Medien / Fotografen

Stmk: Kinderwagen stürzte in die Mur -> Baby und Mutter ertrunken

Gratwein (Stmk): In Gratwein nördlich von Graz hat eine junge Mutter am Abend, 11. Juli 2007, vergeblich versucht ihr Baby aus der Mur zu retten. Das acht Monate alte Mädchen stürzte im Kinderwagen in den hochwasserführenden Fluss; beide ertranken hilflos.

Die 24 Jahre alte Frau war gemeinsam mit ihren drei Kindern, zwei Jahre, drei Jahre und acht Monate, auf dem Murradweg in Gratwein spazieren. Plötzlich rannte einer der Söhne in Richtung eines Einkaufszentrums. Die Mutter wollte den Buben zurückholen und ließ den Kinderwagen auf dem leicht abschüssigen Radweg stehen. Plötzlich rollte der Kinderwagen in Richtung Murböschung und stürzte über den steilen Abhang in die Mur. Die verzweifelte Mutter sprang hilfeschreiend hinterher. Die Murböschung ist laut Polizei in diesem Bereich eingentlich mit einem Holzzaun abgesichert. An der Unglücksstelle fehlte jedoch der Mittelbalken. Der Kinderwagen konnte so durch den Zaun durchrutschen. Die Augenzeugin, Melissa Schappek war mit einem Freund in der Nähe des Unglücksortes. Sie sah, wie die Mutter in die Mur sprang: „Wir sind am Weg nach gelaufen. Auf der Brücke hörte ich noch ganz kurz einen Babyschrei, als ob das Kind vom Boden noch einmal heraufgekommen und dann wieder hinunter gerissen worden wäre“.

Suchaktion mit Booten und Hubschrauber: Sofort wurde eine Suchaktion eingeleitet. Mit Booten und mit einem Hubschrauber wurde die Mur abgesucht. Mutter und Kind konnten aber nur noch tot geborgen werden.

Kind bei Wehranlage angeschwemmt: Das acht Monate alte Mädchen wurde laut dem Einsatzleiter der Feuerwehr Gratwein, Gerhard Sampt, einen Kilometer entfernt, beim Rechen der Wehranlage Weinzödl angeschwemmt. Die Mutter wurde mehrere Kilometer weiter, bei der Radetzkybrücke in Graz geborgen. Für beide kam jede Hilfe zu spät. Die beiden anderen Kinder, die das Unglück mitansehen mussten, stehen unter Schock. Sie und die anderen Familienangehörigen werden von einem Kriseninterventionsteam betreut.

ORF Steiermark

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert