Oö: 2005 – Einsatzstärkstes Jahr in der Geschichte der Feuerwehr Wels
Wels (Oö): Das einsatzstärkste Jahr in der Geschichte der Feuerwehr Wels. Unwettereinsätze nach Starkregen und Sturm sorgten für die enormen Einsatzzahlen. Eine Tatsache, die uns als Feuerwehr, als zuständige Katastrophenschutzorganisation der Stadt Wels, auch in Zukunft vermehrt fordern wird.
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wels leistete im vergangenen Jahr 2.611 (2.302) Gesamteinsätze, das sind im Schnitt ca. 7,15 (6,3) Einsätze pro Tag; hier eingerechnet sind auch die 152 (168) Brandsicherheitswachdienste, die für Veranstaltungen aller Art geleistet werden mußten sowie 35 (14) Einsatzübungen bzw. Schauvorführungen im Rahmen diverser Veranstaltungen.

Mit diesem Einsatzgeschehen hat das Jahr 2005 das bisher stärkste Einsatzjahr 1990 mit 2.516 Gesamteinsätzen (Sturm, schwere Schäden an Dächern und Gebäuden) deutlich übertroffen!
Die Bezirkswarnstelle FLORIAN WELS alarmierte mittels Funksirenensteuerung in 311 (319) Fällen Feuerwehren des Bezirkes Wels-Land.
Die Anzahl der Interventionen zu Brandalarmen und Technischen Hilfeleistungen selbst betrug 1.676 (1.563), das sind ~ 4,6 / Tag.
Bei den Brandausrückungen galten fünf Ausfahrten der Nachbarschaftshilfe.
Von den 147 (130) „echten“ Brandfällen waren 44 (30), das sind 29,9 (23,1) %, bei Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht, in den übrigen Fällen musste die Feuerwehr den Brand bekämpfen. Bei 37 (41) Brandfällen mussten insgesamt 132 (164) Atemschutzgeräte eingesetzt werden. Die hohe Anzahl der „Brände vor Eintreffen der Feuerwehr gelöscht“ ist ein positives Zeichen der vorbeugenden Brandschutzschulungen und des Engagements von couragierten Mitbürgern.

Neben den Brandeinsätzen erfolgten 1.086 (961) Technische Hilfeleistungen bzw. Einsätze im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes.
Im Zusammenhang mit den oben angeführten Einsätzen wurden 190 (145) Menschen, die in steckengebliebenen Liftanlagen eingeschlossen, nach Bränden, Unfällen verletzt bzw. hilflos, nach Verkehrsunfällen eingeklemmt waren oder sich sonst in einer Notlage befunden haben, gerettet bzw. befreit. Tiere wurden bei 29 (16) Einsätzen gerettet. In 9 Fällen mussten Tote und in ebenfalls 9 Fällen verendete bzw. bei Unfällen getötete Tiere geborgen werden.
Besonders gekennzeichnet war das Einsatzjahr 2005 durch zwei Ereignisse:

● Großbrand der Welser Recycling GmbH. in der Boschstrasse 40 am 5. April 2005
(Einsatzdauer 03.22 – 12.40 Uhr). Zur Löschung des Brandes, der die einen einzigen
Brandabschnitt bildende Betriebsanlage mit ca. 2.900 m2 und die angrenzenden
Außen-Lagerflächen erfasst hatte, mussten die Stadtfeuerwehr, die Betriebsfeuerwehr
Fritsch und die FF Thalheim 82 Männer und 21 Einsatzfahrzeuge aufbieten.
Vorgenommen wurden 1 H-, 7 C- und 3 B-Strahlrohre, 4 Wasserwerfer sowie
4 Mittelschaumrohre (Verbrauch 5.500 l Schaumbildner), zum Mannschaftsschutz
wurden 9 Leichte und 13 Schwere Atemschutzgeräte verwendet.
● Unwetterkatastrophe im Welser Stadtgebiet am 30. Mai 2005 (Einsatzbeginn am
30. Mai, 18.10 Uhr, Einsatzende 31. Mai, 19.30 Uhr):
Während dieses Unwetters langten 423 Notrufe in der Nachrichtenzentrale der
Feuerwehr ein, davon 353 aus Wels-Stadt und 70 aus Wels-Land. Ausgerückt
werden musste in der Stadt zu 306 Einsatzadressen, die FF der Stadt verzeichnete
davon 215 Ausfahrten (dabei eingesetzt 670 Männer mit 456 Arbeitsstunden und 140
Einsatzfahrzeuge), die ebenfalls Hilfe leistenden Betriebsfeuerwehr Fritsch und
6 Nachbarfeuerwehren des Bezirkes Wels-Land 91 Ausfahrten (519 Männer mit
249 Arbeitsstunden und 91 Einsatzfahrzeuge): In 244 Fällen war ein Hilfseinsatz
der Feuerwehr erforderlich, insgesamt waren 1.189 Feuerwehrmänner zur
Schadensbehebung in Einsatz.
Die Hauptfeuerwache ist nach wie vor interessant. 4.078 Personen aus dem In- und Ausland besuchten uns. Am Tag der offenen Tür kamen über 2500 Besucher. Seit der Eröffnung im Jahre 1985 konnten wir 42.460 Personen begrüßen.
