Nö: Feuerwehr wehrt sich: „Wir sind kein Verein“ -> Zukunftstagung
Niederösterreich: Dramatische Zahlen lieferte eine groß angelegte Umfrage im Auftrag der Feuerwehr – unter allen 94.000 Mitgliedern des Bundeslandes.
„Wir sind kein Verein, sondern eine Körperschaft und haben einen gesetzlichen Auftrag“, wetterte Landes-Feuerwehrkommandant Josef Buchta am Freitag, dem 24. November 2007. Da ging es in der Landesfeuerwehrzentrale in Tulln um nichts Geringeres als um die Zukunft der Feuerwehren in NÖ. Um die Aufgaben in der Zukunft, um Finanzierungsprobleme oder unter anderem auch um die Sicherung der Tagesbereitschaft. Buchta: „Wir können ein funktionierendes Feuerwehrwesen in Zukunft nur gemeinsam aufrecht erhalten – Politiker müssen das mittragen, ich bin nicht neugierig auf Sonntagsreden.“
In einer Umfrage durch die Grazer Forschungs- und Beratungsfirma IRM waren die Feuerwehrkommandanten und übergeordnete Funktionäre befragt worden, „wo der Schuh drückt“. 1746 Antworten lieferten die Grundlage für die Zukunftstagung in Tulln. Buchta: „Es muss was geändert werden, denn wir brauchen Zündstoff.“
Und diesen Zündstoff lieferten die Umfrageergebnisse allemal. Denn 52,9 Prozent der Befragten gaben an, dass die Feuerwehr zukünftig nur mehr den gesetzlichen Auftrag erfüllen solle – also wenn „Gefahr in Verzug“ ist, aber nicht mehr wenn z. B. ein Auto in den Straßengraben gerutscht ist oder umgestürzte Bäume zu entfernen sind.
Streit um Geld und nur geringe Wertschätzung: 19 Prozent gaben an, dass ihre Arbeit in der Bevölkerung zu wenig geschätzt werde. Und 28,5 Prozent der FF-Kommandanten kritisierten, dass sie mit dem Bürgermeistern um Geld streiten müssten, wenn z. B. das Feuerwehrhaus zu renovieren ist oder wichtige Anschaffungen zu tätigen sind. Buchta erbost: „Wir haben einen gesetzlichen Auftrag, da kann man uns nicht mit einem Sportverein oder Ähnlichem gleichstellen.“
Die Feuerwehr will aber vor allem auch an sich selbst arbeiten. Kritisiert wurde unter anderem die gesetzliche Mindestausrüstungs-Verordnung, wonach vorgeschrieben ist, wie viele Geräte in einer Gemeinde mindestens vorhanden sein müssen. Die Forderung: Geräte sollen dort stationiert werden, wo sie wirklich gebraucht werden.
Als Auftrag sieht man die Akquirierung junger Mitglieder und die Sicherung der Tageseinsatzbereitschaft. Angedacht wurde, dass Unternehmen, die tagsüber Feuerwehrleute für Einsätze abstellen, 1000 Euro pro Jahr und pro Mann als Prämie erhalten sollen. Kein Feuerwehrmann habe aber an der „Freiwilligkeit“ gerüttelt. Alle 94.000 FF-Mitglieder erhalten nun die Ergebnisse. Buchta: „Mir ist wichtig, dass sich jeder einzelne Feuerwehrmann einbringen kann.“
Niederösterreichische Nachrichten
Ergänzung der Redaktion Fire-World:
Da die Kostenschätzung Unbeteiligter oft nicht ganz der Realität entsprechen, veröffentlicht Fire-World auch der Kommentare, die sich auf der Seite befunden haben!
Kommentar 1 -> Endlich eine Berufsfeuerwehr:
Dieser einseitige Diskurs (die andere Seite übt Gesprächsverweigerung) ist virtuell. Ich rate den Florianijüngern vom Häuptling ab, endlich wahr haben zu wollen: der Weg führt ausschließlich nur zur Berufsfeuerwehr! Ist schon richtig, dass ihr in dem Sinn kein Verein seid’s. Aber ihr agiert wie ein Verein: mit Spenden sammeln, folkloristischen Auftritten, Zeltfesten usw. Habt den Mut und sagt endlich: nur eine Berufsfeuerwehr kann den Auftrag erfüllen. Und dazu gehört auch, Bäume weg schneiden, Autos bergen usw.
Kommentar 2 -> Hast du eigentlich eine Ahnung was eine Berufsfeuerwehr kostet?
Und würdest Du gerne 1 Stunde oder mehr auf eine Hilfeleistung warten wollen, nur weil die Berufsfeuerwehr gerade einen anderen Einsatz fährt oder weil so lange Anm****wege notwendig sind?
Ich glaube du hast von der Thematik keinerlei Ahnung sonst würdet du das hier nicht vorschlagen. Frag einmal deinen Bürgermeister (denn er ist der Verantwortliche für den örtlichen Brandschutz und für die Gefahrenabwehr )wie viel er sich durch die freiwillige Feuerwehr erspart. Ich glaube du wirst staunen.
Ein kleines Rechenbeispiel:
Eine kleine Feuerwehr im ländlichen Bereich hat ein Budget von ca. 15.000 Euro pro Jahr. Damit werden die laufenden Kosten, kleinere Anschaffungen usw. gedeckt.
Vielleicht kommen pro Jahr noch zusätzliche Erträge von 5000 Euro aus Veranstaltungen, Sammlungen dazu.
Also hat die Feuerwehr im Jahr ca. 20.000 Euro zur Verfügung. So und nun wird es interessant:
Ein Berufsfeuerwehrmann ( auch wieder eine Schätzung ) verdient im Monat 1.500 Euro brutto, dazu kommen dann noch die Arbeitgeberabgaben usw., also kostet er im Monat ca. 1950 Euro. Diese Summe mal 14 ergibt 27.300 Euro.
So und nun braucht man ja um effektiv helfen zu können einen Mindestmannschaftstand von 15 Mann. ( Das sind alles sehr niedrig angenomme Zahlen ) 15 Mann mal 27.300 Euro ergibt pro Jahr allein an Personlkosten: 409.500 Euro
Und da ist noch keine persönliche Schutzausrüstung, Geräte, Instandhaltung usw. dabei.
Also was ist jetzt günstiger?
Du könntest jetzt sagen: gut schließen sich eben 25 Gemeinden zusammen und machen eine Feuerwehr. Auch gut aber dann wartest eben 1 bis 2 Stunden bis dir wer hilft….
So und nun lass ich dich in deinen Gedanken alleine.
