Oö: Großbrände im Schaumstoffwerk Greiner und in Recylingbetrieb in Linz

Linz (Oö): Ein Unglück kommt selten alleine. Das dies nicht nur irgendein Spruch ist, mussten die Einsatzkräfte der Linzer Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Wehren der Stadt Linz am frühen Abend des 21. Juni 2006 feststellen. Neben einem Großbrand in einem Schaumstoffwerk brach während…
… dieser Löscharbeiten im Linzer Stadtzentrum bei einem Recyclingbetrieb ebenfalls ein Brand aus, der den geballten Einsatz von Mannschaften aus Linz erforderte.
Erstinfos vom Stand des Abends des 21. Juni 2006

Großfeuer im Schaumstoffwerk. Links der Rauchpilz aus Traun gesehen, rechts aus Alkoven kommend Richtung Leonding
In der Linzer Salzburger Straße – am Stadtrand von Linz zu Leonding – brach am späten Nachmittag des 21. Juni 2006 in einer Halle des Schaumstofferzeuges Greiner ein Brand aus, der rasend schnell um sich greifen konnte.

Ein dicker, kilometerweit sichtbarer Rauchpilz machte den Kräften der Berufsfeuerwehr Linz sofort deutlich, dass es sich hierbei bereits um einen Brand fortgeschrittenen Stadiums handelt. Unverzüglich wurden Freiwillige Feuerwehren aus Linz mitalarmiert.

Beim Eintreffen der Linzer Berufsfeuerwehr stand die vom Feuer betroffene Halle bereits in Vollbrand, die gelagerten Schaumstoffe haben dem Feuer dermaßen viel an Nahrung geboten, dass hier an ein Retten der Halle nicht mehr zu denken war, lediglich noch an ein Schützen der teilweise dicht angrenzenden Gebäudeteile.


Die Hitzeentwicklung war enorm, geparkte Autos wurden durch die thermische Einwirkung teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch der Inhalt von neben der Halle stehenden Container ging durch die Hitzestrahlung in Flammen auf.

Die umfassend aufgenommene Brandbekämpfung wurde über eine Drehleiter, eine Teleskopmastbühne sowie dem Wasserwerfer des Universallöschfahrzeuges (10.000/1.500/500) vorgenommen – unterstützt von eingen Rohren am Boden.

Mit diesen Maßnahmen gelang es den Feuerwehrleuten, die angrenzenden Gebäudeteile erfolgreich zu schützen und sich in weiterer Folge auf das Ablöschen der Flammen zu konzentrieren. Die Halle brannte aufgrund der enormen Brandlast bis auf die Grundmauern nieder und wirkte innen wie leergeräumt…

Um die Rauchbelastung zu reduzieren bzw. den Brand in den beiden nebenstehenden Containern völlig abzulöschen, wurden zwei Mittelschaumrohre vorgenommen und ein Schaumteppich aufgetragen bzw. die Container mit Schaum geflutet.

Während dieses Einsatzes wurden die Linzer Feuerwehren dann zu einem weiteren, größeren Brand in einem Recyclingbetrieb alarmiert. Dieser Brand – nähere Informationen dazu sind im Moment nicht vorhanden – konnte aber ebenfalls mit stadteigenen Kräften bewerkstelligt werden.
Berufsfeuerwehr Linz
FF Ebelsberg
Bericht auf ORF-Oberösterreich mit Fotos vom 2. Großbrand (Recyclingbetrieb:
Zwei Brände haben die Linzer Feuerwehren Mittwochabend voll in Anspruch genommen. Zuerst brannten Schaumstoffballen in einer Lagerhalle. Dann stand eine Papiersortieranlage im Linzer Hafenviertel in Vollbrand. Eine 100 Meter hohe schwarze Rauchsäule war bereits zu sehen, als die Feuerwehr bei dem Brand in der Lagerhalle eintraf.

Deponierte Schaumstoffballen brannten lichterloh. Die 50 Helfer der Berufsfeuerwehr Linz und der Feuerwehren Ebelsberg, Magdalena und Pöstlingberg konnten nur noch verhindern, dass der Brand auf angrenzende Gebäude übergriff.

Die Lagerhalle stürzte allerdings ein. Gesundheitliche Gefährdung durch die Branddämpfe bestand für die Anrainer nicht. Für einen jungen Feuerwehrmann hat dieser Löscheinsatz im Krankenhaus geendet. Eine Fensterscheibe barst wegen der enormen Hitze. Ein Glassplitter traf den Mann seitlich im Hüftbereich und verletzte ihn erheblich.

Zweiter Brand im Hafenviertel: Noch während dieser Großeinsatz im Gange war, kam der nächste Feueralarm herein: Bei der Firma Bunzl & Biach im Linzer Hafenviertel. Dort brannte eine Papiersortieranlage. Die Löscharbeiten gestalteten sich bei den Tonnen von gepressetem Papier als extrem mühsam, die Berufsfeuerwehr Linz musste zur Brandwache über Nacht draußen bleiben.

Der Schaden wird bei dem Brand in der Papiersortieranlage auf 200.000 Euro geschätzt. In beiden Fällen werden heute Sachverständige nach der Brandursache suchen.
ORF-Update:
Eine Selbstentzündung auf Grund einer chemischen Reaktion dürfte nach ersten Erkenntnissen die Brandursache beim Großfeuer im Linzer Stadtteil Neue Heimat gewesen sein. Neben einer Lagerhalle der Firma Greiner waren Schaumstoffballen in Flammen aufgegangen und hatten die Halle in Brand gesteckt. Die Lagerhalle brannte völlig nieder, der Schaden beträgt rund eine Million Euro.
Beim zweiten Feuer, das in der Nacht die Feuerwehren in Linz auf Trab gehalten hatte, wurde indessen noch keine Ursache ermittelt. Eine Papiersortieranlage im Hafenviertel war dabei in Brand geraten. Hier beträgt der Schaden laut Exekutive rund 300.000 Euro.
Bericht der Oö. Nachrichten:
Flammeninferno „keine Gefahr für Umwelt“
LINZ. Vorerst abgeschlossen sind die Ermittlungen der Kripo nach dem Vollbrand einer Schaumstoff-Lagerhalle im Linzer Süden. Brandstiftung schließen die Ermittler aus. Bei den Löscharbeiten wurde ein junger Feuerwehrmann von Glassplittern schwer verletzt.
Eine 1300 Quadratmeter große Lagerhalle des Schaumstofferzeugers Greiner Eurofoam ging Mittwoch gegen 18 Uhr in Flammen auf. Brandmelder schlugen bei der Linzer Hauptfeuerwache Alarm. Die Feuerwehrmänner rückten um 18.30 Uhr aus. Unterstützt wurden sie von 30 Freiwilligen aus Pichling und Ebelsberg.
Heikel wurde die Situation, als die Feuerwehr bereits um 19.17 Uhr zum nächsten Großbrand ausrücken musste – in der Industriezeile hatte bei der Recycling-Firma Bunzl und Biach eine Papiersortieranlage Feuer gefangen. Den Brand in der Schaumstoff-Lagerhalle in der Eduard-Sueß-Straße konnten die Einsatzkräfte um 20.40 Uhr unter Kontrolle bringen. „Brand aus“ hieß es wegen Glimmbränden aber erst gegen 1.30 Uhr. Bei diesem Einsatz wurde der Linzer Feuerwehrmann David Reifenmüller (21) schwer verletzt. Die massive Hitze hatte das Fenster eines Nebengebäudes zum Bersten gebracht. Die Splitter verwundeten den Helfer am Brustkorb. „Es geht schon wieder halbwegs. Ich bin erst seit einem Jahr bei der Berufsfeuerwehr. Das ist mein erster Unfall. Aber das ist eben Berufsrisiko“, sagt der UKH-Patient.
Lagerhalle völlig zerstört: Gestern ermittelten Landeskriminalamt und Sachverständige der Brandverhütungsstelle die Feuerursache in der Schaumstofffabrik. Demnach könnte ein Selbsterhitzungsprozess beim so genannten Schaumverfahren Ursache des Brandes, der die Lagerhalle völlig zerstörte (Schaden: rund eine Million Euro), gewesen sein. Brandstiftung schließen die Ermittler aus. Weil die Kripo gestern bei Eurofoam beschäftigt war, blieb keine Zeit, auch noch den Brand in der Sortieranlage in der Industriezeile zu untersuchen. Die Anlage und das schwer beschädigte Förderband wurden abgesperrt. Die Beamten wollen heute ermitteln.
„Die Witterung war günstig. Die Schaumstoffe sind sehr rasch verbrannt. Gefahr für die Anrainer bestand keine“, sagt die für den Umweltschutz zuständige Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal (SP). „Ohne Panikmache hätte man die Bevölkerung sofort informieren und ihr anraten müssen, in jedem Fall die Fenster zu verriegeln“, kritisiert Grünen-Gemeinderätin Gerda Lenger.
Infos der FF Pichling:
Die FF Pichling war mit 18 Mann an der Einsatzstelle Greiner, verlegte hunderte Meter B- Schläuche als Zubringleitungen für zwei RLF der BF Linz und das TLF der FF Pichling.
Nach diesem schweißtreibenden Job wurde von der Einsatzleitung das TLF Pichling zum Brand bei der Firma Bunzl und Biach in das Industriegebiet beordert.
Anschließend ging es neuerlich retour zur Firma Greiner und stundenlange Suche nach ev. Brandleichen im Brandschutt für die Brandursachenermittler unter schwerem Atemschutz und Aufräumen der Schlauchleitungen durch Pumpe Pichling (wiederum mehrere hundert Meter). Brandwache bis 24.00 Uhr durch TLF Pichling bei starkem Unwetter.
Eine Detailreportage wird in der Oö. Feuerwehrzeitschrift Brennpunkt 4/2006 zu finden sein!
