Deutschland: Komplexer Löscheinsatz bei Großbrand in Rendsburger Altstadt

Rendsburg (Deutschland): In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag (16.-17.1.2008) hielt erneut ein Großbrand die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Rendsburg in Atem. Beim 4. Großeinsatz binnen vier Wochen…
… im Kreis Rendsburg-Eckernförde (davon drei in Rendsburg) entstand hoher Gebäudeschaden – verletzt wurde jedoch glücklicherweise niemand. Das Feuer brach aus bisher unbekannter Ursache gegen 20:30 Uhr in einem leer stehenden Wohn- und Geschäftshaus in der Herrenstrasse aus. Ein Autofahrer bemerkte den Brandrauch, der bereits in dichten Schwaden durch die Herrenstrasse zog und alarmierte die Nachbarin des Hauses Nr. 6, die daraufhin den Notruf wählte. Die Rendsburger Feuerwehrleute hatten es nicht weit – die Brandstelle lag direkt gegenüber der Feuerwache.

Schwieriger als die Anfahrt gestaltete sich dagegen der eigentliche Löscheinsatz: Das über 100 Jahre alte Haus steht in einem der ältesten Gebäudeensembles der Rendsburger Altstadt. Nur ein wenige Zentimeter breiter Durchgang besteht zum Hinterhof. Enge, verschachtelte und sehr enge Altstadtbebauung machen derartige Löscheinsätze immer zu einer komplizierten Angelegenheit.
Der Feuerwehr gelang es zunächst, ein Übergreifen auf die Nachbargebäude zu verhindern. Der Brandherd wurde durch Atemschutzgeräteträger in einem ehemaligen Lagerraum im Erdgeschoss lokalisiert und schnell abgelöscht. Das Feuer hatte sich jedoch inzwischen in die alten teilweise hölzernen Wände und Zwischendecken gefressen – das gesamte Gebäude qualmte aus allen Ritzen und Kanten. Nur unter schwerem Atemschutz war ein Arbeiten an der Brandstelle möglich. Einsatzleiter Sönke Brandstaedter setzte acht Fahrzeuge und rund 40 Männer und Frauen ein.
Und auch bei seinem zweiten Brandeinsatz bewährte sich die neue Teleskopmastbühne der Rendsburger Wehr. Denn nur damit war es möglich, auch die hintersten Bereiche des Daches zu erreichen und die Dachpfannen zu entfernen, um an die Glutnester zu kommen. Zur Notfallabsicherung der Atemschutzgeräteträger war zunächst ein Rettungswagen der „Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein“ (RKiSH) vor Ort. Später übernahm der Ortsverband der Johanniter Unfallhilfe die rettungsdienstliche Absicherung.
Gegen 23 Uhr musste die Kreisfeuerwehrzentrale neue Atemluftflaschen an die Einsatzstelle bringen. Die Brandursache und Schadenshöhe sind unbekannt. Die Kripo ermittelt.
Wenngleich es sich um eine Häufung von Großeinsätzen in den letzten Wochen handelt, besteht ein Zusammenhang mit den bisherigen Großbränden (15.12. betreutes Wohnen in RD, 17.12. Gaststätte „Zum Assmus“ in Warder“ und 7.1. Dachstuhl in RD) nicht.
