Polen: Dutzende Tote bei Halleneinsturz – Menschen unter Schnee und Trümmern beg
Polen: Beim Einsturz des Daches einer Messehalle in der polnischen Stadt Kattowitz (Katowice) sind am Samstag, dem 28. Jänner 2006. nach Angaben eines Behördensprechers mehrere Dutzend Menschen getötet worden.
Zwölf Tote seien bereits aus den Trümmern geborgen worden, hieß es. Am Abend waren bereits mindestens 50 Menschen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden, viele von ihnen waren schwer verletzt.
Das Dach der Halle war am Nachmittag, vermutlich unter der Last der großen Schneemassen, zusammengebrochen. In der Halle, einer Stahlkonstruktion, hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks zwischen 500 und 1.000 Besucher einer Brieftaubenschau auf. Laut Außenministerium in Wien gibt es keine Hinweise, dass sich Österreicher zum Zeitpunkt des Unglücks in der Halle aufhielten.
Großeinsatz der Hilfskräfte: Das Unglück löste eine riesige Rettungsaktion aus. Selbst Lawinenspürhunde waren im Einsatz, um unter den Trümmern Verschüttete zu finden. Die Rettungskräfte hatten via Handy teils telefonischen Kontakt mit Menschen, die unter den Trümmern der Halle lagen. Die Einsatzkräfte fürchten, dass Überlebende weitere Verletzungen durch die bittere Kälte erleiden könnten. Polen erlebt derzeit einen der härtesten Winter seit vielen Jahren. Spezielle Zelte wurden daher in aller Eile aufgestellt, um Gerettete versorgen zu können.
Der Nachrichtensender TVN 24 zeigte Bilder von teilweise chaotischen Szenen. Im dichten Schnee führten Rettungskräfte Verletzte aus dem Gefahrenbereich, mehrere Menschen hatten blutende Kopfverletzungen. Feuerwehrmänner versuchten mit Räumgerät, sich Zugang zu den Eingeschlossenen zu verschaffen. Anwohner und Angehörige eilten nach Bekanntwerden der Katastrophe zum Messegelände. Tauben befreiten sich aus ihren zerstörten Käfigen und liefen zwischen den Trümmern umher.
Erst Anfang Jänner hatte ein ähnliches Unglück in Deutschland für großes Aufsehen gesorgt. Am 2. Jänner war das Dach der Eishalle von Bad Reichenhall eingestürzt. Dabei kamen 15 Menschen ums Leben, darunter zwölf Kinder und Jugendliche. Die Unglücksursache ist noch ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.
