Technisch

Oö: Explosion am Marktplatz in Mondsee

Mondsee (Oö): Bei einer Explosion in einem mehrgeschossigen Haus im Zentrum von Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) sind Freitagnachmittag, 24. August 2007, insgesamt vier Personen verletzt worden, davon eine schwer. Die Ursache war vorerst unklar.

Die Explosion hatte sich ziemlich genau um 16.00 Uhr in einer Wohnung im zweiten Stock des Wohn- und Geschäftshauses in der Rainerstraße ereignet. Dort erlitt einer der beiden anwesenden Männer, ein 21-Jähriger, schwere Verbrennungen am Oberkörper.

Er wurde mit dem ÖAMTC-Notarzthubschrauber zuerst nach Salzburg und nach einer Zwischenversorgung in eine Spezialklinik nach München geflogen. Ein 25-Jähriger hatte Verbrennungen im Gesicht.

Eine 19-Jährige in der Nachbarwohnung klagte über Kopf- und Nackenschmerzen. Zwei Buben im darüber liegenden Stock blieben unverletzt. In der Straße vor dem Haus brach Panik aus, dabei stürzte ein Mann und erlitt Schürfwunden an einem Arm.

In der Wohnung der beiden jungen Männer brach Feuer aus. Es wurde von den Nachbarn und der Feuerwehr gelöscht. Durch die Wucht der Explosion wurden drei Fenster im zweiten Stock auf und über die Straße geschleudert, die Reste von zwei weiteren blieben nur noch in ihren Angeln hängen. Überall lagen Glasscherben.

Eine erste Begehung des Gebäudes ergab, dass es zwar erhebliche Schäden gab, jedoch keine Einsturzgefahr bestand. Ein Brandsachverständiger untersuchte Freitagabend den Vorfall. Laut Oberösterreichische Ferngas AG liegt Mondsee nicht in ihrem Versorgungsbereich.

In der Wohnung wurden aber Gasflaschen gefunden. Es gab Vermutungen, ein technisches Gebrechen könnte den Unfall verursacht haben.

Von der FF Mondsee: Am Freitag dem 24.08.2007 wurde die FF Mondsee um 15:55 Uhr zu einem Wohnungsbrand am Marktplatz Mondsee gerufen. Die Druckwelle der Explosion zerstörte im 2. Stock des Wohnhauses den Vorraum, Wohnzimmer, Küche und das Badezimmer. In eine Nebenwohnung, welche durch eine Trennwand vom Explosionsort getrennt war, wurden riesige Mauerstücke geschleudert. Die Bewohnerin dieser Wohnung hatte dabei großes Glück, da Sie sich am Zeitpunkt der Explosion auf der Terrasse aufhielt.

Nachdem am Explosionsort Gas austrat, betrat die FF Mondsee die Wohnung nur mit schweren Atemschutz. Sofort wurde Strom, Gas und Wasser von der FF Mondsee abgedreht und so konnte man ungehindert zu der schwer schockierten Person vordringen. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte des Roten Kreuzes wurde die Bewohnerin von der FFM betreut.
Die FF Mondsee war mit 15 Mann am Einsatz beteiligt.

UPDATE per 29. August 2007:
Die Gasexplosion am vergangenen Freitag in Mondsee könnte durch den Kühlschrank, die Waschmaschine oder einen Lichtschalter ausgelöst worden sein.
Die Waschmaschine war eingeschalet, das steht fest, denn die Ermittler haben eineinhalb Stunden nach der Explosion noch lauwarme Lauge in der Waschtrommel gefunden. Möglicherweise hat die Maschine auf den nächsten Waschgang geschaltet und so die Explosion ausgelöst, so eine Theorie der Brandexperten. Eine andere Möglichkeit ist ein Funke durch einen Lichtschalter, oder einen Kühlschrank der sich eingeschaltet hat.
Den genauen Auslöser für die Explosion wird vermutlich erst der Hauptzeuge, der 20-jährige Mieter der Wohnung, klären können. Dieser liegt in künstlichem Tiefschlaf und das – laut den zuständigen Ärzten – sicher noch zwei Wochen.
Sicher ist, dass eine der beiden Gasflaschen in der Wohnung undicht war. Eine Nachbarin hatte ihrer Meinung nach Kochgeruch wahrgenommen, das dürfte aber bereits der Geruch des ausgetretenen Gases gewesen sein.
Der lebensgefährlich verletzte Mieter konnte noch sagen, dass er aufgestanden war, um sich Erdäpfel in der Küche herzurichten. Laut Ermittlern war er dabei bereits durch einen so genannten Gassee gegangen.
Flüssiggas bildet immer eine Schicht in Bodenhöhe. Durch seine Schritte hat sich das Gas mit Sauerstoff vermischt und ein Schaltfunke wird dann die Explosion verursacht haben.

Freiw. Feuerwehr Mondsee
ORF Oberösterreich

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