Oö: Gefahrgutaustritt in Rohrbach
Rohrbach (Oö): Die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach wurde am 18. Dezember um 15:30 Uhr zu einem Gefahrgutaustritt in der Gewerbeallee, nicht unweit vom Feuerwehrhaus alarmiert.

Ein Fahrer eines Speditions LKWs bemerkte beim Liefern eines Paketes, dass auf seiner Ladefläche ein ungewöhnlicher Geruch mit reizenden
Gasen wahrnehmbar war. Von der Ladefläche tropfte eine rote Flüssigkeit.
Die Feuerwehr Rohrbach rückte mit dem Öleinsatzfahrzeug, dem
Tanklöschfahrzeug, dem Rüstlöschfahrzeug sowie dem Kommandofahrzeug und dem Mannschaftstransportfahrzeug mit insgesamt 23 Mann an.

Der Fahrer übergab die Transportpapiere der Feuerwehr, es konnte jedoch nicht festgestellt werden, welches der angeführten Gefahrgüter hier austrat. Aus diesem Grund wurde mit Hilfe eines Atemschutztrupps, der mit Säureschutzanzügen
ausgestattet war, eine Messung des pH-Werts sowie eine Messung der Explosionsgefahr vorgenommen und unter dem Fahrzeug Auffangwannen platziert, welche den auslaufenden Stoff zurückhielten.

BI Martin Wakolbinger übernahm die Gesamteinsatzleitung und HBI Hubert Springer jun. übernahm als Abschnittsleiter den Einsatzabschnitt Gefahrgut. Da der Fahrer über Übelkeit klagte, wurde das Rote Kreuz Rohrbach verständigt – der Gesundheitszustand des Fahrers besserte sich aber an der
frischen Luft wieder sehr rasch.Von der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach
wurde die Wasserrechtsbehörde verständigt und vom Landesfeuerwehrkommando, sowie von der Bezirkswarnstelle Rohrbach wurden Fachinformationen zu den in
Frage kommenden gefährlichen Stoffen angefordert. Da in der Anfangsphase nicht absehbar war, wie viele Atemschutzträger noch benötigt werden, wurden die Nachbarfeuerwehren Frindorf und Perwolfing zur Unterstützung angefordert.


Nachdem alle Kanaleinläufe abgedichtet waren und ein mehrfacher Brandschutz aufgebaut war, wurden der LKW manuell unter Schutzanzügen entladen und die Ladung sortiert. Es stellte sich heraus, dass eigentlich bis auf einen
Kanister alle Packstücke unbeschädigt waren. Der beschädigte Kanister enthielt ein organisches Peroxid, welches bei Kontakt mit brennbaren Stoffen zur Selbstzentzündung neigt. Der Kanister wurde in einem Kunststoffsack verpackt und in einem Bergefass sicher verwahrt. Der ausgelaufene
Gefahrstoff wurde auf der Ladefläche und der Strasse mit einem Chemikalienbinder aufgenommen und nach Anweisung des Landeschemikers nachbehandelt.
Bis zum Abschluss der Reinigungsarbeiten war die Feuerwehr Rohrbach bis 19:30 Uhr im Einsatz.
