 Kilometer vor Hyderabad, der Hauptstadt von Andrha Pradesh, ein naheliegender Stausee über die Ufer getreten und hatte einen Streckenabschnitt im Distrikt Nalgonda überflutet. Der Lokomotivführer erkannte die Gefahr in der Dunkelheit offenbar zu spät: Die Lok sowie 8 der 14 Wagen sprangen aus den Gleisen, 2 davon versanken völlig in den Fluten. In einem von ihnen sollen sich allein 110 Passagiere aufgehalten haben.

Die Bergung der Opfer und Überlebenden aus den ineinander verkeilten Waggons gestaltete sich äusserst schwierig. Stundenlang mussten sich die Helfer mit Schneidbrennern einen Weg durch das verbogene Metall bahnen. Die Fenster von indischen Eisenbahnwagen sind zumeist vergittert. Heftiger Regen und die reissende Flut behinderten die Rettungsarbeiten zusätzlich. Viele der Opfer waren festlich gekleidet. Nach Angaben von Überlebenden wollten sie zum hinduistischen Divali-Fest oder zum Ende des Ramadan zu ihren Angehörigen reisen. In Indien nutzen täglich 13 Millionen Menschen die Bahn. Unglücke sind häufig.

Züricher Zeitung

Bericht der Oö. Rundschau:
Sieben Wagen eines Personenzugs rutschten am Samstag, dem 29. Oktober 2005, nahe der Stadt Veligonda aus einem überschwemmten Gleisabschnitt, fünf kippten in den Hochwasser führenden Fluss daneben. Zahlreiche Fahrgäste saßen Stunden nach dem Unglück noch immer in den halb unter Wasser liegenden Wagen fest.

Rettungskräfte versuchten mit Schneidbrennern zu den Eingeschlossenen vorzudringen, Taucher der indischen Streitkräfte und Freiwillige schwammen zu den Waggons, um die Passagiere zu befreien. Bis Mittag wurden rund 100 Verletzte geborgen, für 40 Fahrgäste kam jede Hilfe zu spät.

Die Hilfe traf verzögert ein, weil zahlreiche Straßen im Umkreis der Unglücksstelle unter Wasser standen. Die Verletzten mussten mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Nach den Regenfällen der vergangenen Tage seien drei Stauseen über ihre Ufer getreten, sagte ein Beamter des Eisenbahnministeriums der Nachrichtenagentur AP. „Wir haben tief und fest geschlafen, als es plötzlich einen lauten Knall und einen Aufschlag gab. Im nächsten Augenblick stand der Zug unter Wasser“, berichtete ein Überlebender, der bei dem Unglück seine Frau, seinen Bruder und fünf weitere Familienmitglieder verlor. „Ich habe es geschafft, aus dem Wagen herauszuklettern, aber andere hatten weniger Glück.“

Bereits vor dem Unglück hatten Überschwemmungen in Andhra Pradesh und zwei Nachbarstaaten im Laufe der Woche mindestens 90 Menschen das Leben gekostet. Die meisten ertranken, erlitten Stromschläge oder wurden von einstürzenden Häusern begraben.

Oö. Rundschau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert