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Oö: Unteracher Pfarrer und Feuerwehr sind übers Kreuz

Unterach (Oö): Das Verhältnis zwischen Altpfarrer Karl Six und Unteracher Feuerwehrleuten ist empfindlich getrübt. Der Geistliche fühlte sich bei der Florianifeier durch Kaugummi kauende FF-Kameraden gestört und drohte mit dem Abbruch der Messe.

Außerdem könne er auf Besucher verzichten, die nur an hohen Festtagen in der Kirche zu sehen seien, sich aber sonst das ganz Jahr nicht blicken ließen.

„Wir waren schockiert. Normalerweise muss man aufstehen und gehen“, ärgert sich Peter Döllerer. Vor allem die jüngeren FF-Kameraden würden es sich in Zukunft überlegen, den Gottesdienst zu besuchen. „So bringt man keine Leute in die Kirche, so vertreibt man sie“, ist sich der Kommandant der FF Au-See sicher.

“Ich habe nie um den Brei herumgeredet.“ — Pfarrer Karl Six

Pfarrer Karl Six, selbst Mitglied der FF Unterach, steht zu seiner Predigt. Und zu seiner Art, die Dinge beim Namen zu nennen. „Die Leute sollen nicht nach dem Kalender Religion praktizieren, sondern nach ihrem eigenem Bedürfnis“, steht der 74-jährige Gottesmann zu seinen Aussagen. Salbungsvolle Worte helfen nicht weiter. „Ich hab nie um den Brei herumgeredet. Die Leute werden ja nicht munter, wenn man schön daherredet“, sagt Six, der seit 48 Jahren das Priesteramt ausübt und als scharfer Prediger bekannt ist. Zum alljährlichen Gottesdienst auf die Eisenaueralm folgen ihm bis zu 2500 Gläubige.

“So bringt man die Leute nicht in die Kirche, so vertreibt man sie.“ — Peter Döllerer Kommandant FF Au-See

Rückendeckung erhält Six aus dem Pfarrgemeinderat. „Wer regelmäßig in die Kirche geht, kennt seine direkte, aber ehrliche Art und hat damit auch kein Problem“, so Obmann Michael Lohninger. Auch Josef Schwarz, Kommandant der Feuerwehr Buchenort, steht hinter Six. „Was er sagt, ist wahr. Und während der Messe Kaugummi kauen, das ist eine Frechheit.“ Bürgermeister Hermann Perner hält sich aus der Sache heraus.

Walter Höllermann hat mit den Aussagen des Geistlichen persönlich kein Problem. „Einige sehen das aber tragisch. Heuer waren 90 Feuerwehrleute bei der Florianifeier, nächstes Jahr sind es sicher wieder weniger“, glaubt der Kommandant der FF Unterach. Dass es auch anders geht, habe man bei der Abschnittsfeier in Zell am Moos gesehen, wo die Verdienste der FF-Leute hervorgehoben wurden. „Fronleichnam sollen wir schon wieder brav mitgehen. Damit der Prozessionszug ja schön lang ist“, ärgert sich Döllerer.

Oö. Rundschau

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