Medien / Fotografen

Deutschland: Blausäurealarm bei Großfeuer – Drei Feuerwehrleute verletzt

Deutschland: Im Schredderwerk in Herbertingen/Kreis Sigmaringen hat sich am 30. August 2007 bei Abladearbeiten ein Schrotthaufen entzündet. Die Einsatzkräfte hatten um 20.45 Uhr den Brand noch nicht gelöscht. Die Bevölkerung soll Fenster geschlossen halten – auch in Teilen der Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg und Konstanz.

Der Brand im Schredderwerk Herbertingen brach gegen 11 Uhr aus. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand entzündete sich ein Schrotthaufen von selbst, nachdem weiterer Schrott aus einem Eisenbahnwaggon auf den Haufen aufgeschichtet wurde, meldet die Polizei. Drei Feuerwehrleute erlitten eine Rauchgasvergiftung.

Die Freiwilligen Feuerwehren von Herbertingen, Bad Saulgau, Hohentengen und Mengen rückten mit über 60 Mann an, um den Brand zu bekämpfen. Es bildete sich eine dichte graugelbe Rauchwolke, die zunächst in südwestlicher Richtung auf die Stadt Mengen und die Ortschaft Hohentengen zutrieb. Die Wolke breitete sich rasch in Richtung Krauchenwies, Meßkirch und Pfullendorf aus. Auch im Raum Heiligenberg, Frickingen, Deggenhausertal und Wilhelmsdorf wurde die Bevölkerung gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

„Aktuelle Messergebnisse der Feuerwehr ergaben, dass die Schadstoffgehalte in der Rauchgaswolke gesundheitsrelevante Grenzwerte bislang nicht erreichten“, heißt es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Sigmaringen. Zunächst waren bei Schadstoffmessungen der Feuerwehr auch Blausäuredämpfe festgestellt worden. Geruchsbelästigungen treten nach wie vor allem im südlichen Kreisgebiet, aber auch in den nördlichen Regionen das Landkreises Ravensburg und des Bodenseekreises auf.

Die Empfehlung, in den betroffenen Gebieten Fenster und Türen geschlossen zu halten, sollte bis auf weiteres befolgt werden. Ein Polizeihubschrauber beobachtete die Ausbreitung der Rauchwolke aus der Luft und gab ständige Lagemeldungen durch. Um 15 Uhr wurde die B32 zwischen Mengen und Herbertingen vollständig gesperrt. Die Beschäftigten der im Industriegebiet „Oberbergen“ angesiedelten Gewerbebetriebe wurden vorsorglich evakuiert.

Um 20.45 Uhr war der Brand noch nicht gelöscht. Inzwischen sind weitere Feuerwehr- und Polizeikräfte im Einsatz, insgesamt über 100 Mann. Sie erhalten Unterstützung von Experten der Bundeswehr. Die Einsatzleitung bilden Führungskräfte der Feuerwehr, des Landratsamt und der Polizei.

Aufgrund der Windrichtung konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Rauchgase in den nordwestlichen Teil des Landkreises Konstanz ziehen. Nachdem mittlerweile der Wind drehte, ist nicht damit zu rechnen, dass die Rauchwolke den Landkreis erreicht. Trotzdem wird die Bevölkerung vorsorglich gebeten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Bereits heute Nachmittag durchgeführte Messungen im Bodenseekreis ergaben keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen.

Südkurier (Fotoseite)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert