Schweiz: Blausäure-Unfall im Baselbiet fordert 33 Verletzte
Waldenburg (Schweiz): Bei einem Chemieunfall mit hochgiftiger Blausäure in Waldenburg im Baselbiet sind am Dienstag, dem 16. Oktober 2007, 33 Personen verletzt worden.
Ein Teil von ihnen musste ins Spital gebracht werden, die übrigen wurden vor Ort ärztlich behandelt. Rund 80 Angestellte wurden evakuiert. Ein weiterer Chemieunfall in Pratteln verlief dagegen glimpflich.
Der Unfall in Waldenburg ereignete sich um 13.40 Uhr in der Metallveredelungsfirma Rero. Laut Angaben der Polizei wurde während eines Produktionsprozesses fälschlicherweise Zyanid mit Schwefelsäure vermischt. Die daraus entstandenen hochgiftigen Blausäuredämpfe seien von mehreren Personen eingeatmet worden.
Rund 80 Angestellte wurden unverzüglich aus dem Gebäude evakuiert. 15 Angestellte mussten mit Atembeschwerden ins Spital gebracht werden. 14 von ihnen wurden leicht, eine Person mittelschwer verletzt. Bis zum Abend konnten jedoch alle das Spital wieder verlassen, wie Polizeisprecher Rolf Wirz auf Anfrage sagte. 18 weitere Angestellte wurden vor Ort ärztlich behandelt.
Chemie- und Feuerwehr sowie Sanität und Polizei standen laut Wirz mit rund 75 Personen im Einsatz. Messtrupps sondierten die Lage im Gebäude, das gereinigt und gelüftet wurde. Dadurch wurden die Blausäuredämpfe langsam abgebaut. Gegen Abend konnten die Räumlichkeiten wieder freigegeben werden, wie Wirz weiter sagte.
Gefahr für die Umwelt habe nicht bestanden, da sich die Stoffe in einem geschlossenen Raum befunden hätten. Die genaue Ursache des Unfalls war zunächst unklar und Gegenstand von Untersuchungen. Die seit über 120 Jahren bestehende Rero AG ist laut eigenen Angaben eines der bedeutendsten Schweizer Unternehmen in den Bereichen Galvanik, Anodisieren und Elektropolieren.
Im Baselbiet kam es gleichentags noch zu einem weiteren Chemieunfall, der jedoch glimpflicher ausging. In einem Chemiebetrieb in Pratteln wurde am Nachmittag Lösungsmittel freigesetzt, als ein 20-jähriger Arbeiter dieses in Kanister umfüllte. Dabei kippte ein Gestell um. Mehrere Kanister wurden beschädigt und rund ein Liter Lösungsmittel floss aus. Feuer- und Chemiewehr konnten den Lösungsmittelmix aus der Auffangwange aufnehmen und die beschädigten Kanister umfüllen. Verletzt wurde niemand.
