Wien: Alarmstufe II bei Kellerbränden mit Personenrettungen im 10. Bezirk

Wien: Die Auslösung der Alarmstufe II erforderten am Abend des 12. Februar 2008 gleich zwei Kellerbrände in der Knöllgasse im 10. Wiener Gemeindebezirk. Die Berufsfeuerwehr Wien wurde dazu um 22.23 Uhr alarmiert.
In dem gegenständlichen dreigeschossigen Eckhaus werden zur Zeit umfangreiche Sanierungs-, und Umbauarbeiten durchgeführt. Sämtliche Zugänge sind unversperrt bzw. offenstehend. Aus bislang ungeklärter Ursache war es in einem 4×3 m großen Kellerraum zum Brand von Gerümpel und diversen Kellerlagerungen gekommen. Der Brand hatte sich zudem über ein hofseitiges Kellerfenster auf die Styroporfassade ausgeweitet.

Durch die offenstehende Kellertüre war es zu einer massiven Verrauchung des Stiegenhauses und aller Stockwerke gekommen. Viele der im Haus befindlichen Wohnparteien hatten in ihrer Panik bei der Nachschau ihre Wohnungstüren offenstehen gelassen, wodurch es in diesen Wohnungen ebenfalls zu einer sehr starken Verrauchung gekommen war. Bei Ankunft der Feuerwehr standen sowohl bei den Fenstern der Gebäudeseite Knöllgasse als auch auf der Seite der Troststrasse in allen Geschoßen Personen und riefen um Hilfe.
Parallel mit der Vornahme eines Rohres im Innenangriff unter Atemschutz durch das RLF/R wurde durch 2 Atemschutztrupps des ULF und des RLFl mit der Evakuierung der Hausbewohner mittels Fluchtfiltermasken begonnen. Weiters wurde mit der DLIF ebenfalls die Menschenrettung an der Gebäudeaußenseite der Knöllgasse durchgeführt. Aufgrund der zahlreich eingeschlossenen Personen wurde in der Folge auf Alarmstufe 2 erhöht.

Durch die Kräfte des nachalarmierten 2.RLFIF wurde im Bereich der Troststrasse eine Schiebleiter in Stellung gebracht und ebenfalls mehrere Personen aus dem 1. Stockwerk gerettet. Diese Rettungsmaßnahmen wurden nach Eintreffen der Löschbereitschaft Mariahilf mit der DL fortgesetzt. Insgesamt wurden 18 Personen gerettet und an die Kräfte des KZuges der Rettung übergeben. 10 Personen (darunter 7 Kinder) wurden mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht.
Die Brandrauchentlüftung wurde während der Evakuierungsphase mit einem HLL und dem Rauchvorhang der DL durchgeführt. Nach der Menschenrettung erfolgte die Entrauchung des Kellers über einen weiteren HLL. Aufgrund der Erwärmung der Gaszuleitung und der starken Beschädigung der E-Hausanschlußleitung wurde das gesamte Gebäude vom Störtrupp Wien-Gas und dem Störtrupp Wien-Strom durch Sperren der Gashauptabsperreinrichtung und Trennen der NH-Sicherungen abgesperrt bzw. spannungsfrei gemacht. Durch die dadurch fehlende Heizmöglichkeit wurde die MDKS angefordert, welche die entsprechenden Maßnahmen fur mögliche Ersatzquattiere bzw. alternative Heizmöglichkeiten einleiten wird. Auf Ersuchen der Kripo wurde an der Kellerzugangstüre eine Anlegearbe angebracht. Die Schlüssel wurden an die Kripo übergeben.

Eine im Kellerabgang vorgefundene und nicht erwärmte Acetylengasflasche wurde im Gangbereich gesichert abgelegt. Die vom Brand zerstörte Styroporfassade wurde in einem Ausmaß von 4 m2 gewaltsam enuernt. Das Brandgut wurde aus dem Keller im erforderlichen Ausmaß entfernt und im Hof des Hauses gesichert abgelegt. Für die Dauer des Einsatzes waren die Knöllgasse und die Troststrasse für den Verkehr gesperrt. Einsatzende: 00.10 Uhr.
Und noch ein Kellerbrand: Wahrend der Aufräum- und Nachlöscharbeiten wurde um 23.16 Uhr über die Nachrichtenzentrale bekannt gegeben, dass in dem in unmittelbarer Nähe zur ersten Einsatzstelle befindlichen Wohnhaus Knöllgasse 38 ebenfalls ein Kellerbrand ausgebrochen sei. Von der Feuerwehr wurde dieser Umstand vom Melder „F“ umgehend überprüft und ein im Vollbrand befindliches Kellerabteil in dem gegenständlichen Gebäude vorgefunden. Das bereits aufgerüstete Z.RLF/F fuhr sofort die 2. Einsatzstelle an und nahm dort ein Rohr unter Atemschutz im Innenangriff vor. Durch die ebenfalls sofort Einsatzbereit gemachten Kräfte des ULF/F, der DL/F und des KDF wurde mit 2 Atemschutztrupps das stark verrauchte Stiegenhaus begangen und dabei eine im Brandrauch befindliche Familie (Eltern mit 2 Kleinkindern) in Sicherheit gebracht. Die Personen wurden ebenfalls an den RD übergeben. Durch den Einsatz des Rauchvorhanges und des HLL der DL konnte das Stiegenhaus soweit rauchfrei gemacht werden, dass weitere 10 Wohnparteien sicher das Gebäude verlassen konnten. Die Bewohner wurden vorübergehend in einem Bus der Wiener Linien untergebracht und vom Rettungsdienst betreut.

Nach Ablöschen des Brandes wurde das Kellerabteil im erforderlichen Ausmaß ausgeräumt und das Brandgut im Hof gesichert abgelegt. Aufgrund der erheblichen Verformung der im Keller geführten Gasleitung wurde vom noch anwesenden Störtrupp Wien-Gas die Gaszufuhr durch Sperren der Hauptabsperreinrichtung geschlossen. Entsprechende elektrische Ersatzheizgeräte werden von der MDKS besorgt. Vom Störtrupp Wien-Strom wurde das KG spannungsfrei gemacht. Aufgrund der naheliegenden Vermutung der Brandlegung wurde von der ebenfalls anwesenden Kripo entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Auf Ersuchen der Kripo wurde die Zugangstüre zum Keller durch Einbau eines Einbauzylinders sperrbar gerichtet und verschlossen. Schlüssel an die Kripo übergeben. Einsatzende: 00.53 Uhr.
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