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Deutschland: Flughafenfeuerwehrleute zu ungebildet für Brandenburg

Berlin (Deutschland): Flughafen-Feuerwehrleute müssen vor dem Einsatz in Schönefeld zum Grundkurs – eine Folge der Teilung Berlins

Das Brandenburger Brandschutzgesetz kennt kein Erbarmen und keine Berufserfahrung. Es verlangt von altgedienten Feuerwehrleuten, die schon mehr als zwanzig Jahre auf den Flughäfen Tegel und Tempelhof arbeiten, noch einmal von vorne anzufangen. Denn ihre Ausbildung genügt nicht den gesetzlichen Vorgaben im Land Brandenburg. Bevor die Flughafengesellschaft Berlin-Schönfeld GmbH, getragen immerhin von beiden Ländern, ihre Werksfeuerwehrleute über die Landesgrenze hinweg in Schönefeld einsetzt, müssen die erst mal für ein Jahr auf die Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt. Dort absolvieren die Brandschützer dann den Feuerwehrmann-Grundlehrgang – gemeinsam mit Berufsanfängern.

„Unterweisung am Gerät“
Der Grund dafür liegt in der alliierten Vergangenheit der West-Berliner Flughäfen. Die Weltkriegsverbündeten waren für den Luftraum über der geteilten Stadt verantwortlich. Die Flughäfen unterstanden ihrer Hoheit und damit auch die Ausbildung der Feuerwehrleute. Und bei der gab es offenbar ganz unterschiedliche Vorstellungen. Die Engländer, in deren Zone der Flughafen Gatow lag, schickten ihre Brandschutzleute zum Beispiel sogar nach England zur Ausbildung. Die Feuerwehrleute auf dem Flughafen Tegel erledigten ihre Grundausbildung meist bei der Berliner Berufsfeuerwehr, den Rest übernahmen die Franzosen. In Tempelhof waren die Amerikaner zuständig. Nicht selten wurden Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr auf den Flughäfen eingestellt, manche ganz ohne Ausbildung. Die bekamen dann eine „Unterweisung am Gerät“. Glücklicherweise, so ein Feuerwehrexperte, gab es in den ganzen Jahren auf den Flughäfen keinen Unfall.
Als sich Anfang der 90er-Jahre der Abzug der Alliierten abzeichnete, löste man das Problem, indem die Berliner Dienstaufsichtsbehörde im Jahr 1993 die Mitglieder der Flughafen-Werkswehren als ordentliche Feuerwehrleute anerkannt hat. Die Flughafengesellschaft konnte ihre Brandschützer weiter einsetzen.

Spätestens nach dem Ende des Flugbetriebs in Tempelhof im nächsten Jahr und 2011 in Tegel, oder wann auch immer der Ausbau des Flughafens Schönefeld beendet sein wird, sollen die Berliner Brandschützer endgültig nach Schönefeld zum Flughafen Berlin-Brandenburg International umziehen. Wer nun keine Ausbildung nachweisen kann, die für den „mittleren feuerwehrtechnischen Dienst“ in Brandenburg verlangt wird – dem entsprechen die Mitglieder der Werksfeuerwehr der Flughafengesellschaft – muss nach Eisenhüttenstadt. Nach Informationen der Berliner Zeitung betrifft dies 31 Feuerwehrleute. Die Kosten für ihre Schulung übernimmt die Flughafengesellschaft.

Wer keine ausreichende Ausbildung hat, von dem wird zu Recht die Nach-Schulung verlangt, heißt es dazu in der Berliner Feuerwehrgewerkschaft. Schließlich gehe es um die Sicherheit auf einem der größten Flughäfen in Deutschland. Nicht akzeptabel sei aber, dass erfahrene, ausgebildete Feuerwehrleute noch einmal auf die Schulbank geschickt werden, nur weil sie irgendwelche formalen Kriterien nicht erfüllten.

Gespräche zwischen den Ländern
Im brandenburgischen Innenministerium beschäftigt man sich seit geraumer Zeit damit. Das sei ein „aktuelles Abstimmungsthema“, sagte ein Sprecher. „Dazu finden derzeit Gespräche mit den Beteiligten in Berlin und Brandenburg statt.“ Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht. Derweil wird in Brandenburg geschult.

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