Bgld: Rekordeinsatzjahr 2005 für die burgenländischen Feuerwehren

Burgenland: Als absolutes Rekordjahr wird das Jahr 2005 in die Geschichte der burgenländischen Feuerwehren eingehen. Landesfeuerwehrwehrkommandant Ing. Manfred Seidl präsentierte am 28. März 2006 die Einsatzzahlen für das Jahr 2005.
„Seit dem Bestehen der Feuerwehren waren noch nie so viele Einsätze und Hilfeleistungen der Feuerwehren im Burgenland zu verzeichnen. Die 326 burgenländischen Feuerwehren rückten im Vorjahr zu 5.261 Einsätzen aus. Innerhalb von fünf Jahren (2000: 4.230 Feuerwehreinsätze) sind die Einsatzzahlen im Jahr 2005 um 1.031 Einsätze (+ 24,37 %) gestiegen“.
Bei den Brandeinsätzen ist eine Steigerung von 1.001 auf 1.262 Einsätze (+ 26,07 %) bemerken. Bei den Technischen Einsätzen ist – verglichen mit dem Jahr 2000 – eine Steigerung um 23,84 % (+ 770 Einsätze) auf 3.999 Einsätze zu verzeichnen. Die größte Zunahme an Einsätzen war dabei bei den Unfällen, an denen Pkw`s beteiligt waren (+ 274 Unfälle), festzustellen.

326 Feuerwehren mit 15.865 Mitgliedern
„Die 319 Freiwilligen Feuerwehren und sieben Betriebsfeuerwehren des Burgenlandes ver-zeichneten mit Stichtag 31. Dezember 2005 einen Mitgliederstand von 15.865 Mitgliedern. Davon gehören 14.665 Personen dem Aktiv- und Reservestand an. 1.200 Burschen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren sind Mitglied der Feuerwehrjugend. 611 Mit-glieder der Aktiven bzw. der Feuerwehrjugend sind weiblich. Das Durchschnittsalter der Feuerwehrmitglieder liegt bei 30 Jahre. Jede(r) 17 Burgenländer(in) ist Mitglied einer Feuer-wehr“.
1.262 Brandeinsätze, 3.999 Technische Einsätze
Die burgenländischen Feuerwehren wurden im abgelaufenen Berichtsjahr zu 5.261 Einsätzen alarmiert. 3.999 Einsätze (76 %) betrafen technische Einsätze, 1.262 Einsätze (24 %) waren Brandeinsätze. 36.562 eingesetzte Feuerwehrmitglieder leisteten dabei 71.935 Einsatzstunden. Die bei den 1.262 Bränden (24 % der Einsätze) eingesetzten Feuerwehrmitglieder leisteten jedoch 45,7 % der Gesamteinsatzstunden.

Die Feuerwehren wurden im Jahr 2005 zu 221 Brandeinsätzen in Wohn-, Büro- bzw. öffentli-chen Gebäuden alarmiert. So wie im Vorjahr waren dabei 103 Wohngebäude betroffen. 113 mal musste die Feuerwehr zu Brandeinsätzen in Gewerbe-, Industrie- bzw. landwirtschaftlichen Betrieben ausrücken. 1.163 Brandeinsätze (92,2 %) konnten dabei von der erstausrückenden Feuerwehr alleine bewältigt und dadurch Sachschaden in dreistelliger Millionenhöhe verhindert werden. Nur bei 99 Bränden wurden mehrere Feuerwehren zur Unterstützung nachalarmiert. Das ehrenamtliche, flächendeckende System mit Freiwilligen Feuerwehren in jeder Gemeinde und fast jeden Ortsteil bewährt sich jedes Jahr aufs Neue
24.092 Feuerwehrmitglieder leisteten bei 4.783 Ausfahrten zu technischen Einsätzen 39.053 Einsatzstunden. 96,6 % der technischen Einsätze konnten von der erstausrückenden Feuerwehr erledigt werden. Nur bei 101 Einsätzen war die Hilfe der Stützpunkt- bzw. Nachbarfeuerwehr(en) erforderlich.
Das Gros der Technischen Einsätze: Verkehrsunfälle
Besonders oft mussten die bgld. Feuerwehren Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen (969 Unfälle) ausfahren. Bei vielen Unfällen waren ausländische Kraftfahrzeuge beteiligt. 812 Einsätze haben Unfälle mit Pkws betroffen. An 123 Einsätzen waren Lkws, Busse bzw. Tankwagen beteiligt. Bei 170 Einsätzen wurden Personen aus Notlagen (z. B. im Fahrzeug eingeklemmt) befreit.

Insgesamt wurden bei Bränden und Technischen Einsätzen 200 Personen aus lebensbedrohenden Notlagen gerettet. In 19 Einsatzfällen kam jedoch auch die rasche Hilfe durch Feuerwehr und Rettungskräfte zu spät. Es blieb den Einsatzkräften nur mehr die belastende Arbeit, tote Personen zu bergen.
Landesfeuerwehrschule
4.579 Lehrgangsteilnehmer besuchten im Vorjahr zumindest einen der 161 abgehaltenen Lehrgänge der Landesfeuerwehrschule. Neu ins Lehrgangsprogramm wurde der Lehrgang „Katastrophenhilfsdienst-Stabsarbeit“ und der Lehrgang „Bedienung der Wärmebildkamera“ aufgenommen. Am Lehrgang „Wärmebildkamera“ haben 39 Feuerwehrmitglieder der sieben Bezirksstützpunktfeuerwehren teilgenommen. Damit ist gewährleistet, dass die am 17. September 2005 an die Bezirksstützpunktfeuerwehren übergebenen Wärmebildkameras – Stückpreis rund Euro 21.250 – im Einsatz- und Übungsbetrieb rasch und richtig eingesetzt werden.
Nach dem Pilotlehrgang im Jahr 2004 haben im Vorjahr 28 Feuerwehrmitglieder den Lehrgang „Feuerwehrführerschein“ besucht, die erforderlichen Fahrstunden und Probefahrten nachgewiesen und die von Beamten der bgld. Landesregierung abgenommene Prüfung bestanden.
