Brand

Wien: Gefährlicher Zimmerbrand mit 2 Todesopfern in der Quadenstraße

Wien: Zu einem Zimmerbrand in der Quadenstraße wurden die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Wien am 10. Juli 2007 um 01.24 Uhr alarmiert. Bei Ankunft der Feuerwehren waren am Balkon und…

… aus einem um die Ecke befindlichen Fenster wahrzunehmen. Als Erstmaßnahme wurde das 1. RLF/DO (Gruppenkommandant, Nr. 1 und 2 unter Atemschutz) mit der Erkundung und dem Lüften des Stiegenhauses beauftragt. Gruppenkommandant, Nr. 1 und 2 des ULF/DO rüsteten sich für den Innenangriff, durch das 2. RLF/DO und Nr. 3 und 4 wurde ein Rohr für den Innenangriff bis an die Gefährdungsgrenze gebracht.
Zu diesem Zeitpunkt zogen sich zwei Sicherheitsbeamte, die – da aus dem Wachzimmer Quadenstraße – bereits vor der Wiener Feuerwehr an der Einsatzstelle waren, wegen plötzlich stark zunehmender Rauch- und Hitzeentwicklung zurück, nachdem sie die Bewohner durch Rufen aufgefordert hatten, sich aus dem Stiegenhaus in die Wohnungen zu begeben sowie die Türen zu schließen.

Enorme Hitze: Das ULF/DO begann mit dem Innenangriff, konnte aber wegen der großen Hitze nicht vollständig in die Wohnung vordringen. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits durch den Melder umd dem Gruppenkommandanten des 2. RLF/DO ein zweites Rohr für den Außenangriff vorgenommen. Mit diesem wurde der Balkon und die Wohnung über das um die Ecke gelegene Fenster soweit gekühlt, dass das ULF/DO den Löschangriff weiter fortsetzen konnte.

Person gefunden: Zeitgleich wurde durch das 1. RLF/DO im Zuge der Erkundung eine Person auf dem Halbstockpodest zwischen 3. und 4. Stock im Stiegenhaus liegend vorgefunden. Nachdem ein Gangfenster teilweise mit dem Feuerwehrbeil eingeschlagen worden war (ein Öffnen mit dem Vierkantschlüssel war nicht möglich), konnte sie durch den Erkundungstrupp ins Freie gebracht werden.
Bei der Rückmeldung wurden zunächst eine, in weitere Folge eine zweite Löschgruppe zur Verstärkung angefordert, während sich Nr. 3 und Nr. 4 des 1. RLF/DO und ULF/DO mit Atemschutz ausgerüstet an der Rettung weiterer im Stiegenhaus befindlicher Personen beteiligten und das 2. RLF/DO ins Freie gebrachte Personen mit den drei Notfallrucksäcken, die bereits vorsorglich zum Ausgang des Stiegenhauses gebracht worden waren, reanimierte.

Zur Unterstützung der Stiegenhauslüftung wurde der Hochleistungslüfter der DL/DO in Stellung gebracht. Durch den Fahrdienst wurde während der Rettungsarbeiten eine Zubringleitung errichtet.

Weitere Personenrettungen: Nach der 1. Person wurde im Halbstockpodest zwischen 4. und 5. Stock ein ca. 1-jähriges Kind durch die Nr. 4 des RLF/DO ins Freie gebracht, darauf eine weitere, männliche Person durch den Gruppenkommandanten und die Nr. 1 des RLF/DO und nochmals knapp darauf eine weibliche Person durch die Nr. 2, Nr. 4 des 1. RLF/DO und Nr. 4 des ULF/DO!

Etwa zeitgleich mit der Rettung der dritten Person war der Brand bis auf Glutnester abgelöscht. Durch die unter Atemschutz arbeitenden Kräfte wurden die Wohnungen der oberen Geschosse kontrolliert. Dies wurde durch die zur Verstärkung eintreffenden Gruppen fortgesetzt. Der Lift war bereits kontrolliert worden, es befanden sich keine Personen darin.

Reanimation durch die Feuerwehr: Durch die Feuerwehrleute wurde die Reanimation im Freien fortgesetzt. Nach Eintreffen der Rettung übernahm diese zunächst das Kind, der nächst eintreffende Samariterbund die 1. gerettete, männliche Person – vermutlich der Vater – und in weiterer Folge der eintreffende K-Zug die noch verbleibenden Personen.

Kontrolle: Zur Sicherheit wurden sämtliche Wohnungen der Stiege nochmals kontrolliert. In eine Wohnung wurde, nachdem niemand geöffnet hatte und es sich um eine Sicherheitstür gehandelt hatte, mit einer Hakenleiter gesichert abgestiegen, eine Fensterscheibe geringfügig eingeschlagen, um den Riegel öffnen zu können. Es wurde jedoch niemand angetroffen.

Die Bewohner der Brandwohnung wurden durch den K-Zug der Rettung in das Wachzimmer Quadenstraße gebracht, wo ihnen ein Vertreter des Bürö als Sofortmaßnahme eine Ersatzwohnung besorgen wird. Andere Bewohner können bei Bekannten unterkommen. In einer Wohnung war geringfügiger Wassereintritt durch die Decke feststellbar. Die Bewohner können jedoch in einem weniger betroffenen Raum der Wohnung verbleiben.

Einsatzende für die Berufsfeuerwehr Wien: 04.09 Uhr.

BF Wien

KURIER-BERICHT:
Ein Brand in einer Wohnhausanlage in Wien-Donaustadt hat Dienstag früh zwei Todesopfer gefordert. Die Mutter eines sieben Monate alten Babys und dessen Onkel fanden den Tod vermutlich durch eine Rauchgasvergiftung, als sie vom siebenten Stock durch das Stiegenhaus flüchten wollten. Der Vater und das Kind selbst konnten reanimiert werden, berichtete Chefinspektor Kurt Lechner von der Wiener Polizei. Der Brand war in einer Wohnung im zweiten Stock ausgebrochen.
Brandursache war vermutlich die Explosion einer Tiefkühltruhe auf der Loggia der Wohnung, welche danach laut Lechner völlig ausbrannte. Die Bewohner der Einheit – eine Frau und deren zwei Töchter – kamen unversehrt aus dem Haus. Alle anderen Bewohner der Anlage in der Quadenstraße blieben in ihren Wohnungen und kamen ebenfalls mit dem Schrecken davon.
Den vier Personen aus dem siebenten Stock wurde die versuchte Flucht jedoch zum Verhängnis. Die Rauchentwicklung im Stiegenhaus war zu diesem Zeitpunkt schon zu stark, um unversehrt den Weg ins Freie zu finden. Der Vater und das Baby wurden nach der Reanimierung ins Krankenhaus gebracht, für die Mutter und ihren Bruder kam jede Hilfe zu spät. Der Brand war um 1.40 Uhr von einem Nachbarn gemeldet worden, bereits um 02.00 Uhr war das Feuer gelöscht.

Kurier

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